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Tag des offenen Denkmals in Heidelberg – Geschichten über Anne Frank und die Ritterzeit

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Von: Madlen Trefzer

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Heidelberg - Der Tag des offenen Denkmals erzählt längst vergessene Geschichten der Stadt und wirft Licht auf historische Bauwerke und verwunschene Gassen.

Nach dem Tag des offenen Denkmals am Sonntag (11. September) sehen Besucher die Stadt Heidelberg mit anderen Augen. Dabei rückt die vielseitige Geschichte der Stadt in den Mittelpunkt und zieht einen bittersüßen Beigeschmack der Vergänglichkeit mit sich. So zeigt das Kino „Gloria“ in der Hauptstraße stumme Videoaufnahmen Heidelbergs aus den 50er-Jahren. Die charmanten Szenen werden von Musik und dem Duft von Popcorn begleitet.

Was verbindet Anne Frank mit Heidelberg? Der Herr der Füllfederhalter erzählt uns die Geschichten...

Als auf dem großen Bildschirm im Kinosaal eine dichte Eisdecke über dem Neckar zu sehen ist, breitet sich im Saal Nostalgie aus, obwohl viele Zuschauer zu dieser Zeit noch gar nicht lebten. Kaum vorstellbar – ein Hund, der sich auf dem Neckar-Eis suhlt, eine Eiskunstläuferin, die quer über die Ufer gleitet… Wie sich die Stadt in den letzten Jahrzehnten verändert hat, ist kaum in Worte zu fassen.

Im Handschuhsheimer Füllfederhalter-Museum gewährt uns Thomas Neureither Einblicke in die düstere Vergangenheit Deutschlands. Er führt uns zu einer Vitrine mit Bohnen: „Als Anne Frank eines Tages den Esstisch abräumt, wirft sie versehentlich auch ihren geliebten Füller mit ins brennende Feuer“, erklärt er. Stark vermutet er, dass ihr Füllfederhalter von der Firma Osmia aus Dossenheim war. „Wäre ich ihr Opa, hätte ich ihr nur das beste geschenkt“, sagt er zwinkernd.

Handschuhsheim zwischen düsterer Vergangenheit und Schlaraffen aus den Ritterzeiten

Anne Franks Großmutter schenkte ihr nämlich den Schreibstock, mit dem sie in ihr Tagebuch schrieb. Liebevoll und nachdenklich zugleich streicht Thomas Neureither über die Vitrine und fügt hinzu: „Wir dürfen niemals vergessen, was wir getan haben.“ Nachdem wir uns von der Gänsehaut erholt haben, überqueren wir die Straße und kommen zu der Tiefburg Handschuhsheim. Dabei macht die Zeitachse einen großen Sprung zurück in die Zeiten der edlen Ritter.

Im Keller der Burg klärt uns Marius Mrotzek alias „Ohnegleichen“ über die Regeln der Herrengesellschaft „Schlaraffia Haidelberga“ auf. Regel Nummer eins: Nur Männer sind erlaubt. Regel Nummer zwei: Wer Herrn „Ohnegleichen“ mehr als drei Mal pro Sitzung kritisiert, landet im Burgverlies. Die übrigen Innenräume der Tiefburg Handschuhsheim können für Mitglieder des Stadtteilvereines Handschuhsheim als Veranstaltungsräume genutzt werden. 

Der schönste Ausblick auf Heidelberg? Wir besuchen die historischen Ruinen auf dem Heiligenberg

Weiter oben – etwa 400 Meter über Handschuhsheim – betreten wir den Ort, der früher mal das Stephanskloster war. Inmitten der historischen Ruinen steht ein Turm, der einen traumhaften Ausblick auf die ganze Stadt samt Heidelberger Schloss bietet. Schon von der Architektur unterscheidet sich der Aussichtsturm stark vom Rest der verwunschenen Szenerie. Das liegt eben daran, dass er 1885 errichtet wird. Wohingegen das Stephanskloster auf das 11. Jahrhundert zurückdatiert. Übrigens waren wir auch beim Tag des offenen Denkmals in Mannheim unterwegs – das sind unsere Eindrücke.

Wieder in der Heidelberger Altstadt: Von Achim Wendt erfahren wir, dass der Hexenturm nichts mit den Hexenverfolgungen im Mittelalter zu tun hat. Früher trug er dem Namen „Diebesturm“ und war Teil der damaligen Stadtmauer. Zu guter Letzt betreten wir den ältesten Ort seit der Gründung der Stadt Heidelberg: der Die Peterskirche. Als ehemalige Friedhofskirche birgt sie nicht nur viele Grabmale, sondern auch das eine oder andere Geheimnis. Niemand weiß bis heute, was mit dem Großteil der Denkmäler aus früheren Jahrhunderten passiert ist… (mad)

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