Weiterbildung hat viele Gesichter

5 Wege zu einer besseren Qualifizierung

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Ein Fernstudium stellt eine interessante Möglichkeit dar, seine beruflichen Qualifikation und damit die eigenen Karrierechancen zu verbessern. 

Die Verbesserung der beruflichen Qualifikation stellt heutzutage den Schlüssel zum Erhalt einer bestehenden Arbeitsstelle und den Motor für den geplanten Karriereweg dar.

Eine Weiterbildung bietet Berufstätigen hierbei die klassische Möglichkeit, ihre Kompetenzen zu erweitern – doch welche Wege stehen den Interessierten eigentlich offen? In diesem Artikel sollen 5 interessante Wege aufgezeigt werden, mit denen die Weiterbildung und bessere Qualifizierung gelingen kann. 



Fernstudium – eine sehr beliebte Option 

Ein Fernstudium bezeichnet im engeren Sinne den Erwerb eines akademischen Grades (Bachelor, Master oder Diplom) innerhalb der Teilnahme an einem Fernlernprogramm. Viele Fernuniversitäten bieten darüber hinaus Kurse an, die nicht mit einer staatlich geregelten Prüfung, sondern mit einem Zeugnis oder Zertifikat abgeschlossen werden. Für die Entscheidung für oder gegen ein Fernstudium sind vor allem die folgenden Aspekte bedenkenswert: 

– Vorliegende Qualifikationen erweitern: Die Immatrikulation an einer Fernuniversität eignet sich insbesondere für Personen, die auf der Basis ihres vorhandenen akademischen Grades einen Aufbaustudiengang, zum Beispiel einem entsprechenden Master-Studiengang, abschließen möchten. Sie sind bereits mit den Strukturen und Anforderungen des Faches vertraut und haben Praxiserfahrung in der geforderten Arbeitsweise. 

– Selbstständiges Zeitmanagement: Je nach den individuellen Bedürfnissen, kann dieser spezielle Aspekt eines Fernstudiums ein Vor- oder ein Nachteil sein. Menschen, die das Studium absolvieren, während sie beruflich stark eingebunden sind, profitieren davon, frei darüber entscheiden zu können, wann sie Lektionen bearbeiten und Aufgaben zur Korrektur einsenden. Auf diese Weise kann das Fernstudium mit einem unregelmäßigen Alltagsleben durchaus kompatibel sein. Andererseits bedarf es ohne festen Stundenplan und Präsenszeiten eines hohen Maßes an Selbstdisziplin und der Fähigkeit zum Zeitmanagement. 

– Image des Institutes: Der Stellenwert, den ein Abschluss bei einer der anerkannten Fernuniversitäten bei Personalverantwortlichen einnimmt, hat sich in den letzten Jahren durchaus zum Positiven gewandelt. Laut einer Umfrage im Jahre 2007 an 300 Unternehmen Deutschlands mit mindestens 150 Mitarbeitern bewerteten mindestens 80 Prozent der Arbeitgeber den Abschluss an einer Fernuni als mindestens gleichrangig gegenüber dem an einer Präsenzuniversität. Immerhin attestiert er den Absolventen per se eine hohe Motivation, Eigenverantwortlichkeit und Zielstrebigkeit. Trotzdem sollten Interessenten sich immer das Institut im Einzelfall anschauen, um von einem möglichst guten Ruf zu profitieren. 

Berufliche Weiterbildung 

Wer sich innerhalb seiner bisherigen Tätigkeit beruflich weiterbilden möchte oder eine Veränderung anstrebt, kann das Angebotsspektrum der Agentur für Arbeit zur Information und finanziellen Förderung nutzen: 

– Berufs- und Kursdatenbanken: Das Angebot BERUFENET der Agentur für Arbeit bietet eine umfassende Berufsdatenbank. Neben Kurzporträts der Tätigkeiten sind auch die Zugangsvoraussetzungen, die rechtlichen Rahmenregelungen sowie Inhalte, Aufbau und Kosten der jeweiligen Weiterbildung aufgeführt. Zusätzlich erhalten Interessierte Einblick in Perspektiven und Trends des jeweiligen Tätigkeitsfeldes. Wer sich für weiterbildende Studiengänge, Kurse und Seminare in einer speziellen Region interessiert, kann zusätzlich das Portal KURSNET nutzen. Nach Eingabe der individuellen Qualifikation und Motivation erhalten Weiterbildungsinteressierte zum Beruf passende Veranstaltungsangebote in ihrer Nähe. 

– Diverse Fördermöglichkeiten: Im Rahmen ihres Angebotsspektrums informiert die Angentur für Arbeit ausführlich über die Möglichkeit der finanziellen Förderunge von Weiterbildungsprogrammen durch sie selbst, die Förderprogramme der Bundesländer oder verschiedene Stiftungen. So erhalten Arbeitssuchende sogenanne Bildungsgutscheine und Geringqualifizierte haben Anspruch auf Zuschüsse zum Erwerb eines Berufsabschluss. Für Personen mit einer anerkannten beruflichen Ausbildung und nachweisbar guten Leistungen existieren Fördermöglichkeiten durch Meister-BAföG, Weiterbildungsstipendien und Aufstiegsstipendien. Egal ob selbstständig oder angestellt – sämtlichen Berufstätigen mit einem zu versteuernden Einkommen von unter 20.000 Euro (bei gemeinsam Veranlagten: 40.000 Euro) steht die Inanspruchnahme der sogenannten Bildungsprämie zu. Hier übernimmt der Bund 50 Prozent der Kosten einer beruflichen Weiterbildungsmaßnahme – maximal jedoch 500 Euro. 

Seminare und Lehrgänge – optimal auch für Selbstständige 

Im Gegensatz zu Fernstudiengängen und beruflichen Weiterbildungsprogrammen sind Seminare und Lehrgänge meist themenzentriert ausgerichtet. Hier werden in einem begrenzten zeitlichen Rahmen Expertenwissen und Fähigkeiten vermittelt, die sowohl Arbeitnehmern als auch Selbstständigen zur Qualifikationssteigerung dienen. 

1. Für Angestellte – Erhalt der Position durch Qualifikationserweiterung 

Sowohl im Gesundheitswesen, als auch im technischen Bereich, IT-Wesen oder Management bieten staatlich zertifizierte Institute zeitlich begrenzte Seminare und Lehrgänge an. In vielen Fällen ist eine 50-prozentige Förderung durch den Bildungsgutschein möglich; Arbeitgeber sind dagegen nur verpflichtet, für die Kosten einer durch das Unternehmen angeordneten Weiterbildung aufzukommen. Bindet sich der Arbeitnehmer im Gegenzug für eine gewisse Zeit an das jeweilige Unternehmen, sind viele Chefs darüber hinaus offen dafür, sich an freiwilligen Weiterbildungsmaßnahmen zu beteiligen. 

2. Für Selbstständige – Erwerb von zusätzlichem Expertenwissen 

Selbstständige sind stehen allein in der Verantwortung zu entscheiden, inwieweit der zusätzliche Erwerb von Expertenwissen ihrem Unternehmen förderlich sein kann. Unter gewissen Voraussetzungen erhalten auch sie für den Besuch von Seminaren und Lehrgängen eine Förderung durch den Bildungsgutschein. Übernehmen sie die Kosten hingegen selbst, sind sie bei der Wahl sinnvoller Seminare und Lehrgänge nicht an zertifizierte Anbieter gebunden, sondern können aus der Vielfalt des Angebotes schöpfen. Trotzdem sollten Interessenten die Qualität des gewählten Seminarangebotes im Vorhinein genau prüfen, um sicher davon profitieren zu können. Lehrgänge, die durch die Industrie- und Handelskammern oder den TÜV zertifiziert wurden, bieten hier eine sichere Alternative. Gerade Selbstständige verfügen schließlich meist über knapp bemessene zeitliche und finanzielle Ressourcen, so dass jede größere Investition in eine Weiterbildung für sie auch mit einem gewissen Risiko verbunden ist. 

Wissensplattformen im Internet

Wissensplattformen im Internet richten sich direkt an Auszubildende, Studierende und Praktizierende in zumeist technischen Arbeitsbereichen. Ein großer Vorteil ist hier die enge Kooperation mit der betreffenden Branche beziehungsweise einzelnen Unternehmen. Die Online-Plattformen ermöglichen daher die detaillierte Vermittlung von Fachwissen bezüglich spezifischer Produkte und Werkverfahren sowie Tutorials zu fachbezogener Software. Nicht nur Schüler und Auszubildende profitieren beim Zugang zur Wissensplattform von Webinaren und praktischen Tipps zum Wissenserwerb, auch Lehrer und Ausbilder erhalten Ideen zu Lehrprojekten und die Möglichkeit, Unterrichtsmaterialien herunterzuladen. 

Berufswechsel – die Perspektive ändern 

Vom Bäcker zum Lokführer oder vom Banker zum Arzt – die Vorstellung einer vollständigen beruflichen Veränderung macht den meisten Berufstätigen Angst; je älter sie werden, desto mehr fürchten sie eine Neuorientierung. Tatsächlich wagen es statistisch gesehen hierzulande nur 3,4 Prozent der Arbeitnehmer, die Branche zu wechseln – allerdings fassen über die Hälfte der Jobwechsler den Entschluss aus persönlichen Gründen, nicht, weil Veränderungen auf dem Arbeitsmarkt sie dazu nötigen. Statistiken aus Skandinavien geben Berufswechslern Recht: Sie bescheinigen ihnen durchschnittlich einen besseren Gesundheitszustand als Menschen, die ihr Leben lang in einer Tätigkeit verharren. Schließlich bieten ungeliebte Arbeitsplätze viele Faktoren, die die Psyche und schlussendlich den Körper belasten. Wer 

  • sich mit dem Unternehmen und seinen Werten nicht identifizieren kann
  • bei der Vergabe verantwortungsvoller Aufgaben regelmäßig übergangen wird
  • unter einem schlechten Arbeitsklima leidet
  • keine Perspektive zum Aufstieg und zum Verwirklichen persönlicher Interessen im Beruf sieht
  • latent davon erzählt, „eigentlich etwas anderes angestrebt zu haben“

sollte sich ernsthaft fragen, ob ein Wechsel nicht langfristig zu einem zufriedeneren Berufsalltag führen könnte. Sollte für den Traumberuf eine zweite Ausbildung, ein weiteres Studium oder das Anstreben einer Selbstständigkeit vonnöten sein, hat die Frage nach der Finanzierung des Vorhabens natürlich höchste Priorität. Ist dieses Detail allerdings geklärt, zeigen etliche Fallbeispiele von erfolgreichen Berufswechseln, wie man seine Karriere auch in fortgeschrittenem Alter noch radikal auf ein anderes Gleis bringen kann und damit eventuell eine der besten Entscheidungen seines Lebens trifft. 

Umschulung oder Weiterbildung? Jeder muss für sich die Lösung finden, die am besten zu ihm passt. 

Fazit 

Stillstand im Beruf war gestern – heutzutage erfordern die Ansprüche eines immer flexibler gestalteten Arbeitsmarktes, dass Berufstätige ihre Kompetenzen laufend erweitern. Lebenslanges Lernen ist damit heute bereit gelebte Realität. Diese Tatsache stellt nicht nur einen Leistungsanspruch an Arbeitnehmer und Selbstständige, sondern ermöglicht ihnen auch einen Blick über den eigenen Tellerrand. Eine Weiterbildung beinhaltet nicht selten neue Aspekte des eigenen Arbeitsfeldes, die bislang unbekannte persönliche Stärken zutage fördern und sie gibt zuweilen den Anstoß zu einer beruflichen Um- oder Neuorientierung. Wer hierbei seine Chancen geschickt nutzt und den richtigen Qualifizierungsweg wählt, kann seine gesamte Lebenssituation am Ende deutlich verbessern.

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