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Streit um Fauler Pelz: Heidelberg treibt Umwidmung für Uni voran

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Von: Florian Römer

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Heidelberg - Im Streit um das Ex-Gefängnis „Fauler Pelz“ setzt die Stadt ihren Widerstandskurs unbeirrt fort. Möglichst schnell soll eine Umwidmung zugunsten der Uni her:

Die Fronten im Streit um den „Faulen Pelz“ in Heidelberg bleiben verhärtet. Für die Unterbringung suchtkranker Straftäter im Maßregelvollzug sieht das Land weiter keine Alternative zum Ex-Knast in der Altstadt. 33 Straftäter wurden 2022 in Baden-Württemberg auf freien Fuß gesetzt – weil Therapieplätze fehlen. 75 „Patienten“ will das vorübergehend im „Faulen Pelz“ unterbringen. Gegen die Pläne des Sozialministeriums wehrt sich die Stadt Heidelberg mit allen Mitteln.

Streit um Fauler Pelz: Heidelberg treibt Umwidmung für Uni voran

Über 11 Millionen Euro will das Land Baden-Württemberg in Instandsetzungmaßnahmen der denkmalgeschützten Gebäude investieren. Bis Mitte 2025 will das Sozialministerium den „Faulen Pelz“ als Therapieklinik nutzen und dann wieder räumen. Angesichts der Höhe des Investitionsvolumens misstraut die Stadt den Auszugsplänen. Heidelberg will den „Faulen Pelz“ der Ruprecht-Karls-Universität zur Verfügung stellen.

Im Dezember 2021 beschloss der Gemeinderat die Aufstellung eines Bebauungsplans für das Gebäudeensemble zwischen den Straßen Oberer und Unterer Fauler Pelz. Das Areal soll als Ergänzung des Universitätscampus Altstadt entwickelt werden und die Nutzung für Forschung, Lehre und Wohnen ermöglichen. Damit treibt Heidelberg die eigenen Planungen für den „Faulen Pelz“ voran. Im Rahmen der Umwidmung soll das bislang unzugängliche Areal auch städtebaulich geöffnet werden.

Uni Heidelberg will im „Faulen Pelz“ Institute und Bibliotheken unterbringen

Mittlerweile hat die Uni ein Raumprogramm für den „Faulen Pelz“ konzipiert. Aktuell soll der Teilbereich „Osteuropäische Geschichte“ des Historischen Seminars und das Institut für europäische Kunstgeschichte auf dem Areal zusammengeführt werden – einschließlich der zugehörigen Bibliotheken. Auch die Ansiedlung einer historischen Glassammlung ist angedacht.

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Eine Machbarkeitsstudie hat ergeben, dass sich das von der Uni erarbeitete Raumprogramm denkmalverträglich umsetzen lässt. Im Januar 2023 setzen sich der Bezirksbeirat Altstadt und der Stadtentwicklungs- und Bauausschuss mit dem Entwurf des Bebauungsplans auseinander. Stimmt der Gemeinderat am 9. Februar dem Entwurf, soll es in einem nächsten Schritt ein „konkurrierendes Planungsverfahren“ geben.

Planzeichnung Entwurf des Bebauungsplans Fauler Pelz (Stand: 6.12.2022)
Planzeichnung Entwurf des Bebauungsplans Fauler Pelz (Stand: 6.12.2022) © Screenshot Stadt Heidelberg

Im Wettbewerb sollen mehrere Architekturbüros Entwürfe für das Areal Fauler Pelz erstellen. Ziel ist es, „bestmögliche städtebauliche und architektonische Lösung für die Planungsaufgaben zu finden“, heißt es von der Stadtverwaltung. Um den Büros größtmöglichen Gestaltungsfreiraum zu geben, wurden die Anforderungen des Bebauungsplanentwurfs auf ein Minimum beschränkt.

Im Streit um das ehemalige Gefängnis in der Altstadt hatte die Stadt zuletzt eine Niederlage vor dem Verwaltungsgericht Karlsruhe erlitten. Das Regierungspräsidium hatte den von der Stadt im Sommer erteilten Baustopp im „Faulen Pelz“ aufgehoben. Dagegen hatte die Stadt mehrere Klagen erhoben. Eine Eilentscheidung zum Baustopp lehnte das Verwaltungsgericht allerdings ab. (rmx)

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