Beispielzimmer auf Uniplatz

Günstiges Wohnen in Heidelberg: Dieses Projekt soll den Studenten-Traum erfüllen

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Zimmer für Studenten und Azubis für 300 Euro auf Uni-Platz

Heidelberg-Altstadt - Bezahlbarer Wohnraum für Studenten in Heidelberg ist eine Utopie? Vielleicht bald nicht mehr – zumindest wenn es nach dieser Truppe geht:

Wenn Du in Heidelberg leben willst, musst Du tief in die Tasche greifen? Denkste! Denn eine ehrenamtliche Projektgruppe aus Studenten will günstigen Wohnraum für Doktoranden, Studis und Auszubildende schaffen. Bereits seit fünf Jahren kämpft die rund 25-köpfige Truppe für ein Wohnungsmodell, für das sie bereits viel Unterstützung von der Stadt erhalten. 

Es geht nicht um Profit

Die Gruppe plant auf einer freien Konversionsfläche in Rohrbach das ‚Collegium Academicum‘ zu errichten. Dort sollen rund 175 Personen einziehen dürfen, in einem Nachbargebäude weitere 56. Das Besondere: Bei dem gesamten Projekt geht es um Nachhaltigkeit, Gemeinwohl und Ökologie. Denn die Wohnungen sollen selbstverwaltet werden und dabei soll es nicht um Profit gehen. Die Projektgruppe will mit ihrem Wohnungsmodell einen Ort schaffen, „an dem Leute zusammen kommen“, meint Jost Burhob, Mitglied der Gruppe.

300 Euro warm

Während Du normalerweise in Heidelberg um eine Wohnung kämpfen musst und die Mietpreise gefühlt bis ins Unendliche schießen, soll eine Wohnung im ‚Collegium Academicum‘ maximal 300 Euro warm kosten – mit sinkender Tendenz.

Denn wie uns Jost Burhub verrät, wird das Wohnheim nach 30 Jahren abbezahlt sein. Danach sollen die Mieten noch weiter gesenkt und ein Teil der Einnahmen für weitere gemeinnützige Zwecke genutzt werden.

Übrigens: Die Kosten für das Gebäude liegen bei rund 15 Millionen Euro. 1,8 Millionen Euro werden noch vor Baubeginn durch private Kredite benötigt, von denen haben die Initiatoren bereits 800.000 Euro von verschiedenen Geldgebern gesammelt.

Probewohnen am Uni-Platz

Wie so eine neue Wohnung aussehen wird, stellt uns Burhob am Mittwoch (16. Mai) vor. Das komplett aus Holz gebaute Zimmer kann nach eigenen Wünschen möbliert werden. 

Fotos vom Zimmer für Studis und Azubis auf dem Uni-Platz

Der Clou dabei: Die komplette Wohnung besteht aus privaten- und gemeinschaftlichen Bereichen. Mehrere Zimmer gehören also zu einer Wohneinheit, in der Küche und Bad zusammen genutzt werden. Möchte ein Student seiner WG etwas Gutes tun, kann er sein eigenes Zimmer (14 Quadratmeter) um etwa die Hälfte verkleinern und gleichzeitig damit den gemeinschaftlichen Bereich vergrößern. Dies gelingt durch nicht tragende Wände, die sich herausnehmen lassen. Man soll sich dabei auch die Frage stellen, „wie viel brauche ich wirklich für mich“, so Burhob. 

Studis haben Bock auf den Wohnraum

Burhob, der selbst in Heidelberg studiert, bestätigt, dass es bislang nur positives Feedback gibt. „Alle Leute finden es richtig gut“, so der Student. 

Noch bis Freitag (18. Mai) kannst Du das Zimmer am Uni-Platz selbst bestaunen. Danach wird die Gruppe es immer wieder an verschiedenen Orten – zum Beispiel an der Zentralmensa im Neuenheimer Feld – aufbauen.

Wenn der aktuelle Zeitplan eingehalten werden kann, soll das gesamte Wohnheim bereits Ende 2019 fertiggestellt werden.

jol

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