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Karlstorbahnhof Heidelberg: Pünktlicher Umzug in Gefahr? „Brauchen Planungssicherheit“

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Von: Florian Römer

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Blick auf den Eingangsbereich des neuen Karlstorbahnhof in den Campbell Barracks in der Heidelberger Südstadt.
Wann kann der Karlstorbahnhof in den Campbell Barracks einziehen? © Florian Römer/HEIDELBERG24

Heidelberg - Zieht der Karlstorbahnhof wie geplant im Sommer in die Südstadt? Die Endpräsentation der IBA könnte die Verlagerung des Kulturhauses in die Campbell Barracks verzögern.

Noch wird in den ehemaligen Stallungen in den Campbell Baracks mit Hochdruck gearbeitet. Dämmungen werden angebracht, Kabel verlegt, Wände verputzt. Aber bereits in knapp einem halben Jahr soll der Karlstorbahnhof Heidelberg in seine neue Heimat in die Südstadt ziehen. 2015 beschloss der Gemeinderat die Verlagerung des Kulturhauses aus der Altstadt in den Heidelberger Süden. Gut sieben Jahre später steht endlich der Umzug des beliebten Veranstaltungshauses an.

StadtHeidelberg (Baden-Württemberg)
Einwohnerzahl158.741 (31. Dez. 2020)
Fläche108,8 km²
OberbürgermeisterProf. Dr. Eckart Würzner (parteilos)

Wie in der Altstadt werden das Theater im Kulturhaus Karlstorbahnhof (TiKK) und das Karlstorkino auch in dem Gebäude der ehemaligen Kutschenhalle eigene Säle haben. Der Konzertsaal des neuen Karlstorbahnhofs wird doppelt so groß sein. Zwischen 800 und 900 Menschen werden dort Platz Platz finden. „Das ist toll. Das ist eine Kapazität, die Heidelberg im Kulturbereich dringend braucht“, freut sich Geschäftsführerin Cora Malik. Hinter einer großen Fensterfront im ersten Stock mit Blick auf den Marlene-Dietrich-Platz, die Campbell Barracks und den Stadtwald wird auch der KlubK in der Südstadt wieder belebt. „Unsere Pläne sehen vor, den Platz vor dem Karlstorbahnhof ab und an auch zu bespielen ‒ natürlich nur behutsam und im Rahmen der Möglichkeiten“, verrät Malik.


Geschäftsführerin Cora Malik im neuen Karlstorbahnhof in den Campbell Barracks in der Heidelberger Südstadt.
Geschäftsführerin Cora Malik im neuen Karlstorbahnhof. © Florian Römer/HEIDELBERG24

Heidelberg: Pünktliche Eröffnung des neuen Karlstorbahnhof in Gefahr?

Ein großes Eröffnungsprogramm habe ihr Kulturhaus für Oktober geplant, so Malik bei einem von CDU, Heidelberger und FDP organisierten Vor-Ort-Termin am Freitag (18. Februar). Unter der Woche kamen allerdings Zweifel auf, ob die Umzugspläne zeitlich eingehalten werden können. Denn: Obwohl die Arbeiten am Gebäude noch nicht abgeschlossen sind, wird die Internationale Bauausstellung Heidelberg (IBA) Teile des neuen Karlstorbahnhof zwischennutzen. Ab dem 30. April wird dort die Endpräsentation der IBA zu sehen sein.

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Bis dahin wird der Bau aber noch nicht fertig gestellt sein, so viel ist jetzt schon klar. Und wenn die IBA den Konzertsaal und das Foyer des neuen Karlstorbahnhofs bis 10. Juli für die Abschlusspräsentation belegt, könnte das die Arbeiten verzögern, so die Befürchtungen. Schlimmstenfalls wäre der pünktliche Start des Kulturhauses im Herbst in Gefahr. Aktuell sei man aber „in der Zeitschiene“, bekräftigt Sebastian Streckel von der städtischen Gesellschaft für Grund- und Hausbesitz (GGH). Die GGH ist die Bauherrin des Projekts, das ursprünglich 9 Millionen Euro kosten sollte. Mittlerweile liegen die Kosten für den neuen Karlstorbahnhof über 20 Millionen Euro.

Neuer Karlstorbahnhof: IBA-Abschlusspräsentation ab Ende April

Zumindest den Konzertsaal und das Foyer des neuen Karlstorbahnhofs will man bis Ende April fertig haben. Dann sollen im Foyer die großen Bauprojekte in der Stadt an einem großen Modell präsentiert werden, erklärt Erster Bürgermeister Jürgen Odszuck (CDU): „Wir errichten extra eine Empore, damit man von oben auf das Modell schauen kann.“ Über dem Modell soll zudem ein Mobile die wichtigsten Themen der IBA sichtbar machen. Im großen Bühnenraum nebenan wird ein 3D-Film zur IBA gezeigt, der eigens auf die Geometrie des Raums abgestimmt wurde, so Odszuck.

Bei der IBA-Abschlussausstellung im Foyer neuen Karlstorbahnhof in den Campbell Barracks in der Heidelberger Südstadt soll ein großes Modell präsentiert werden.
Bei der IBA-Abschlussausstellung im Foyer wird ein großes Modell präsentiert. © Florian Römer/HEIDELBERG24

Vorträge und Partys werde man in Gebäuden in der Nachbarschaft durchführen. Eine Verschiebung oder gar Absage der IBA-Abschlusspräsentation sei „nicht drin“, betont der Baubürgermeister. „Die Bauarbeiten“ an den übrigen Räumen des Gebäudes ‒ Backstagebereich, Büros, Theater- und Kinosaal sowie KlubK ‒ „können auch während der Präsentation weiter gehen“, zeigt sich Karoline Becker von der IBA optimistisch. Man prüfe, die Ausstellung 14 Tage früher zu beenden. Dann blieben noch drei Monate für die ausstehenden Arbeiten, meint Becker. In der Einregulierungsphase müssen Brandmelder eingebaut und getestet, sowie Lüftungssysteme, Wasser- und Stromflüsse kalibriert werden, erläutert Sebastian Streckel. Darauf folgen Bauabnahme und Einweisung des Betreibers.

Umzug in Campbell Barracks: Karlstorbahnhof braucht „Planungssicherheit“

Ob das für die Umzugspläne des Karlstorbahnhofs reicht? „Wir sind für die Kooperation mit der IBA“, stellt Cora Malik klar. „Aber wir müssen auch im Blick behalten, dass wir im Herbst rechtzeitig öffnen können. Für Oktober haben wir eine Vielzahl an Programmpunkten im neuen Karlstorbahnhof geplant, internationale Künstler gebucht. Da brauchen wir Planungssicherheit. Wir können nicht umziehen und parallel spielen.

Erster Bürgermeister Jürgen Odszuck (l.) und Geschäftsführerin Cora Malik (r.) vor dem neuen Karlstorbahnhof in den Campbell Barracks in der Heidelberger Südstadt.
Bürgermeister Jürgen Odszuck (l.) und Geschäftsführerin Cora Malik (r.) vor dem neuen Karlstorbahnhof in den Campbell Barracks. © Florian Römer/HEIDELBERG24

Bei der GGH will man jetzt noch mal die Bauzeitenpläne berechnen. Gleichzeitig werden mögliche Beschleunigungsvorgänge untersucht. Die Ergebnisse wollen alle Beteiligten kommende Woche mit Oberbürgermeister Eckart Würzner besprechen. Ende der Woche könnte dann ein Eröffnungstermin stehen. „Wir suchen gemeinsam eine passende Lösung für alle“, so Odszuck. (rmx)

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