1. Heidelberg24
  2. Heidelberg

Verkehrsversuch an der B37: Heidelberg will Radspur dauerhaft einrichten

Erstellt:

Von: Florian Römer

Kommentare

2021 startete zwischen Heidelberg und Neckargemünd ein Verkehrsversuch: Eine Fahrbahn der B37 wurde zu einem Radweg umfunktioniert. Jetzt will die Stadt das Projekt verstetigen:

Im Frühjahr 2021 startete zwischen Neckargemünd und Heidelberg-Schlierbach ein Verkehrsversuch: Der nördliche der eigentlich vier Fahrstreifen der B37 wurde zu einem Radweg umfunktioniert. Um die Sicherheit der Radfahrenden zu gewährleisten, wurde eine Betonleitwand installiert, die den motorisierten Individualverkehr (MIV) vom Radverkehr trennt. Die zweijährige Versuchsphase geht dieses Frühjahr zu Ende. Jetzt wollen Stadt und Land den Verkehrsversuch an der B37 verstetigen. Das soll die Stadt rund 500.000 Euro kosten.

Positive Zwischenbilanz zum Verkehrsversuch an der B37

Der Verkehrsversuch soll klären, ob die Reduzierung der Fahrspuren für den motorisierten Verkehr zu Behinderungen oder Ausweichverkehr führt. Zudem will man herausfinden, ob mehr Radfahrer die separierte Radspur entlang der Bundesstraße 37 nutzen. Der Verkehrsversuch wird von der Hochschule Karlsruhe begleitet, die Daten für eine Vorher-Nachher-Untersuchung erhebt und alle beteiligten Akteure in einer Nachhaltigkeitsbewertung beteiligt.

Erste Ergebnisse des Verkehrsversuchs stellte die Stadt Anfang 2022 vor: Demnach ist der motorisierte Verkehr auf der Strecke im Mittel um 17 Prozent zurückgegangen. Aber: „Dieser Rückgang ist auf die generell reduzierte Mobilität aufgrund der Corona-Einschränkungen zurückzuführen“, heißt es in einem Schreiben des Amts für Verkehrsmanagements. Einen signifikanten Ausweichverkehr gebe es nach ersten Erhebungen nicht: Zwar gebe es mehr Verkehr auf den Landstraßen L534 (Ziegelhäuser Seite) und L600 (Wiesenbach-Leimen). Insgesamt wird die Erhöhung des Verkehrs auf der L534 allerdings als „gering eingestuft“.

Auch die Daten aus 2022 sind laut Stadt positiv: Zwar habe der Corona-Effekt vergangenes Jahr etwas nachgelassen und die Kfz-Zahlen liegen zwischen Neckargemünd und Schlierbach werktags leicht über denen aus 2021, erreichen aber nicht die Werte vom Start des Verkehrsversuchs. Staukarten im Internet zeigten zudem, dass es in den betroffenen Abschnitten und Anschlussbereichen selbst in den Spitzenstunden keine Überlastungen gebe. Auch eine Verlagerung auf Ausweichstrecken sei nicht erkennbar.

Verkehrsversuch an der B37: Radweg gut angenommen

Umgekehrt hat sich die Zahl der Radfahrer auf der Strecke seit 2019 deutlich erhöht: Waren vor Beginn des Verkehrsversuchs entlang der B37 rund 75 Radfahrer täglich unterwegs. Dieser Wert hatte sich 2021 auf rund 300 Radfahrende pro Tag vervierfacht. 2022 nutzten im Schnitt noch 270 Radfahrende täglich den Radweg an der B37.

Übrigens: Unser HEIDELBERG24-Newsletter informiert Dich regelmäßig über alles Wichtige, was in Deiner Stadt und Region passiert.

Verbesserung in den Anschlussbereichen in Heidelberg und Neckargemünd werden nach Einschätzungen der Stadtverwaltung zusätzliche Potenziale an Radnutzern generieren. So sind in der Unistadt diverse Verbesserungen für Radfahrer (Stadt an den Fluss, Neuverteilung der Flächen am Neckarstaden, Anschluss an den Radschnellweg Heidelberg–Mannheim am Bismarckplatz) geplant. Auch eine separate Radspur an der B37 in Neckargemünd und entlang der B45 in Richtung Bammental sollen demnach mehr Menschen zum Umstieg aufs Fahrrad bringen. Schätzungen gehen von einem Verlagerungspotenzial vom MIV zum Radverkehr von zwei bis zehn Prozent aus.

Radspur auf B37 zwischen Neckargemünd und Heidelberg soll bleiben

Die Stadt und das Land Baden-Württemberg wollen die Radspur entlang der B37 jetzt dauerhaft einrichten. Die dafür notwendigen Maßnahmen sollen „geringgehalten werden“. Sie zielen darauf ab, die Sicherheit zu erhöhen und gleichzeitig die Wirtschaftlichkeit im Blick zu behalten. Folgende Maßnahmen sind geplant:

Insgesamt rechnet die Stadt Heidelberg mit Ausgaben von rund 500.000 Euro: Der Anteil für die Betonleitwand schlägt mit 150.000 Euro zu Buche, 350.000 Euro werden notwendige Baumaßnahmen im Stadtgebiet kosten. Der Gemeinderat muss der Verstetigung des Verkehrsversuchs an der B37 noch zustimmen. Das Stadtparlament entscheidet am 9. Februar. (rmx)

Auch interessant

Kommentare