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Dicke Kumpels – Elefanten-WG im Zoo Heidelberg hat neuen „Chef“

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Von: Marten Kopf

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Heidelberg - Teenager sind oft schwierig, Eltern können ein Lied davon singen. Bei Elefanten ist das nicht anders. Die Vierer-Truppe im Heidelberger Zoo jedenfalls hat ganz schöne Flausen im Kopf.

„Wenn es zum Kampf kommt, bist du ohne Rüssel verloren.“ Dieses mehr oder weniger berühmte Zitat stammt von Colonel Hahti. Kennen Sie nicht? Hahti ist eine der bekanntesten Figuren aus Rudyard Kiplings „Dschungelbuch“ – und seines Zeichens ein Elefant. Was im Film eher spaßig (im Roman seinerzeit aber durchaus gesellschaftskritisch) gemeint war, ist für den Zoo Heidelberg ein ganz handfestes Problem. Der nämlich hat seit Mitte des Jahres tonnenschweren Zuwachs – und Elefanten sind beileibe keine Haustierchen…

Elefanten im Heidelberger Zoo: Minh-Tan kommt für Tarak

Aber die gute Nachricht vorab: Den Dickhäutern geht es gut. Ziemlich gut sogar. Und zum Kampf kommt es unter ihnen offenkundig auch nicht – und das obwohl alle vier quasi noch im Teenie-Alter stecken. Das ist keine Selbstverständlichkeit. Denn die vier Heidelberger Zoo-Elefanten sind eine noch relativ frisch zusammengewürfelte Truppe. Erst Mitte Juli nämlich verstärkte Minh-Tan die kleine Dickhäuter-WG. Der Jungbulle kam seinerzeit als Ersatz für Tarak, den Anführer der Gruppe, der auf Empfehlung des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms für Asiatische Elefanten in den Kölner Zoo umzog, um dort als Zuchtbulle zu leben.

Nun hat Minh-Tan die ersten Monate im neuen Zuhause also hinter sich gebracht und sich augenscheinlich gut eingelebt. Wie in jeder Gemeinschaft mussten sich die Elefanten erstmal aneinander gewöhnen, neue Freundschaften knüpfen – und herausfinden, wer der künftige Chef der Gruppe sein wird. Inzwischen zeigen sich die vier jungen Elefantenbullen (neben Minh-Tan sind das noch Ludwig, Yadanar und Namsai ) als harmonisches Team. Die Stimmung untereinander sei gut, teilt der Heidelberger Zoo kürzlich mit.

Elefanten im Heidelberger Zoo
Die vier Mitglieder der Jungbullen-WG im Zoo Heidelberg: Die Asiatischen Elefanten Ludwig, Minh-Tan, Yadanar und Namsai (v. l.). © Zoo Heidelberg/Heidrun Knigge

Zoo Heidelberg: „Froh, dass die Elefanten so viel miteinander unternehmen“

„Unsere vier Elefanten-Teenager spielen derzeit sehr viel miteinander und sind allgemein oft in Bewegung. Sie schieben sich über die Anlage, um ihre Kräfte zu messen, treffen sich im Schlammgraben oder toben sich an den Spielgeräten aus“, sagt Tierpfleger Tobias Kremer. Dass bei den Spieleinheiten starke Kräfte wirken, ist nicht zu übersehen. Ihr liebstes Spielgerät – ein aufgehängter, massiver Baumstamm, der sich durch Körperkraft bewegen lässt – haben die Dickhäuter erst kürzlich ‚zerlegt‘.

Der muss jetzt repariert werden. Aber: „Auch, wenn mal etwas kaputtgeht: Wir sind sehr froh, dass die Elefanten so viel miteinander unternehmen, denn das zeigt uns, dass sich die Gruppe gut versteht“, sagt Kremer weiter.

Elefanten-WG in Heidelberg: Ludwig ist der neue Chef

Der Jüngste im Bunde, und eben das ist der junge Minh-Tan, ist oft abwechselnd mit Ludwig oder Yadanar Seite an Seite unterwegs und auch mit Namsai versteht er sich gut. Insbesondere Yadanar wirkt für die Tierpfleger seit Taraks Auszug ausgeglichener. Yadanar nähme Minh-Tan fast wie einen kleinen Bruder an die Hand, sagen sie, und gebe ihm seine Erfahrungen, die er bereits in der Heidelberger Wohngemeinschaft gemacht habe, weiter.

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So, aber wer ist denn jetzt der neue Chef? Unangefochten: Ludwig, sagen die Pfleger. Er zeige sich seinen drei Mitbewohnern gegenüber im richtigen Maße dominant und kooperativ, sodass er als Anführer voll akzeptiert werde. Das klingt doch gut. Na dann, Ludwig, unseren Glückwunsch zum Chefposten. (mko/PM)

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