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Weihnachtsbeleuchtung in der Energiekrise: Bleiben die Straßen von Heidelberg dunkel?

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Von: Katja Becher

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Stuttgart/Heidelberg - Lichterglanz und bunt geschmückte Weihnachtsbäume auf den Straßen – wie passt das zur Energiekrise? So wollen die Städte Energiesparen und Besinnliches verbinden:

Lichterketten und leuchtend bunt geschmückte Weihnachtsbäume gehören vielerorts fest zur Vorweihnachtszeit. Doch durch die drohende Energiekrise gilt für Kommunen und Städte in Baden-Württemberg Stromsparen als wichtiges Ziel – auch bei der Weihnachtsbeleuchtung. Früher war also nicht nur mehr Lametta, sondern auch mehr Lichterglanz.

Weihnachtsbeleuchtung in der Energiekrise: Stuttgarter Weihnachtsbäume leuchten seltener

Das Stuttgarter Rathaus verzichte ganz auf seine Weihnachtsbeleuchtung und den Adventskalender in den Fenstern des Hauses, teilte eine Pressesprecherin der Stadt mit. Auch die Weihnachtsbäume in der Stadt sollen seltener leuchten: Die Lichterketten am großen Baum am Schlossplatz zum Beispiel waren in früheren Jahren rund 450 Stunden im Betrieb. Dieses Jahr sollen sie nur 240 Stunden eingeschaltet sein.

Nicht alle heißen diese Maßnahmen gut: „Durch die fehlende Weihnachtsbeleuchtung kann es ziemlich dunkel werden. Gerade in der Innenstadt, wo es öfter Schwierigkeiten mit der Sicherheit gibt, ist das ein Problem“, kritisierte Sven Hahn von der Stuttgarter City Initiative. Wer sich in einer Stadt nicht wohlfühle, komme auch nicht zum Einkaufen. Ähnliche Bedenken gab es bereits auch in Heidelberg, wo im Zuge der Energiekrise die Beleuchtung vieler Bauwerke und Plätze abgeschaltet wurde.

Eröffnungstag des Heidelberger Weihnachtsmarkts 2021
Der Heidelberger Weihnachtsmarkts im Jahr 2021 (Archivfoto) © HEIDELBERG24/Celine Burghardt

Lichter „auf ein Mindestmaß“ reduzieren: Auch Heidelberg will an Weihnachten Energie sparen

Die Stadt Heidelberg will diesen Winter mindestens 15 Prozent Energie einsparen. Der Lichterschmuck beim Weihnachtsmarkt solle „auf ein Mindestmaß“ reduziert werden, sagte ein Sprecher der Stadt. So werden vermutlich die Lichter an den Buden weniger leuchten, auf Fassadenbeleuchtung wird ganz verzichtet. Nicht nur an Beleuchtung sondern auch an Tannen will die Stadt sparen: Die Zahl der Weihnachtsbäume und das Tannengrün sollen reduziert werden.

HEIDELBERG24-Leser reagierten bereits mit gemischten Gefühlen auf die ohnehin schon abgeschalteten Lichter von öffentlichen Gebäuden und Sehenswürdigkeiten. Die Meinungen reichten von Sicherheitsbedenken wie „Grapscher haben freie Fahrt“ – bis zur Begeisterung über die geringere Lichtverschmutzung und den dadurch besser sichtbaren Sternenhimmel.

„Reine Symbolik“: Tübingens OB Palmer kritisiert Diskussion um Weihnachtsbeleuchtung

Vielerorts ist die Planung des Weihnachtsschmucks noch nicht abgeschlossen: In Karlsruhe will man „mit gutem Beispiel vorangehen“ und gleichzeitig nicht auf vorweihnachtliche Atmosphäre verzichten. Wie genau das gehen soll, werde in den nächsten Wochen ausgearbeitet, teilte ein Pressesprecher der Stadt mit.

Boris Palmer, Oberbürgermeister der Stadt Tübingen, sah diese Ansätze, Energie zu sparen, skeptisch: „Die Fokussierung der Diskussion auf die Weihnachtsbeleuchtung ist reine Symbolik und verdeckt Tatenlosigkeit bei den großen Verbrauchern“, teilte er mit. Aber auch die Universitätsstadt sucht Wege, um in der Vorweihnachtszeit Energie einzusparen: Die „große“ Weihnachtsbeleuchtung mit Lichtern an den Giebeln und leuchtenden Kugeln in den Bäumen werde es in diesem Jahr nicht geben, teilte eine Sprecherin der Stadt mit. (dpa/kab)

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