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Schlossbeleuchtung Heidelberg: Feuerwerk Geschichte? Entscheidung gefallen!

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Von: Marten Kopf

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Heidelberg – Dreimal jährlich zieht die Heidelberger Schlossbeleuchtung Zehntausende Gäste mit bengalischen Leuchtfeuern und Feuerwerk in ihren Bann. Kann sich das bald ändern?

Update vom 29. Oktober: Sobald es die Corona-Pandemie wieder zulässt, wird die Heidelberger Schlossbeleuchtung „traditionell“ mit Pyrotechnik durchgeführt. Gemeinderäte von GAL und FW hatten beantragt, das Feuerwerk bei künftigen Schlossbeleuchtungen aus ökologischen Gründen durch eine Laser- und Drohnenshow zu ersetzen. Bei der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses am Mittwoch (27. Oktober) nahm allerdings kein Stadtrat zum diesem Antrag Stellung. Zuvor hatte sich Schlossbeleuchtungs-Veranstalter „Heidelberg Marketing“ vehement für eine Beibehaltung „einer der beliebtesten und ältesten Veranstaltungen Heidelbergs“. Messungen des Umweltministeriums hätten darüber hinaus ergeben, dass die Schlossbeleuchtung zu keiner außergewöhnlichen Feinstaubbelastung führe.

Heidelberg: Laser statt Pyro-Pomp – Schlossbeleuchtung bald ohne Feuerwerk?

Erstmeldung vom 27. Oktober: Fast schon legendär sind sie, die Schlossbeleuchtungen in Heidelberg. Jedes Jahr ziehen sie Tausende von Menschen in ihren Bann – kaum eine andere Stadt bietet solch zauberhafte Nächte. Bengalische Leuchtfeuer tauchen das Heidelberger Schloss langsam in einen geheimnisvollen roten Feuerschein. So, als ob die Ruine ein weiteres Mal in ihrer langen Geschichte brennen würde. Wie zuletzt 1689 und 1693, als die Truppen des Sonnenkönigs Ludwig XIV. das Schloss und die Stadt niederbrennen und die heute weltberühmte Ruine zurücklassen. Und schon einige Jahrzehnte zuvor – im Jahr 1613 – lässt Kurfürst Friedrich V. ein Feuerwerk inszenieren, um seine frisch angetraute Gemahlin Elizabeth Stuart standesgemäß zu begrüßen. Dieses Feuerwerk legt den Grundstein für die später folgenden Lichtspiele über dem nächtlichen Himmel Heidelbergs.

StadtHeidelberg (Baden-Württemberg)
Einwohnerzahl158.741 (Stand: 31. Dezember 2020)
Fläche108,84 km²
OberbürgermeisterProf. Dr. Eckart Würzner (parteilos)

In den Augen der Gemeinderatsmitglieder der Arbeitsgemeinschaft Grün-Alternative Liste/Freie Wähler Heidelberg Judith Marggraf, Michael Pfeiffer und Raimund Beisel aber ist das heute so nicht mehr zeitgemäß. Mitte des Jahres schon stellen sie deshalb in einem Schreiben an Oberbürgermeister Prof. Dr. Eckart Würzner den Antrag, die Art der Durchführung der Schlossbeleuchtung neu zu überdenken und im Gemeinderat zu diskutieren. Die Räte sorgen sich um Heidelbergs Bild als klimafreundliche Stadt.

Heidelberger Schlossbeleuchtung
Bengalische Feuer erleuchten das Heidelberger Schloss während der Schlossbeleuchtung. © TOBIAS SCHWERDT

Drohnen über Heidelberg: Schlossbeleuchtung soll emissionsärmer werden

„Die Verwaltung wird beauftragt, gemeinsam mit Heidelberg Marketing ein Konzept zu entwickeln, das eine Schlossbeleuchtung mit Drohnen oder als Lasershow beinhaltet“, so der Antragstext vom 7. Juli. Die seit vielen Jahrzehnten durchgeführte Schlossbeleuchtung sei in ihrer jetzigen Form nicht mehr zeitgerecht und sollte in einer umweltfreundlichen Stadt so nicht mehr durchgeführt werden, lautet die Begründung. Eine Lasershow oder eine Schlossbeleuchtung mit Drohnen sei wesentlich umweltfreundlicher und emissionsärmer und könne dennoch eine große Anziehungskraft haben, ganz nach dem Motto: „Heidelberg heute: Sachlich nüchtern romantisch verspielt“.

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Ende Juli wird der Antrag vom Gemeinderat zur weiteren Bearbeitung an den Haupt- und Finanzausschuss verwiesen. Der wird sich am Mittwoch (27. Oktober) damit befassen und eine Beschlussvorlage erarbeiten, die wiederum dem Gemeinderat schließlich in öffentlicher Sitzung am 10. November zur Entscheidung vorgelegt werden soll.

Schlossbeleuchtung: Feuerwerk „geprüft und abgesegnet“

Mit dem Einsatz von Drohnen und Lasern anstelle von Feuerwerk und Bengalischem Feuer ließe sich etwa die Feinstaubbelastung deutlich minimieren. So weit also die Argumentation. Zuständig für die Durchführung der Schlossbeleuchtung ist die Heidelberg Marketing GmbH mit Geschäftsführer Mathias Schiemer. Der aber sieht keinerlei Handlungsbedarf, denn behördliche Vorgaben würden eingehalten. Grundsätzlich sei das Feuerwerk „sogar vom Umweltministerium geprüft und abgesegnet“, betont Schiemer noch im Mai gegenüber HEIDELBERG24*.

Auch auf neuerliche Nachfrage der Redaktion verweist er darauf, das Umweltministerium und ein externer Gutachter bestätigten, dass die Schlossbeleuchtung für Heidelberg keine zusätzliche Feinstaubbelastung bedeutet. Im kommenden Jahr soll die Schlossbeleuchtung übrigens endlich wieder stattfinden, am 4. Juni, 9. Juli und 3. September nämlich. In den vergangenen beiden Jahren hatte sie pandemiebedingt abgesagt werden müssen. (mko) *HEIDELBERG24 ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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