Zunächst nur am Hauptbahnhof

Videoüberwachung in Heidelberg: Start der Installation im Sommer 2020

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Videoüberwachung bald auch am Bismarckplatz und am Hauptbahnhof.

Heidelberg - Am Bismarckplatz und auf dem Willy-Brandt-Platz am Hauptbahnhof sollen künftig Videokameras für zusätzliche Sicherheit sorgen. Das hat der Gemeinderat entschieden.

  • Gemeinderat beschließt Videoüberwachung am Bismarckplatz und am Hauptbahnhof in Heidelberg
  • Installation der Kameras kostet rund 350.000 Euro.
  • Insgesamt werden 34 Überwachungskamera installiert.
  • Update vom 17. Dezember: Mitte Februar hat der Gemeinderat Heidelberg mit großer Mehrheit (31:10 Stimmen, 5 Enthaltungen) die Installation von Videokameras am Bismarckplatz und dem Willy-Brandt-Platz am Hauptbahnhof beschlossen. Insgesamt werden jeweils 17 Kameras an den „Kriminalitätsbrennpunkten“ angebracht, um die stark frequentierten Orte sicher zu machen. Die Installation kostet 354.000 Euro – für die Wartung, Lizenz und Datenübertragung sind jährlich etwa weitere 75.000 Euro von Nöten. Bislang stand noch nicht fest, wann mit der Anbindung der Kameras begonnen werden soll, doch wie die RNZ berichtet, ist die Installation der Kameras am Willy-Brandt-Platz am Hauptbahnhof für Sommer 2020 avisiert. Wann die Umsetzung für den Bismarckplatz in angriff genommen werden soll, steht laut Bericht noch nicht fest.

    34 Kameras! Videoüberwachung bald auch in Heidelberg

    Jeweils 17 Kameras werden künftig den Bismarckplatz und den Willy-Brandt-Platz am Hauptbahnhof überwachen. Das beschließt der Gemeinderat am Donnerstag (14. Februar) mit 31:10 Stimmen bei 5 Enthaltungen.

    Für Installation der Kameras rechnet die Stadtverwaltung mit Fixkosten von 354.000 Euro. Bereits im Frühsommer 2017 hatte der Gemeinderat entschieden, Finanzmittel für eine Videoüberwachung bereit zu stellen. Allerdings waren die avisierten Kosten damals um ein Drittel niedriger.

    Wartung, Lizenz und Datenübertragung ins Polizeipräsidium Mannheim würden zusätzlich mit rund 75.000 Euro jährlich zu Buche schlagen.

    Kameras überwachen „Kriminalitätsbrennpunkte“ 

    Damit sollen die „Kriminalitätsbrennpunkte“ Bismarckplatz und Willy-Brandt-Platz sicherer werden. Insgesamt 34 Kameras sollen Aufnahmen von den beiden prominenten Plätzen in Echtzeit ins Lagezentrum der Polizei nach Mannheim übertragen. 

    Dort werten derzeit noch Polizeibeamte die Bilder am Monitor aus, sollen aber künftig durch eine intelligente Software unterstützt werden. Im Idealfall könne der Beamte am Monitor Polizisten vor Ort alarmieren, so die These. Die Software soll Bewegungsmuster wie Schlagen, Treten, Fallen oder Rudelbildung erkennen.

    >>> In Mannheim sind seit Dezember 2018 am Paradeplatz und auf dem Bahnhofsvorplatz 12 Kameras im Einsatz

    Pro und Contra Videoüberwachung in Heidelberg

    Sahra Mirow (Linke) bezweifelt die Effektivität der Maßnahme: „Kameraüberwachung verhindert keine Straftaten, sondern verlagert sie.“ Das sei in Studien belegt worden. Zudem seien die Hauptdelikte an den genannten Brennpunkten Drogenkriminalität oder Taschendiebstahl. Das könne von der Software nicht erfasst werden.

    Für Arnulf Weiler-Lorentz (Bunte Linke) sollten die Kameras eher in der Unteren Straße installiert werden: „Wenn man die Zahl der Delikte auf die Fläche hochrechnet, wären Untere Straße und Hauptstraße die Hotspots, noch vor Bismarckplatz und Bahnhofsvorplatz.“ 

    Auch Christoph Rothfuß (Grüne) bezweifelt, ob die „Orte tatsächlich Kriminalitätsbrennpunkte sind.“ Ähnliche Fallzahlen bekomme man auch in der Altstadt. Die Deliktanalyse zeige, dass es am Hauptbahnhof vornehmlich um Fahrraddiebstähle und Drogenhandel gehe. „Das rechtfertigt nicht in den Eingriff in die Privatsphäre.“  

    Jan Gradel (CDU) stellt klar, dass es bei dem Thema „um die Sicherheit der Bürger“ gehe, die jeden Tag am Hauptbahnhof oder auf dem Bismarckplatz umsteigen müssten und keine Chance hätten, „sich zu verlagern“. Alexander Föhr (CDU) sagt, man solle die Delikte nicht gegeneinander aufwiegen: „Vielleicht sind es ja gerade Straftaten wie Taschendiebstahl, die auf das Unsicherheitsgefühl der Bürger einzahlen.“ 

    Die Liberalen seien nicht bereit, „sich von vorne bis hinten überwachen zu lassen“, betont Michael Eckert (FDP) die bürgerlichen Freiheitsrechte. Aber: In diesem Falle gehe es auch um den „Schutz von alten, schwachen und ortsfremden Menschen. Unsere Bürgerrechte sind nichts mehr wert, wenn man auf den Plätzen bestohlen oder verletzt wird“, findet Eckert. 

    So funktioniert die Videoüberwachung

    Die angedachte Videoüberwachung fußt auf drei Stufen

    1. Videos werden für die Dauer von 72 Stunden aufgezeichnet und anschließend überschrieben.
    2. Ein Beamter wertet die Aufnahmen in Echtzeit aus und wird dabei von einer intelligenten Software unterstützt, die Bewegungsmuster wie Schlagen, Treten, Fallen oder Rudelbildung erkennt.
    3. Sollte der Beamte am Monitor eine relevante Situation erkennen, alarmiert er die Beamten in der Nähe. In der Regel liegt die „durchschnittliche Interventionszeit bei 2:40 Minuten“, sagt Klaus Pietsch, Polizeidirektor des Polizeipräsidiums Mannheim.

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