Im Turm der Heiliggeistkirche

Wanderfalken in Heidelberg: So flauschig! Erste Küken sind geschlüpft

Die beiden frisch geschlüpften Wanderfalken-Küken im Turm der Heiliggeistkirche.
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Die beiden frisch geschlüpften Wanderfalken-Küken im Turm der Heiliggeistkirche.

Heidelberg: Es gibt Nachwuchs im Turm der Heiliggeistkirche! Zwei Wanderfalken-Küken sind geschlüpft – und die ersten Aufnahmen sind extrem niedlich:

Seit mehr als zwei Jahrzehnten brüten mitten in Heidelberg wieder Wanderfalken. Vor den Augen hunderter Zuschauer – und dennoch völlig ungestört – zieht das aktuelle Falken-Paar Palatina und Zephyr auch in diesem Jahr wieder seinen niedlichen Nachwuchs auf. Denn von Ende Februar bis Ende Mai kann man die Heidelberger Wanderfalken im Turm der Heiliggeistkirche live über mehrere Webcams bei Brüten, Schlüpfen und Aufwachsen beobachten. In der Nacht zum Donnerstag war es endlich wieder so weit: Um kurz nach Mitternacht hatte sich das erste Küken aus seinem schützenden Ei befreit – und kurze Zeit später schlüpfte auch sein Geschwisterchen.

Wanderfalken in Heidelberg: Süßer Küken-Nachwuchs in Heiliggeistkirche

Hans-Martin Gäng von der AG Wanderfalkenschutz im NABU Baden-Württemberg führt seit Jahren Tagebuch über die Geschehnisse im Turm der Heiliggeistkirche. Ihm ist es auch zu verdanken, dass die Wanderfalken nach 50-jähriger Abwesenheit nach Heidelberg zurückkehrten. Vor 21 Jahren richtete der Naturschutzwart und ehemalige Rektor der Geschwister-Scholl-Schule mit seinen Schülern einen Nistkasten im Kirchturm ein – und schon im Frühjahr 2000 schlüpften dort die ersten Wanderfalken-Küken.

Nachdem die Falken-Fans dem Wanderfalken-Vater über Wochen beim Nisten und Brüten zugeschaut haben, beginnt nun die spannendste Zeit der Saison: Sobald das erste Küken geschlüpft ist, muss Zephyr seinem Nachwuchs eine Mahlzeit nach der anderen liefern, während Palatina ihre Küken bei Laune und vor allem warm hält. Das bewältigen die frischgebackenen Eltern offenbar mit Erfolg: Schon wenige Stunden nachdem das erste Küken geschlüpft ist, ist es deutlich gewachsen, sodass es schon gar nicht mehr in sein Ei zurück passen würde.

Noch ist das Wanderfalken-Gespann nicht vollständig. Denn zum sechsten Mal in Folge legte Palatina in ihrem Nistkasten stolze vier Eier, wie Hans-Martin Gäng in seinem Online-Tagebuch berichtete. Zwei Küken müssen sich also noch ihren Weg aus der Eierschale hinaus in die Welt bahnen.

Wanderfalken in Heidelberg: Wie geht es bei den Küken jetzt weiter?

Wenn die Wanderfalken-Küken etwa drei Wochen alt sind, werden sie beringt und erhalten ihre Namen. Dazu öffnet ein Tierarzt eine seitliche Öffnung zum Nistkasten im Kirchturm und holt die Jungvögel vorsichtig heraus. Eine nicht ganz ungefährliche Gelegenheit – die in den letzten Jahren jedoch zum Glück ohne große Blessuren ablief. Frisch beringt und getauft dürfen die kleinen Wanderfalken dann auch schnell wieder in ihr Nest zurückehren. Bis die jungen Wanderfalken schließlich flügge werden und ihren Nistkasten endgültig verlassen, dauert es meist bis Ende Mai bzw. Anfang Juni. Noch ist also Zeit genug, den Alltag der Wanderfalken-Eltern und ihrem flauschigen Nachwuchs, hoch oben auf ihrem Kirchturm, mitzuverfolgen. (kab)

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