1. Heidelberg24
  2. Heidelberg

OB-Kandidat will an Sommer-Wochenenden B37 sperren – „Neckarufertunnel können wir uns sparen“

Erstellt:

Von: Fabienne Schimbeno

Kommentare

Heidelberg - Während Amtsinhaber Würzner für den Neckarufertunnel wirbt, schlägt OB-Kandidat Sören Michelsburg eine Alternative vor: Die B37 soll an Sommer-Wochenenden gesperrt werden.

Die OB-Wahl in Heidelberg findet zwar erst am 6. November statt, dennoch ist der Wahlkampf bereits in vollem Gange: Neben Amtsinhaber Eckart Würzner geht auch SPD-Stadtrat Sören Michelsburg an den Start. Der 33-Jährige will so viele Stimmen wie möglich für sich gewinnen.

Um den Verkehr auf der B37 zu beruhigen, schlägt der SPD-Politiker vor, die Straße an den Wochenenden im Sommer zu sperren. Damit lehnt er sich gegen den Vorschlag Würzners auf, einen Tunnel unter der Erde zu bauen, um das Verkehrsaufkommen am Neckarufer zu entlasten:

OB-Wahl in Heidelberg: Michelsburg will Sperrung der B37 an Sommer-Wochenenden

Eigentlich hatte OB Würzner bereits im Wahlkampf 2009 für den Bau eines Neckarufertunnels geworben. Der Tunnel sollte den Verkehr von der B37 unter die Erde verlagern. Das Projekt scheiterte allerdings an den hohen Kosten, die mit rund 180 Millionen Euro beziffert wurden und an denen sich das Land nicht beteiligen wollte. 

Doch Würzner bleibt verbissen: Bei einer Wahlkampfveranstaltung warb der amtierende OB erneut für den Bau es Tunnels. Bereits am Wochenende (20./21. August) konnten Bürgerinnen und Bürger ein autofreies Altstadtufer genießen: Beim „Sommer am Fluss“ in Heidelberg wurde die B37 zur Fußgängerzone. Das Ufer lud zum Flanieren und Entspannen ein.

OB-Kandidat Sören Michelsburg
OB-Kandidat Sören Michelsburg © Matthias Purkart. Fotostudio Purkart

„Stürzt Heidelberg nicht ins Verkehrschaos“: Michelsburg über mögliche Sperrung der B37

Auch OB-Kandidat Sören Michelsburg spricht sich für eine autofreie B37 aus: Aus der Sicht des SPD-Politikers bedarf es laut Pressemitteilung jedoch keiner aufwendigen Baumaßnahmen. „Das letzte Wochenende hat es bewiesen: Eine Sperrung der Bundesstraße B37 stürzt Heidelberg nicht ins Verkehrschaos“, wird Michelsburg in der Mitteilung zitiert.

Deshalb schlägt der SPD-Stadtrat zur Verbesserung der Aufenthaltsqualität am Neckar eine Sperrung der B37 an Sommerwochenenden vor. „Das Geld für den Neckarufertunnel können wir uns sparen“, meint Michelsburg und verweist auf zahlreiche Projekte, die er lieber umgesetzt sehen würde.

Michelsburg prangert an: Projekte von Heidelbergs OB Würzner in Vergangenheit gescheitert

So haben für den OB-Kandidaten der Ausbau der Radwege und barrierefreie Gehwege Priorität. „In den letzten Jahren ist in Heidelberg oft die Kür vor der Pflicht gekommen“, erklärt Michelsburg. Das scheinen auch viele Heidelberger Bürgerinnen und Bürger so zu sehen, wie es in der Pressemitteilung des OB-Kandidaten heißt.

Die letzten drei Großprojekte von Oberbürgermeister Würzner (Ausbau der Stadthalle zum Kongresszentrum, Verlegung des Betriebshofs, Ankunftszentrum in den Wolfsgärten) seien allesamt an Bürgereintscheiden gescheitert. Einen solchen hatte der OB auch im Jahr 2011 für den Neckarufertunnel gefordert. Würzner machte zuletzt Schlagzeilen mit einem Rassismus-Eklat: Der 60-Jährige hatte das gefährliche N-Wort benutzt. 

Verkehrsberuhigung auf der B37: OB-Kandidat Michelsburg lehnt Geschwindigkeitsbegrenzung ab

Übrigens: Unser HEIDELBERG24-Newsletter informiert Dich regelmäßig über alles Wichtige, was in Deiner Stadt und Region passiert.

Den Vorschlag, die Geschwindigkeit auf der B37 dauerhaft zu begrenzen, lehne Michelsburg ab. Dadurch ergebe sich keine Verbesserung der Situation, so der Wortlaut in der Pressemitteilung des OB-Kandidaten. „Bereits jetzt kann die B37 nur langsam befahren werden. Und trotzdem haben wir mit Lärm und Abgasen zu kämpfen. Hier können wir mehr ermöglichen.“, so der 33-Jährige weiter. (fas mit PM)

Auch interessant

Kommentare