Schwere Zeiten

Dänisches Königshaus: Prinz Henrik leidet an Demenz

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In guten wie in schlechten Zeiten: Königin Margrethe II. und Prinz Henrik sind seit 50 Jahren verheiratet. Foto: Steen Brogaard

Der dänische Prinz Henrik hat im Sommer mit deutlichen Worten für Schlagzeilen gesorgt. Ungehörte Kritik an der Königin - die plötzlich aber einen ganz neuen Hintergrund bekommt.

Kopenhagen (dpa) - Der Mann der dänischen Königin Margrethe (77) nimmt für gewöhnlich kein Blatt vor den Mund. Doch was Prinz Henrik im Sommer über seine Frau sagte, ist selbst für ihn ungewöhnlich heftig.

"Sie macht aus mir einen Narren", polterte der 83-Jährige. Die Königin respektiere ihn nicht. Jetzt erscheinen die Skandalaussagen in ganz neuem Licht: Henrik leidet unter Demenz.

"Die Diagnose beinhaltet eine Schwächung der kognitiven Funktionen des Prinzen", erklärte das dänische Königshaus am Mittwoch. Die Erkrankung könne sein Verhalten und seine Reaktionen verändern, seine Urteilskraft und Gefühle beeinflussen - und so auch die Interaktion mit der Außenwelt.

Demenz, der Verlust der geistigen Leistungsfähigkeit, beeinträchtigt häufig nicht nur das Gedächtnis, sondern auch das zwischenmenschliche Verhalten. Meist sind Ältere über 85 Jahren betroffen - in Deutschland nach Zahlen der Alzheimer-Gesellschaft etwa 1,6 Millionen Menschen.

Die Königsfamilie bat erst einmal um Ruhe für den streitbaren Prinzen. Bis auf Weiteres werde er seine Aktivitäten einschränken. Henrik ist bereits seit 2016 offiziell im Ruhestand, hat aber noch Ehrenämter inne.

Margrethe und er sind seit 50 Jahren verheiratet. Lange hatte der in Frankreich geborene Prinz einen schweren Stand bei den Dänen: Er spreche auch nach Jahren immer noch ein merkwürdiges Dänisch und sei mit seiner Rolle als Prinzgemahl nie zufrieden, hieß es oft. Doch er verdiente sich auch den Respekt seiner neuen Landsleute.

Dass er mit seinem Prinzen-Titel nicht glücklich ist, hat Prinz Henrik nie verschwiegen. Als er im vergangenen Jahr in den Ruhestand ging, legte er auch den Titel "Prinzgemahl" ab. Im August teilte der Hof mit, Henrik wolle nach seinem Tod nicht neben seiner Frau in der Domkirche von Roskilde beigesetzt werden. Dort hatte Bildhauer Bjørn Nørgaard sogar bereits einen Sarkophag für die beiden gefertigt.

"Wenn sie will, dass wir zusammen begraben werden, muss sie mich zum Königinnengemahl machen. Fertig", sagte Henrik - fast trotzig - später der Zeitung "Se og Hør". Wie sehr ihn seine Krankheit zu diesem Zeitpunkt schon beeinflusste, ist unklar. Für ein loses Mundwerk war Prinz Henrik schon früher bekannt. Wegen der Krankheit würden die Begräbnis-Pläne nicht geändert, sagte der Sprecher der Königshauses im dänischen Fernsehen.

Der dänische Ministerpräsident Lars Løkke Rasmussen betonte nach der Diagnose: "Die vergangenen Monate waren für das Königshaus nicht leicht." Die Königin habe ihre Pflichten in der schweren Zeit vorbildlich erfüllt. "Dafür kann ich nur den allergrößten Respekt haben", sagte Rasmussen. Aus Respekt vor Prinz Henrik müsse die Familie jetzt auch mal privat sein dürfen. "Alle müssen das Recht habe, in Ruhe und Frieden älter zu werden - selbst, wenn sie der Königsfamilie angehören."

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