Auf dem Weg nach Paris

Nach Attacke auf ICE-Lokführer: Zieht die Bahn jetzt Konsequenzen?

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Heidelberger zerstört ICE-Scheibe mit Feuerlöscher

Weil ein ICE viel zu schnell fahre, rastet ein Heidelberger im Zug aus und zerstört eine Scheibe. Der geschockte Lokführer hält am nächsten Bahnhof an:

Update vom 18. März: Der Angriff eines Betrunkenen aus Heidelberg auf einen Lokführer ist aus Sicht der Bahn „bisher einmalig“. Dennoch will der Konzern die Sicherheitsmaßnahmen „an aktuelle Anforderungen anpassen“, wie eine Bahn-Sprecherin am Montag der Deutschen Presse-Agentur sagte. 

Ein betrunkener Fahrgast hatte am Sonntag in einem ICE von Frankfurt nach Paris den Lokführer mit einem Feuerlöscher attackiert und einen Stopp in Mörfelden-Walldorf erzwungen. Der 30 Jahre Mann hatte laut Bundespolizei 1,73 Promille Alkohol im Blut. Augenzeugen berichteten, er habe ohne Vorwarnung einen Feuerlöscher von der Wand gerissen, sei zur Tür des Lokführers gegangen, habe mit dem Feuerlöscher die Glasscheibe eingeschlagen und verlangt, das Tempo zu drosseln - der Zug fahre viel zu schnell. 

„Der Vorfall vom Wochenende ist bisher einmalig - so etwas haben wir noch nie erlebt“, sagte die Bahn-Sprecherin. Die Türen zu Führerständen seien grundsätzlich verschlossen und ohne spezielle Schlüssel nur von Innen zu öffnen. „Scheiben in Fenstern und Türen von Eisenbahnfahrzeugen sind aus Spezialglas und erfüllen gesetzlich vorgeschriebene hohe und eisenbahnspezifische Sicherheitsanforderungen.“

Die Sicherheitsmaßnahmen der Bahn würden „kontinuierlich weiterentwickelt und stets an aktuelle Anforderungen angepasst“. Der Mann wurde nach dem Vorfall vorübergehend festgenommen, war laut Bundespolizei am Montag aber wieder auf freiem Fuß. Gegen ihn laufen Ermittlungen wegen gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr, Sachbeschädigung und Nötigung.

Auch in Kaiserslautern wird gegen einen Mann ermittelt: Er hat in einer S-Bahn eine Zugführerin aufs Schlimmste beleidigt und dann auch noch sexuell belästigt.

Die Erstmeldung: Mit Feuerlöscher! Betrunkener Mann aus Heidelberg attackiert Lokführer und erzwingt ICE-Stopp

Ein 30-jähriger Heidelberger soll nach Auskunft von Reisenden am Sonntagmorgen (17. März) ohne jegliche Vorwarnung einen Feuerlöscher von der Wand gerissen und Richtung Lokführer gestürmt sein. Im Führerhaus habe der die Glasscheibe des ICE mit dem Feuerlöscher eingeschlagen und vom Lokführer verlangt, das Tempo zu drosseln. Der betrunkene Mann meint, dass der ICE viel zu schnell fahre und er die vielen Reisenden retten müsse. 

Mann zerstört mit Feuerlöscher ICE: Lokführer macht Nothalt

Nach der Attacke, bremst um 7:30 Uhr der Zugführer laut Bundespolizei den ICE und hält im Bahnhof von Mörfelden-Walldorf. In der Zwischenzeit haben Reisende mit dem Handy die Bundespolizei in Frankfurt alarmiert.

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Im ICE bei Walldorf-Mörfelden: Mann greift Lokführer an

Die Bundespolizei leitete gegen den 30-jährigen Heidelberger Ermittlungen wegen gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr, Sachbeschädigung und Nötigung ein. Ein Alkoholtest ergibt einen Wert von 1,73 Promille. Der unter Schock stehende Lokführer muss seinen Dienst abbrechen.

Attacke auf ICE-Lokführer: Reisende kommen 4 Stunden später ans Ziel

Verletzte gibt es zum Glück nicht. Infolge des Vorfalls kommt es bei 18 Zügen zu Verspätungen. 

Die 220 Fahrgäste des ICE müssen die rund 15 Kilometer zum Hauptbahnhof Frankfurt zurückkehren und ihre Reise mit anderen Zügen fortsetzen. Außerdem muss ein Ersatzlokführer einspringen.

Wie uns ein Sprecher der Deutschen Bahn auf Nachfrage erklärt, hätten die Reisenden des ICE um 10:38 Uhr in Paris seien sollen. Durch die Attacke im ICE seien die Insassen erst um 14:37 Uhr an ihr Ziel abgekommen.

dpa/jol

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