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Wohnraummangel in Heidelberg: Bis 2035 sollen 10.000 neue Wohnungen her

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Von: Florian Römer

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Heidelberg - Wohnraum in der Universitätsstadt ist ein rares Gut. Damit sich die Lage auf dem hart umkämpften Immobilienmarkt entspannt, sollen bis 2035 tausende neue Wohnungen entstehen.

Der Immobilienmarkt in Heidelberg zählt zu den härtesten bundesweit. Mietpreise sind in den vergangenen Jahren deutlich nach oben geschossen. Allein die Kaltmiete erhöhte sich im Vergleich zum Vorjahr um bis zu 19 Prozent. Genauso drastisch entwickelt sich der Immobilienmarkt. Auch hier sind die Kaufpreise in der Universitätsstadt regelrecht explodiert.

StadtHeidelberg (Baden-Württemberg)
Einwohnerzahl158.741 (Stand: 31. Dezember 2020)
Fläche108,8 km²
OberbürgermeisterProf. Dr. Eckart Würzner (parteilos)

Neues Baulandprogramm in Heidelberg: 10.000 neue Wohnungen bis 2035

Bis 2035 sollen in Heidelberg rund 10.000 neue Wohnungen entstehen. Darunter werden auch zahlreiche im „preisgedämpften und geförderten“ Bereich liegen. Pro Jahr sollen im Schnitt 700 bis 800 Wohnungen entstehen. Das geht aus dem neuen Baulandprogramm Wohnen 2022-2035 hervor. In seiner jüngsten Sitzung hat der Gemeinderat die Neuauflage des Programms aus dem Jahr 2017 fortgeschrieben.

Blick vom Philosophenweg auf den Neckar, die Altstadt und das Schloss in Heidelberg.
Blick auf die Altstadt und das Schloss in Heidelberg. © Florian Römer/HEIDELBERG24

Heidelberg: Was ist das Baulandprogramm Wohnen? 

Das Baulandprogramm Wohnen ist ein Instrument, das Gemeinderat und Verwaltung nutzen, um den Neubau von Wohnungen in Heidelberg zu steuern und auszuwerten. Es unterstützt die Umsetzung der wohnungspolitischen Ziele. 

Das Baulandprogramm besteht aus zwei Teilen: Im verbindlichen Teil des Baulandprogramms wird die kurzfristige Baulandentwicklung von 2022 bis 2026 detailliert vorgestellt. Im strategischen Teil des Programms wird die längerfristige Entwicklung von 2027 bis 2035 gezeigt. Nähere Infos zum Baulandprogramm unter: www.heidelberg.de/wohnen > Strategie zu finden. 

Wie viel Wohnraum wird in Heidelberg geschaffen? 

Nach der Wohnraumbedarfsanalyse werden zwischen 2022 und 2035 rund 10.800 neue Wohnungen benötigt. Mit der Flächenkulisse des Baulandprogramms können rund 10.000 Wohnungen realisiert werden. Der Wohnraumbedarf kann somit fast gedeckt werden. Wenn die Flächen in der Südstadt, Rohrbach-Hospital und in der Bahnstadt wie geplant von den Bauherren realisiert werden, entstehen bis 2026 knapp 4.000 Wohnungen

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Parallel dazu müssen bis ins Jahr 2026 die Planungs- und Genehmigungsprozesse für die Projekte ab 2025 vorangetrieben werden. Das gilt vor allem für das Patrick-Henry-Village (PHV) und die Bahnstadt, das Stadtwerke- und Heidelberger-Druck-Gelände sowie das Projekt „Wohnen am hip“. Zwischen 2027 und 2035 ermöglicht die vorhandene Flächenkulisse den Neubau von rund 6.000 Wohnungen. 

Heidelberg: Wo soll der neue Wohnraum entstehen? 

Räumlich konzentriert sich der Wohnungsneubau bis 2035 vor allem auf den Heidelberger Süden. Schwerpunkte sind die Stadtteile Bergheim, Bahnstadt, Südstadt und Rohrbach. Zusätzlich liegt der Fokus auf dem Patrick-Henry-Village (PHV), wo künftig 10.000 Menschen leben und 5.000 Menschen arbeiten sollen.

Insgesamt befinden sich in Heidelberg zwölf Standorte in Entwicklung. Zum Ende des Planungszeitraums im Jahr 2035 wird es nur noch wenige Standorte zur Entwicklung geben. Es sind dann hauptsächlich die beiden Großprojekte PHV und Kirchheimer Weg, auf deren Flächen neue Wohnungen entstehen können. Übrigens: Wer glaubt, dass in Heidelberg viele Wohnungen für Ferienunterkünfte genutzt werden, liegt falsch. Das zeigen aktuelle Zahlen.

Blick aus KlubK neuen Karlstorbahnhof in den Campbell Barracks in der Heidelberger Südstadt.
Auch in der Heidelberger Südstadt entstehen neue Wohnungen. © Florian Römer/HEIDELBERG24

Wann und wo gibt es zeitnah die nächsten Wohnungen in Heidelberg? 

Die Bahnstadt bleibt 2022 bis 2026 ein wichtiges Gebiet für den Wohnungsneubau. Dort sind 830 weitere Wohnungen geplant. In Heidelbergs jüngstem Stadtteil sind bis 2021 fast 3.200 Wohnungen entstanden. 

Auf den Konversionsflächen Südstadt und Hospital sollen bis 2026 rund 1.440 Wohnungen auf den Markt kommen. Mit dem Beginn der Entwicklung auf Patrick-Henry-Village (PHV) werden auch dort rund 490 Wohnungen zur Verfügung stehen. Auf den Konversionsflächen werden zahlreiche preisgedämpfte und geförderte Wohnungen zur Verfügung stehen. 

Welche Art von Wohnraum soll entstehen? 

Vielfalt wird beim Entstehen von neuem Wohnraum großgeschrieben. Es geht darum, Angebote für Menschen in allen Lebenslagen zu schaffen. Das ist ein Ziel des 10-Punkte-Programms Wohnen. Dazu gehören unter anderem junge Erwachsene, Paare, Familien, Senioren sowie Menschen mit Handicap. Dabei sollen immer mehrere Flächen mit unterschiedlichen Qualitäten gleichzeitig in der Entwicklung sein. (pm/rmx)

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