Gehalt

Überraschend: In diesen Regionen verdienen Frauen mehr als Männer

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Obwohl Männer meist mehr verdienen, bringen in bestimmten Regionen Frauen das größere Gehalt nach Hause.

Die Gehalts-Unterschiede zwischen Männern und Frauen sind in Deutschland enorm hoch. Doch in bestimmten Regionen verdienen tatsächlich die Frauen mehr. 

Deutschland ist in vielen Bereichen Spitzenreiter - leider auch oft im negativen Sinne. Bei den Gehältern von Männern und Frauen klafft zum Beispiel eine gewaltige Lücke: In kaum einem anderen Land der EU werden sie so unterschiedlich bezahlt wie hierzulande.

Gender Pay Gap: Deutschland auf Platz 3 in der EU

Das belegt eine Untersuchung der EU-Kommission in Brüssel, in der Deutschland den traurigen dritten Platz von 28 EU-Ländern belegt: Frauen verdienen hier ganze 22 Prozent weniger als Männer. Im Vergleich: Der europäische Durchschnitt liegt bei rund 16 Prozent. 

Ostdeutsche Bundesländer punkten bei Frauengehältern

Doch es gibt auch eine gute Nachricht: Innerhalb Deutschlands gibt es einige Regionen, in denen trotz dieser enttäuschenden Zahlen die Frauen beim Gehalt die Nase vorn haben. Das hat nun die Berliner Morgenpost in einer großen Studie ermittelt. Dafür untersuchte das Blatt 401 Kreise und kreisfreie Städte.

Das Ergebnis: Vor allem die neuen Bundesländer können bei den Frauengehältern punkten. Alle 44 Kreise, in denen Frauen etwa das selbe verdienen wie Männer, liegen nämlich in Ostdeutschland. In 15 davon verdienen sogar die Frauen mehr als ihre männlichen Kollegen. Frankfurt an der Oder sowie Cottbus verzeichnen sogar eine "umgekehrte" Gehaltslücke von ganzen 17 Prozent. 

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Neue Bundesländer durch Arbeitskultur und Kinderbetreuung vorne

Generell fallen die Gehaltsunterschiede zwischen Männern und Frauen vor allem in den Regionen klein aus, in denen wenig verdient wird. Dass die Kreise auf dem Gebiet der ehemaligen DDR so weit vorne liegen, liege aber nicht nur an den niedrigen Löhnen, sondern auch an der dortigen Arbeitskultur.

"Es gab nicht diese klassische Rolle der Hausfrau und Mutter", erzählt Katharina Wrohlich vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) der Berliner Morgenpost. "Stattdessen war es selbstverständlich, dass Frauen neben der Familie auch Karriere machen konnten." Auch die Kinderbetreuuung sei dort immer noch wesentlich besser ausgebaut als im Westen. Das erleichtere es Müttern, Beruf und Kind unter einen Hut zu bekommen. 

Im "reichen" Süden Deutschlands zeichnet sich dagegen ein anderes Bild ab: Hier fällt die Gender Pay Gap, wie die Gehaltslücke zwischen den Geschlechtern auch heißt, besonders hoch aus. Allen voran der Kreis Dingolfing-Landau, in dem Frauen satte 38 Prozent weniger als ihre männlichen Kollegen verdienen.

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Gender Pay Gap in Deutschland: Keine Änderung in Sicht

Dass sich dies bald ändert, ist nicht abzusehen, meint Wrohlich: "Noch gibt es zu viele negative Anreize für klassische Zweitverdiener, also typischerweise Frauen. Auch wegen der Präsenzkultur in den Unternehmen und dem unzureichenden Angebot an Kitabetreuung haben Frauen noch immer das Nachsehen in der Karriereplanung." 

Was aber könnte helfen? Laut Wohlrich trägt nur eine Reform des Steuersystems und ein Umdenken in der Unternehmenskultur dazu bei, die Ungleichheit bei den Gehältern zu verringern.

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Von Andrea Stettner

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