Ab 2022 in Betrieb

Gemeinderat Heidelberg: Stadt baut Katastrophen Sirenennetz 

Heidelberg - Bekommt die Stadt bald neue Alarm-Sirenen? Nach der Trinkwasser-Katastrophe stimmt der Gemeinderat ab:

  • Der Gemeinderat Heidelberg beschließt den Ausbau eines Sirenennetzes.
  • 25 Sirenen sollen Heidelberger in Katastrophenfällen warnen.
  • Sirenen sollen ab 2022 in Heidelberg in Betrieb gehen.

Update vom 17. Februar 2020: Mitte Februar steht es in trockenen Tüchern: Der Gemeinderat Heidelberg beschließt am 13. Februar den Ausbau eines Sirenennetzes für den Katastrophenfall. Ab dem Jahr 2022 sollen in Heidelberg 25 Sirenen aufgebaut werden, um Bürger in Notfällen zu warnen. Insgesamt wird der Aufbau des Sirenennetz knapp 410.000 Euro kosten. Von 25 Sirenen werden 24 an bestehende Gebäude installiert, die sich überwiegend im Besitz der Stadt Heidelberg befinden. Oberbürgermeister Prof. Dr. Eckart Würzner zeigt sich erfreut über das Wahlergebnis: „Die Vorfälle im vergangenen Jahr mit bläulich gefärbtem Trinkwasser und einem Gefahrgutaustritt in Wieblingen haben gezeigt, wie wichtig eine schnelle und flächendeckende Warnung der Bevölkerung in Krisensituationen und Notfällen ist. Das Sirenennetz wird unser bestehendes Warnsystem hervorragend ergänzen. Mit den Sirenen können wir die Bevölkerung künftig im gesamten Stadtgebiet zu jeder Tages- und Nachtzeit schnell und unkompliziert auf eine drohende Gefahr hinweisen. Denn heulende Sirenen bedeuten: Informieren Sie sich! Versorgen Sie sich beispielsweise über die Warn-App NINA, die städtische Internetseite oder das Radio mit Informationen“,

Heidelberg: Bekommt die Stadt bald gespenstische Katastrophen-Sirenen?

Erstmeldung vom 14. Mai 2019: Der Schrecken sitzt bei vielen Heidelbergern noch tief im Nacken: Im Februar herrscht Katastrophenstimmung in der Stadt, denn angeblich ist das Trinkwasser verseucht. Die Feuerwehr fährt durch die Straßen und warnt die Bevölkerung mit Durchsagen, Social-Media-Kanäle explodieren und auch HEIDELBERG24 warnt Bürger davor, Leitungswasser zu trinken. Die Nachricht verbreitet sich schnell und bald sind sogar die Wasservorräte im Supermarkt leer gekauft – am Abend kommt glücklicherweise doch die Entwarnung. 

Trotzdem ist das Ganze für viele ein Anlass zum Nachdenken: Wurden wirklich alle Heidelberger rechtzeitig gewarnt? Wann habe ich mein letztes Glas Leitungswasser getrunken? Was wäre wenn? Auch der Gemeinderat befasst sich mit dem Thema und beschließt am 9. Mai, das geprüft werden soll, ob ein Sirenen-Warnnetz in Heidelberg sinnvoll ist.

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Heidelberg: Ist das aktuelle Katastrophen-Warnsystem schnell genug?

Bisher warnt die Stadt ihre Bevölkerung vor Katastrophen mit Rundfunk- und Lautsprecherdurchsagen, Presseinformationen, im Internet und auf Social-Media-Kanälen so wie über die Warn-Apps NINA und KATWARN. Doch ist das wirklich schnell genug? Erreicht man so die gesamte Bevölkerung?

Jetzt soll geprüft werden, ob ein Sirenen-Warnnetz die Bevölkerung bei Katastrophen besser warnt als die herkömmlichen Methoden. Denkbar sind Ausnahmezustände wie der Amoklauf am Bismarckplatz, Chemieunfälle oder Naturkatastrophen – Ereignisse, die Heidelberg in den letzten Jahren heimgesucht haben.

Gespenstische Alarm-Sirenen bald auch in Heidelberg?

Jetzt prüft ein Planungsbüro, wie viele Sirenen erforderlich sind, um die Stadt ausreichend zu beschallen und wie viel das kosten wird. Schon im Vorfeld wird klar: Günstig wird das Ganze nicht. Schon die Planungsarbeiten belaufen sich auf 20.000 Euro!

Doch nach den Ereignissen im Juli 2019, als das Telefonnetz – inklusive Notrufnummer ! – lahmgelegt wird, könnte es mehr Befürworter für ein Sirenennetz geben.

Bis in die 90er Jahre betreibt Heidelberg schon ein Sirenennetz mit 95 Zivilschutzsirenen. Doch nach dem Ende des Kalten Krieges und dem Wegfall der nuklearen Bedrohung, entscheidet sich die Stadt das Sirenen-Netz abzubauen. Anders als die Städte Mannheim und Ludwigshafen, die knapp 100 Sirenen für den Fall der Fälle im Einsatz haben.

mw

Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa

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