Städteranking von WirtschaftsWoche

Städte der Zukunft: Heidelberg in Top 10 – Überraschung auf Platz 1

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Heidelberg - Im umfangreichsten Kommunencheck Deutschlands hat es Heidelberg in die Top 10 der „Städte der Zukunft“ geschafft – rund 60 Kilometer weiter findet sich der überraschende Platz 1 des Rankings.

Süden top, Ruhrpott flop!

Im aktuellen Städte-Ranking der „WirtschaftsWoche“, „Immobilienscout24“ und „IW Consult“ schneiden vor allem zahlreiche Großstädte südlich des Mains stark ab, sind wirtschaftsstark, dynamisch und fit für die (digitale) Zukunft. Städte im Ruhrgebiet haben dagegen einen schweren Stand – das ergab der am Donnerstag (8. November) veröffentlichte Vergleich.

Doch wie kommt diese Rangliste eigentlich zustande?

Blick von oben auf den Mannheimer Wasserturm und die Quadrate.

Bei der Analyse wurden alle kreisfreien Städte mit über 100.000 Einwohnern berücksichtig – insgesamt 71 an der Zahl. Für die jährliche Untersuchung vergleicht die Gesellschaft „IW Consult“ des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft in Köln anhand von 88 Faktoren Themenfelder wie Wirtschaftskraft, Lebensqualität, Arbeitsmarkt oder Zukunftsperspektiven.

Die erzielten Ergebnisse fließen dann in das Gesamt-Ranking ein, das jedoch wiederum in Teilbereiche wie „Niveau“, „Dynamik“ und „Zukunft“ unterteilt ist.

Bei der Dynamik verdrängte die bayerische Landeshauptstadt Ingolstadt vom ersten Platz. Berlin arbeitete sich auf den zweiten Rang vor. Vor allem die Start-up-Szene und der Immobilienmarkt entwickelten sich in den vergangenen fünf Jahren in der Hauptstadt nach Einschätzung von Hanno Kempermann von IW Consult positiv. Steigende Mieten und Immobilienpreise werden als Zeichen der Attraktivität einer Stadt gewertet. Der Aufsteiger unter den Top 10 ist Wolfsburg: Die Autostadt machte zum Vorjahr einen Sprung von 11 Plätzen auf Rang 5.

Vor allem im Bereich Zukunft punktet eine Stadt der Metropolregion Rhein-Neckar: Heidelberg hat es - wie auch schon im Vorjahr - in die Top 10 geschafft. Immer wieder schafft es die Stadt am Neckar in bundesweiten Rankings im Bezug auf die digitale Aufstellung auf die vordersten Plätze. Die Stiftung „Lebendige Stadt“ sieht Heidelberg bei der Verleihung im September diesbezüglich sogar an erster Position. 

>>> @usgezeichnet! Heidelberg ist „Die digitalste Stadt“

Die deutsche Stadt der Zukunft ist laut Studie der „WirtschaftsWoche“ Darmstadt. Das Hightech-Zentrum der Metropolregion Rhein-Main ist demnach am besten gerüstet für das digitale Zeitalter. 

Ranking: Top 10 der „Städte der Zukunft“

  1. Darmstadt
  2. Erlangen
  3. Stuttgart
  4. München
  5. Wolfsburg
  6. Ingolstadt
  7. Jena
  8. Karlsruhe
  9. Regensburg
  10. Heidelberg

Als „Alarmsignal“ wertete Kempermann die Entwicklung im Ruhrgebiet. Städte wie Bottrop (Rang 71), Duisburg (70), Hamm (69), Herne (67) Gelsenkirchen (66) sackten der Studie zufolge bei der Zukunftsfähigkeit weiter ab. „Im Ruhrgebiet muss mehr passieren im Hinblick auf die Digitalisierung“, sagte Kempermann.

Im direkten Vergleich mit den Nachbarstädten Heidelberg und Mannheim hat Ludwigshafen laut Studie noch einiges aufzuholen.

Und wie sieht‘s bei den Rankings „Niveau“ und „Dynamik“ im regionalen Vergleich aus?

In beiden Kategorien landet Heidelberg vor Mannheim und Ludwigshafen. Beim „Niveau“-Ranking (unter anderem die aktuelle Zahl der Baugenehmigungen oder der Anteil der Hochqualifizierten an den Beschäftigten vor Ort) rangiert Heidelberg im bundesweiten Vergleich auf Platz 22, Mannheim folgt knapp dahinter auf Platz 24, Ludwigshafen landet auf Platz 34.

Beim „Dynamik“-Ranking (dabei werden die Veränderungsraten der vergangenen fünf Jahre betrachtet, sprich wie sich zum Beispiel die Bauaktivitäten entwickelt haben) landet Heidelberg auf Rang 26. Mannheim (41) und Ludwigshafen (45) sind hier weiter abgeschlagen. Bundesweites Schlusslicht ist hier Salzgitter (Niedersachsen).

rob/dpa

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