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TikTok-Star Fahrlehrer Lukas im Interview – und plaudert über kuriose Erlebnisse

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Von: Sarah Isele

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Heidelberg - Lukas Can ist Fahrlehrer und lädt lustige und lehrreiche Ereignisse aus seinem Berufsalltag auf TikTok hoch. Im Interview beantwortet er die Fragen der Redaktion:

Lukas Can aus Heidelberg macht 2019 die einjährige Schulung zum Fahrlehrer. 2022 beginnt er, seinen Alltag auf TikTok hochzuladen, und erreicht damit viele Fans. Seine Erfahrungen als Fahrlehrer, Erinnerungen aus seiner eigenen Fahrschulzeit, wie er zu TikTok kam und vieles weitere erzählt uns der 27-Jährige im persönlichen Gespräch. Wir haben den Heidelberger Fahrlehrer, der auf TikTok viral ging, bereits vorgestellt.

Lukas, was war das Kurioseste, Krasseste, was in einer Fahrstunde passiert ist?

Das Kurioseste, Krasseste... eine krasse Situation hatte ich auf jeden Fall, als ich noch frisch Fahrlehrer war. Da hatte ich eine Situation auf der Autobahn. Das war während der Nachtfahrt und eine Schülerin ist aus heiterem Himmel einfach nach links auf den Fahrstreifen, ohne zu gucken. Und das war bis jetzt so meine krasseste Situation, bei der ich eingreifen musste.

Es waren wirklich nur noch ein paar Zentimeter bis zum Fahrzeug links, mit 120, 130 km/h. Das habe ich immer noch im Hinterkopf, jedes Mal, wenn ich eine Autobahnfahrstunde hab. Solche Situationen im alltäglichen Fahrlehrerleben gibt es immer – Vorfahrt genommen, Radfahrer übersehen, Menschen übersehen. Da muss ich eingreifen.

Du warst vorher Chemikant – und die Arbeit mit den Stoffen war Dir zu gefährlich. Aber als Fahrlehrer ist es ja eigentlich auch sehr gefährlich.

Vorher war ich Industriemechaniker, dann Chemikant und hab dann den Fahrlehrerberuf gelernt. Bevor ich Fahrlehrer wurde, wusste ich das nicht und hab mir nicht so Gedanken darüber gemacht, dass es solche Situationen gibt. Ich bin mit meinem Schwager, der schon länger eine Fahrschule hat, ein paar Mal mitgefahren. Aber da kamen solche Situationen nicht vor. Das ist mir erst in dem Moment bewusst geworden, als ich dann wirklich rechts nebendran gesessen habe.

Du machst es dann trotz des Risikos gerne – also lieber als als Chemikant?

Als Chemikant war ich die ganze Zeit vor den Maschinen, hab Knöpfe gedrückt. Jetzt komme ich so ein bisschen herum, fahre dorthin, wo ich will, habe mit Leuten ständig Kontakt. Das macht mir auch Spaß und menschlichen Kontakt muss man ja auch können für den Beruf und das mit den Prüfungen und so weiter, das macht mir auch Spaß. Vor allem, wenn die bestehen.

Ich habe auch auf TikTok gesehen, dass Du versuchst zu antworten, wenn Dir jemand schreibt.

Ich habe schon wirklich sehr viele Kommentare und ich versuche schon sehr viele durchzugehen und auch zu beantworten. Aber es sind so viele, da geht das nicht immer.

Ich glaube aber, dass Dich das ein bisschen abhebt.

Ich gehe auch gerne ab und zu mal abends live. Dafür nehme ich mir ein- bis zweimal die Woche Zeit und finde es auch wichtig, auf die Fragen zu antworten. Die Zuschauer schreiben mir dann und ich antworte direkt im Video. Was ich auch gerne mache, ist, während der Fahrstunde mal live zu gehen, ich lasse die Kamera laufen. Dass die dann auch sehen, wie so eine Fahrstunde abläuft. Jetzt nicht die erste Fahrstunde, weil da muss ich mich auf den Fahrschüler konzentrieren.

Gibt es beim Fahren Unterschiede zwischen Männern und Frauen?

Oh, schwierige Frage. Man kann jetzt nicht pauschal sagen, dass zum Beispiel die Frauen oder die Männer besser fahren. Aber was mir aufgefallen ist, seitdem ich Fahrlehrer bin, die Frauen machen eher das, was der Fahrlehrer ihnen sagt. Die Jungs denken dann "Okay, ich kann schon fahren", oder "Lass mal jetzt gut sein, ich weiß schon, was ich mache". Die Mädels nehmen sich das zu Herzen und versuchen es dann auch eher in der Prüfung umzusetzen. Aber ansonsten, manchmal sind die Mädchen ein bisschen ängstlicher, dann sind es die Jungs.

Wie kamst Du eigentlich auf die Idee, TikTok-Videos zu machen?

Ich hatte bis Ende letzten Jahres gar kein TikTok, hatte damit auch nichts am Hut. Im Dezember fing es an, dass meine Schüler mir ab und zu mal TikTok-Videos gezeigt haben. Auch auf die Fahrschule bezogen. Da das mein Alltag ist, habe ich Anfang Januar angefangen, Videos zu drehen. Also ganz unprofessionell, einfach irgendwas aufgenommen.

Das kam bei den Menschen gut an, da habe ich irgendwann so meine Richtung gefunden, wo ich ein bisschen Comedy, aber auch Wissen mit reinpacke. Seit Januar, Februar habe ich richtig losgelegt. Ich habe immer wieder und auch hauptsächlich nur noch Fahrschüler, die wegen TikTok mit mir fahren wollen. Es macht Spaß, Wissen zu vermitteln und auch Leute zum Lachen zu bringen.

Ich glaube, das ist auch der Content, der die Schüler bzw. auch Deine Follower zu Dir bringt. Über TikTok ist das Ganze noch mal ein bisschen spielerischer.

Spielerischer, aber auch sehr hilfreich. Bevor meine Schüler an die Prüfung gehen, sage ich immer: "Guck dir noch mal meine Playlist zu den Prüfungen an, da sind alle schwierige Stellen von der Prüfung und alle Fragen, die die Prüfer normalerweise fragen". Ich lese auch immer wieder, "Hey, deine Videos haben mir geholfen". Das macht dann stolz.

Wie war eigentlich Deine eigene Fahrschulzeit, kannst Du Dich daran zurückerinnern?

Meine Fahrschulzeit war noch so, ich habe 2012 meinen Führerschein gemacht, da hatten wir noch die Bögen zum Ausfüllen. Ich bin damals vorher mit meinem Onkel zu einem abgelegenen Platz, da bin ich ein paar Mal angefahren und das hat ganz gut geklappt. Bei der Fahrschule habe ich dann, zum Glück, alles beim ersten Mal bestanden. Aber ich habe auch viel dafür gelernt. Ich war am Anfang bei der Theorie relativ faul. Die Themen waren für mich früher so ein bisschen eintönig. Heutzutage, wenn ich Theorie unterrichte, versuche ich das ein bisschen lebhafter und witziger zu gestalten.

Mal ganz ehrlich: Hast Du Deine Theorieprüfung mit null Fehlerpunkten bestanden?

Nein, also ich hatte eine Frage falsch mit drei Fehlerpunkten. Aber es war, für mich, eher wichtig zu bestehen. Und mit wie vielen Fehlerpunkten du bestanden hast, ist am Ende auch egal. Hauptsache bestanden. (rah)

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