Kein normaler Beamtenjob

Bund sucht "High-Potentials": Cannabis-Experte im Staatsdienst

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Der etwas andere Beamtenjob: Cannabis-Experte im Staatsdienst.

Der Bund sucht Experten mit "praktischer Erfahrung in der Qualitätskontrolle oder Inspektion". Was hier inspiziert werden soll? Cannabis - im Auftrag des Staates.

"Be­schäf­tig­te/r im all­ge­mei­nen Ver­wal­tungs­dienst"? Gähn... Auf den ersten Blick wirkt die aktuelle Stellenausschreibung des Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte nicht sehr prickelnd.

Doch schon der Blick ins Tätigkeitsprofil macht hellhörig: Die "Mitarbeit an den Aufgaben in der Errichtungsphase der Cannabisagentur" wird da an erster Stelle genannt. Es folgt die "Organisation und Betreuung der administrativen Abläufe in der Cannabisagentur". Gesucht werden hierfür Experten mit "einschlägiger Berufserfahrung" - was auch immer das in diesem Fall heißen mag.

Cannabis-Experte mit praktischer Erfahrung gesucht

Doch es kommt noch besser: Für den höheren Dienst in der Cannabisagentur sucht der Bund Mediziner und Pharmazeuten. Diese sollen "praktische Erfahrung in der Qualitätskontrolle oder Inspektion" mitbringen. Was genau hier inspiziert werden soll, steht vorsichtshalber nicht im Stellenangebot. Doch wer die Nachrichtenlage verfolgt hat, weiß: Cannabis soll es für Schwerkranke künftig auf Rezept geben - ganz offiziell und von der Krankenkasse bezahlt. 

Nun steht der Staat vor einem Problem: Woher sollen die Pharmakonzerne den Grundstoff für cannabisbasierte Arzneien nehmen, wenn der Besitz von Cannabis doch verboten ist? Hier kommt die neue Cannabisagentur ins Spiel, die am 1. März ihre Arbeit aufnehmen soll. Die Behörde soll sich künftig als offizieller Dealer der Bundesrepublik betätigen: Sie kauft zu Marktpreisen Cannabis an, prüft die Qualität des Stoffs und gibt diesen an Pharmaunternehmen weiter. Und genau für diese Prüfung braucht der Bund nun eben versiertes Personal.

Wer nun meint, er könne in diesem Beruf Arbeit und Hobby optimal verknüpfen, sei jedoch gewarnt: Eine gute Auffassungsgabe, eine gewissenhafte und effiziente Arbeitsweise sowie sehr gutes schriftliches und mündliches Ausdrucksvermögen werden ebenfalls gefordert - wie bei vielen anderen Stellenangeboten auch. Gerade hierfür sind aktive Cannabis-Konsumenten in der Regel nicht berühmt.

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