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Sexueller Missbrauch von Kindern: Rugby-Trainer (48) muss ins Gefängnis

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Von: Peter Kiefer

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Heidelberg - Ein 48-jähriger Rugbytrainer steht vor Gericht, weil er Kinder sexuell missbraucht haben soll. Jetzt ist ein Urteil gefallen – schneller als erwartet.

Update vom 14. Dezember, 16:45 Uhr: Plötzlich geht alles ganz schnell. Eigentlich hätte das Urteil gegen einen Heidelberger Rugby-Trainer erst Anfang Januar fallen sollen, doch laut dem Mannheimer Morgen ist am Landgericht Heidelberg schon heute eine Entscheidung getroffen worden. Demnach sei der 48-Jährige wegen sexuellem Missbrauch von Kindern zu einer Freiheitsstrafe von zweieinhalb Jahren verurteilt worden. Der Angeklagte habe die widerlichen Taten gestanden.

Sexueller Missbrauch von Kindern: Prozess am Landgericht Heidelberg beginnt

Update vom 2. Dezember, 14:43 Uhr: Einem 48-jährigen Rugby-Trainer wird seit Freitag in Heidelberg der Prozess gemacht, weil er vier Jungen im Alter von 12 bis 15 Jahren teils schwer sexuell missbraucht haben soll. Noch vor dem Verlesen der Anklageschrift ist die Öffentlichkeit ausgeschlossen worden, wie eine Landgerichts-Sprecherin der dpa gesagt hat. Bis zur geplanten Urteilsverkündung am 5. Januar sind neun Zeugen geladen.

Sexueller Missbrauch von Kindern – Heidelberger Rugbytrainer (48) vor Gericht

Erstmeldung vom 2. Dezember, 9:57 Uhr: Es ist ein widerliches Verbrechen, bei dem sich die Dunkelziffer nur erahnen lässt! Die Rede ist von Missbrauch von Kindern und Jugendlichen durch Trainer in Sportvereinen. So auch im Falle eines 48-jährigen Mannes, der sich seit Freitag (2. Dezember) vor dem Landgericht Heidelberg verantworten muss, weil er sich an mehreren Jugendlichen vergangen haben soll. Der Prozess wird womöglich unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden.

Der angeklagte Jugendtrainer sitzt im Verhandlungssaal des Landgerichts neben seinem Anwalt Kian Fathieh (li.). Er soll in mehreren Fällen ihm anvertraute Kinder und Jugendliche zu sexuellen Handlungen in seinem Beisein aufgefordert und in einem Fall sexuelle Handlungen an einem Kind vorgenommen haben.
Der angeklagte Jugendtrainer sitzt im Verhandlungssaal des Landgerichts neben seinem Anwalt Kian Fathieh (li.). Er soll in mehreren Fällen ihm anvertraute Kinder und Jugendliche zu sexuellen Handlungen in seinem Beisein aufgefordert und in einem Fall sexuelle Handlungen an einem Kind vorgenommen haben. © Uwe Anspach/picture alliance/dpa

Rugbytrainer in Heidelberg hat Jugendliche zu sexuellen Handlungen gedrängt

Im Fall eines angeklagten Rugby-Trainers (48) aus Heidelberg hatte sich ein Junge seinen Eltern anvertraut und so die Ermittlungen gegen den 48-Jährigen ausgelöst. Jetzt steht der Mann wegen des Vorwurfs des schweren sexuellen Missbrauchs vor dem Heidelberger Landgericht.

Grund: Er hat laut Anklage „in mehreren Fällen ihm anvertraute Kinder und Jugendliche zu sexuellen Handlungen in seinem Beisein
aufgefordert und in einem Fall sexuelle Handlungen an einem Kind vorgenommen“. Der in U-Haft sitzende Mann hat Kinder- und
Jugendmannschaften im Rugby trainiert. Heidelberg ist ein Rugby-Hotspot mit mehreren Vereinen in der Bundesliga.

Schwere Missbrauchsvorwürfe! Ex-Jugendtrainer (48) von Heidelberger Sportverein vorm Landgericht

Die vier mutmaßlichen Opfer waren zum Tatzeitpunkt zwischen 12 und 15 Jahre alt. Das Strafmaß bei Kindesmissbrauch liegt laut deutschem Recht zwischen zwei und 15 Jahren.

Fälle wie diese gibt es in Baden-Württemberg nicht selten. Sexueller Missbrauch im Sport wird nicht separat ausgewiesen, sondern in die Kategorie Beziehungen der Opfer zu Institutionen oder Gruppen aufgenommen. Darunter fallen etwa auch Fälle in Schulen. Die Zahl der Opfer sexuellen Missbrauchs in dieser Kategorie lag 2021 bei 68 von insgesamt 1.371 Fällen. Im Jahr 2018 lag sie bei 108 von insgesamt 1.282 geschädigten Kindern.

Laut den ersten von der Aufarbeitungs-Kommission ausgewerteten Anhörungen und Berichten geht die sexuelle Gewalt von Trainern, Betreuern oder Fahrern aus. Die Betroffenen berichteten von Übergriffen in der Turnhalle, der Umkleidekabine oder auf Fahrten zu Wettkämpfen.

Missbrauch im Sport – Dunkelziffer sehr hoch

Die Dunkelziffer bei sexualisierter Gewalt gegen Kinder im Vereinssport sei sehr hoch, weil er sehr familiäre Strukturen habe, sagt Julia Hollnagel von der Unabhängigen Anlaufstelle bei Gewalt und Missbrauch im Spitzensport. Hinweise auf Missbrauch würden nicht verfolgt, um dem Ruf des Vereins nicht zu schaden.

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Opfer im Leistungssport stoßen der Kommission zufolge bis heute häufig auf Unverständnis und Zurückweisung im eigenen Verein. „Es gibt im Sport bislang keine Kultur des Sprechens über Gewalt und keine Kultur des Zuhörens“, wie es in einer Veröffentlichung der Unabhängigen Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs heißt. Eltern sollten sich vor der Anmeldung ihres Kindes im Verein informieren, ob es Prävention gegen Übergriffe gebe. Wichtig sei, genau hinzuschauen. (pek mit dpa)

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