1. Heidelberg24
  2. Ausbildung & Karriere

Wer mobbt, fliegt: Bei Mobbing oder Belästigung droht eine fristlose Kündigung

Erstellt:

Von: Jasmin Farah

Kommentare

Um fristlos gekündigt zu werden, muss sich ein Arbeitnehmer etwas Schwerwiegendes zu Schulden kommen lassen. Etwa, wenn man ein Benehmen am Arbeitsplatz an den Tag legt, das nicht hinnehmbar ist.

Wenn in einem Büro unterschiedliche Persönlichkeiten zusammentreffen, kann es schon mal krachen. Auseinandersetzungen oder Streitigkeiten sind da völlig normal. Doch ein negativ auffälliges Verhalten, das zudem auch andere Mitarbeiter betrifft, ist vielen Chefs ein Dorn im Auge. Damit schließlich das Team produktiv ist und bleibt, ist für Störenfriede selten Platz. Allerdings kann man nervige Angestellte nicht einfach so kündigen.

Bei Mobbing oder Belästigung droht die fristlose Kündigung

Ein Chef weist einem Angestellten die Tür.
Ein Arbeitgeber kann einem Mitarbeiter nur fristlos kündigen, wenn er zuvor eine Abmahnung ausgesprochen hat. © fizkes/Imago

Es müssen triftige Gründe bestehen, um etwa eine außerordentliche Kündigung auszusprechen. In diesem Fall ist auch die Kündigungsfrist, die in der Regel drei Monate gilt, nicht einzuhalten. Der Grund muss so schwerwiegend sein, sodass der Mitarbeiter nicht mehr zumutbar für den Betrieb ist und man deshalb die Kündigungsfrist nicht mehr abwarten kann. Deshalb wird die außerordentliche Kündigung auch fristlose Kündigung genannt. Diese droht unter anderem bei folgenden Verstößen:

Aber: Eine außerordentliche Kündigung darf nur als letztes Mittel vom Arbeitgeber ausgesprochen werden. Das heißt, er muss zuvor den zu kündigenden Arbeitnehmer abmahnen. Mit der Abmahnung stellt der Arbeitgeber den Sachverhalt klar und weist den Arbeitnehmer darauf hin, dass er bei Wiederholung mit einer Kündigung rechnen muss.

Nichts verpassen: Alles rund ums Thema Karriere finden Sie im regelmäßigen Karriere-Newsletter unseres Partners Merkur.de.

Sind es hingegen nur viele kleine Verstöße oder Dinge, die dem Chef missfallen, ist eine fristlose Kündigung nicht gerechtfertigt. Dazu zählen etwa, wenn der Arbeitgeber öfter zu spät zur Arbeit erscheint, seine Arbeit schlampig macht oder Arbeitsanweisungen missachtet. Dann ist ebenfalls erst eine Abmahnung fällig. Wird hingegen sofort gekündigt, ist die Kündigung unwirksam.

Es gibt allerdings Ausnahmen, zum Beispiel, wenn der Mitarbeiter seinen Chef wüst beschimpft und schwer beleidigt hat. Eine Kündigung lässt sich dann dadurch begründen, dass das Vertrauen zerstört ist. Die Kündigung muss schriftlich innerhalb einer Frist von zwei Wochen an den Arbeitnehmer zugestellt werden.

Arbeitgeber muss Interessen beider Seiten berücksichtigen

Zusammengefasst kann man sagen, dass ein triftiger Kündigungsgrund vorliegt, wenn der Verstoß nicht hinnehmbar ist. Hinzu kommt, dass der Arbeitgeber auch die Interessen der anderen Seite beachten muss, also auch entlastende Umstände in Betracht ziehen muss. Es werden zudem auch die Dauer der Betriebszugehörigkeit, bestehende Unterhaltspflichten und das bisherige Arbeitsverhältnis berücksichtigt. Je nachdem, wie die Bewertung ausfällt, ist eine Kündigung möglich und hat auch Bestand vor dem Arbeitsgericht.

Auch interessant

Kommentare