Im echten Leben

Das wurde aus „Willie Tanner“: Das traurige Schicksal des „Alf“-Familienvaters

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Die Schauspieler von „Willie Tanner“ (l.) und „Alf“ haben ein trauriges Schicksal hinter sich.

Der verrückte Alltag der Familie Tanner unterhielt eine ganze Generation. Doch war das wahre Leben der Serien-Stars von „Alf“ weit weniger spaßig...

Los Angeles - „Null Problemo!“ Die Serie um den frechen Außerirdischen Alf, die in den späten 1980er Jahren gedreht wurde, hatte in Deutschland Kultstatus. Der Plot war einfach wie genial: Gordon Shumway vom Planeten Melmac - meist Alf genannt - strandet auf der Erde und findet Unterschlupf bei den Tanners, einer amerikanischen Durchschnittsfamilie, die das haarige Etwas vor den Behörden versteckt. Auf dem blauen Planeten verbringt Alf nun die Zeit mit fernsehen, essen (am liebsten isst er Katzen) und Witze erzählen.

„Willie Tanner“-Darsteller Max Wright: „Nicht die einfachste Person zum Arbeiten“

So humorvoll wie vor der Kamera ging es allerdings hinter den Kulissen nicht zu. Der Bild-Zeitung erzählen die beiden weiblichen Hauptdarsteller der beliebten Serie (Mutter und Tochter Tanner) von den Hintergründen des Drehs: die Schauspielerinnen Anne Schedeen (69) und Andrea Elson (49). So hatten die beiden Kinder (Elson und der bei Drehbeginn Siebenjährige Benji Gregory) niemanden, der sich mit ihnen beschäftigte. 

Besonders schlimm sei es aber Max Wright, der den Familienvater Willie Tanner darstellte, ergangen, wie Schedeen über ihren TV-Ehemann erzählt. Er habe sich in der Rolle nicht wohlgefühlt. Mit einer Anekdote schildert Schedeen den schwierigen Umgang mit Wright: Als sie ihm in der ersten Drehwoche in einer Szene über die Wange gestreichelt habe, sei Wright aufgebracht zum Produzenten gegangen. Daraufhin musste dieser Schedeen ermahnen: „Das war toll. Aber Anne, du solltest ihn vielleicht nicht anfassen.“ So sagt sie heute über Wright: "Max ist einer der brillantesten Schauspieler, mit denen ich gearbeitet habe. Es gibt nur einen Max Wright. Aber ich glaube, er würde mir nicht widersprechen, wenn ich sage: Er war nicht die einfachste Person zum Arbeiten."

Alf: Max Wright mit der Rolle als Willie Tanner unzufrieden 

Doch lässt sich das wunderliche Verhalten des heute 74-Jährigen gut erklären. Wright kam vom Theater, empfand die Rolle in einer Unterhaltungssendung als Degradierung. „Er schämt sich“, berichtet Reiner Dettlinger, der deutsche Lebenspartner des bisexuellen Schauspielers derBild-Zeitung. Die Rolle bei „Alf“ war finanziell lukrativ, unterforderte ihn aber intellektuell. Nach dem Ende der Erfolgsserie 1990 versuchte sich Wright erneut in anspruchsvolleren Rollen, die aber floppten. Danach spielte er weiterhin in Serien mit, unter anderem in einer kleinen Nebenrolle bei Friends. Es folgten Schicksalsschläge wie der Krebstod seiner Ehefrau und seine eigene Krebsdiagnose. Von seiner Zeit bei „Alf“ will er heute nichts mehr wissen.

Alf-Darsteller Michu Meszaros (links) war mit Michael Jackson befreundet.

„Alf“-Star Meszaros lebte in Armut

Und was wurde aus der Hauptfigur der Serie, dem zottelige Außerirdischen Alf? Der kleinwüchsige Darsteller Michu Meszaros (84 Zentimeter) blieb zwar die gesamte Drehzeit über hinter einer Maske versteckt, doch war er unzweifelhaft der größte Star.

Er starb 2016 im Alter von 76 Jahren. Viel mehr weiß man nicht über sein Schicksal - außer, dass ihm die Rolle als beliebtester TV-Außerirdischer nicht reich gemacht hat. Auf der Spendenplattform Gofundme.com tauchte kurz vor seinem Tod ein Spendenaufruf auf, mit dem für ausstehende Arztrechnungen und Beerdigungskosten Meszaros’ Geld gesammelt wurden.

bah

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