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Bis zum Abriss: Ziegelhäuser Brücke wird für 1,3 Millionen gesichert

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Von: Sarah Isele

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Heidelberg - Die geplanten Bauarbeiten an der Ziegelhäuser Brücke starten am 5. September. Wie diese aussehen:

Da die Statik der Ziegelhäuser Brücke in Heidelberg für heutige Verkehrsverhältnisse nicht ausgelegt ist, soll diese neu gebaut werden. Bis die Planungen für das neue Brückenbauwerk abgeschlossen sind, müssen umfangreiche Sicherungsmaßnahmen durchgeführt werden. Es sollen Quer- und Längsträger zum Einsatz kommen und auch einzelne Zwischenräume ausbetoniert werden.

Heidelberg: Darum soll die Ziegelhäuser Brücke neu gebaut werden

Das Brückenbauwerk, welches die Heidelberger Stadtteile Ziegelhausen und Schlierbach verbindet, wurde 1954 als Spannbetonbrücke errichtet. Ein Ersatzneubau der vorhandenen Brücke ist wegen des Alters, des schlechten baulichen Zustandes und der mangelhaften Tragfähigkeit notwendig. Eine Standortuntersuchung hat ergeben, dass am bisherigen Brückenstandort die geringsten Hochwasserrisiken bestehen.

Ebenfalls hat eine Untersuchung mit dem Heidelberger Verkehrsmodell ergeben, dass am jetzigen Standort der Brücke heutige und zukünftige Verkehrsströme am besten abgewickelt sind. Die attraktive Nähe zum S-Bahnhof Schlierbach/Ziegelhausen soll auch durch einen Neubau erhalten bleiben. Da die Brücke nur eine geringe Tragfähigkeit aufweist, sind der Planungs- und Bauprozess so kurz wie möglich zu halten. Es wird nicht nur an der Brücke gebaut, das sind die aktuellen Baustellen in Heidelberg.

Die Ziegelhäuser Brücke muss abgerissen und neu gebaut werden.
Die Ziegelhäuser Brücke muss abgerissen und neu gebaut werden. © HEIDELBERG24/Josefine Lenz

Heidelberg: Das sind die Vorteile der neuen Brücke

Mit dem Neubau der Brücke soll diese wieder dauerhaft und sicher ihrer Erschließungsfunktion nachkommen. Dabei sollen die bestehenden Verkehrsverhältnisse für alle Verkehrsteilnehmer verbessert werden. Im Fokus der Planungen steht eine sichere und barrierefreie Führung der Radfahrenden sowie Fußgänger.

Die wichtige Verbindung zwischen den Stadtteilen Ziegelhausen und Schlierbach sowie die Erreichbarkeit des S-Bahnhofs Schlierbach/Ziegelhausen werden dadurch attraktiver. Mit dem Brückenneubau werden gleichzeitig bauliche Verbesserungen, wie etwa Lärmschutz für Anwohnende, umgesetzt. Auch stehen Vorschläge mit und ohne Überbauungsrecht zur Diskussion. Hierfür laufen Gespräche mit sechs angrenzenden Grundstücksparteien.

Heidelberg: Umfangreiche Sicherungsmaßnahmen bis zum Ersatzbau der Ziegelhäuser Brücke

Da eine Sanierung der Brücke aus statischen Gründen nicht möglich ist, soll die bereits vorhandene Brücke bis zum voraussichtlichen Planungsende einer neuen Überführung bis 2028 durch umfangreiche Sicherheitsmaßnahmen gestützt werden. Brückenunterseite insbesondere einige Quer- und Längsträger im Bereich der Brahmsstraße mit einer Spritzbetonschale beidseitig verstärkt. Zur Verstärkung der Querrippen werden einzelne Zwischenräume ausbetoniert.

Im Endbereich der Strombrücke wird die Fahrbahnplatte nachträglich quer vorgespannt. Betonelemente an verschiedenen Teilen der Brücke werden, soweit wie möglich, instandgesetzt. Das Geländer mit integrierten Lichtmasten wird in Teilen erneut und die Wendeltreppe hin zur Ziegelhäuser Brahmsstraße bekommt eine Unterstützungskonstruktion.

Heidelberg: Sicherungsmaßnahmen der Ziegelhäuser Brücke belaufen sich auf 1,3 Millionen Euro

Als Vorsichtsmaßnahme werden Sicherheitsnetze angebracht, die kleine Betonteile auffangen, die sich bei fortschreitender Nutzungsdauer lösen könnten. Die Kosten für die Sanierung der Ziegelhäuser Brücke belaufen sich auf insgesamt rund 1,3 Millionen Euro. Durch diese Maßnahmen wird gewährleistet, dass die Brücke bis zum Ersatzneubau eingeschränkt nutzbar bleibt. Die Brückenarbeiten sind in drei Bauabschnitte geteilt: In einem ersten Bauabschnitt ist der östliche Gehweg nicht begehbar. Fußgänger können die Brücke auf dem Gehweg der anderen Straßenseite benutzen.

Danach muss die Brücke für den Durchgangsverkehr circa für zwei Wochen gesperrt werden, voraussichtlich ab 10. bis 21. Oktober. Der Busverkehr wird in dieser Zeit ebenfalls umgeleitet. Diese erfolgt über die Theodor-Heuss-Brücke und die Friedensbrücke. Abschließend erfolgt eine Sperrung des Gehwegs auf der Westseite. Die Arbeiten beginnen am 5. September mit dem Abbruch von drei Garagen am nördlichen Widerlager und werden voraussichtlich Mitte November 2022 abgeschlossen sein. (rah)

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