Schauspielerin erklärt Genesis-Absage

Natalie Portman boykottiert Preisverleihung aus Protest gegen Netanjahu

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Natalie Portman.

Die US-israelische Schauspielerin Natalie Portman will nicht als Unterstützerin von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu wahrgenommen werden.

Jerusalem - Daher habe sie die Entgegennahme des hochdotierten Genesis-Preises in Israel verweigert, erläuterte der Hollywoodstar am Samstag im Internetdienst Instagram. Der Ministerpräsident hätte bei der nun abgesagten Zeremonie Ende Juni eine Ansprache halten sollen.

"Ich habe mich entschlossen, nicht teilzunehmen, weil es nicht so aussehen soll, dass ich Benjamin Netanjahu unterstütze", schrieb Portman. "Israel wurde vor genau 70 Jahren als ein Hafen für Flüchtlinge vor dem Holocaust geschaffen", erklärte Portman. "Aber die Misshandlung derjenigen, die unter den heutigen Gräueltaten leiden, stimmt einfach nicht mit meinen jüdischen Werten überein."

My decision not to attend the Genesis Prize ceremony has been mischaracterized by others. Let me speak for myself. I chose not to attend because I did not want to appear as endorsing Benjamin Netanyahu, who was to be giving a speech at the ceremony. By the same token, I am not part of the BDS movement and do not endorse it. Like many Israelis and Jews around the world, I can be critical of the leadership in Israel without wanting to boycott the entire nation. I treasure my Israeli friends and family, Israeli food, books, art, cinema, and dance. Israel was created exactly 70 years ago as a haven for refugees from the Holocaust. But the mistreatment of those suffering from today’s atrocities is simply not in line with my Jewish values. Because I care about Israel, I must stand up against violence, corruption, inequality, and abuse of power. Please do not take any words that do not come directly from me as my own. This experience has inspired me to support a number of charities in Israel. I will be announcing them soon, and I hope others will join me in supporting the great work they are doing.

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Weil ihr Israel wichtig sei, "muss ich gegen Gewalt, Korruption, Ungleichheit und Machtmissbrauch aufstehen", schrieb Portman. Gegen den israelischen Ministerpräsidenten laufen mehrere Korruptionsverfahren.

Gewalt in Israel reißt nicht ab

Der Genesis-Preis wird seit 2013 an Menschen verliehen, "die der nächsten Generation von Juden als Inspiration dienen". Das Preisgeld in Höhe von zwei Millionen Dollar (1,6 Millionen Euro) können die Preisträger einem guten Zweck ihrer Wahl zukommen lassen. Portman will das Preisgeld für Programme zur Gleichberechtigung von Frauen spenden.

Einen Tag zuvor hatte ein Sprecher Portmans der Stiftung, die den Genesis-Preis verleiht, gesagt: "Jüngste Ereignisse waren extrem betrüblich für sie und sie fühlt sich nicht wohl bei irgendeiner öffentlichen Veranstaltung in Israel." Um welche Ereignisse es sich dabei handelt, wurde nicht mitgeteilt.

In den vergangenen drei Wochen hatten gewaltsame Zusammenstöße zwischen Palästinensern und der israelischen Armee an der Grenze des Gazastreifens für Schlagzeilen gesorgt. Die Armee setzte dabei scharfe Munition ein. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums im Gazastreifen, in dem die radikalislamische Hamas herrscht, töteten israelische Sicherheitskräfte seit dem 30. März 38 Palästinenser und verletzten hunderte weitere.

Kulturministerin reagiert ungehalten

Die israelische Kulturministerin Miri Regev reagierte ungehalten auf Portmans Absage. Der Hollywood-Star sei "wie eine reife Frucht in die Hände" der Boykottbewegung gegen Israel gefallen, erklärte Regev am Freitag.

Portman wies dies bei Instagram zurück. "Ich bin nicht Teil der Bewegung und unterstütze sie nicht. Wie viele Israelis und Juden in aller Welt kann ich der Führung Israels kritisch gegenüberstehen, ohne gleich einen Boykott der ganzen Nation zu wollen."

Portman wurde in Jerusalem als Tochter eines Arztes und einer Künstlerin geboren. Die 36-jährige Schauspielerin ist bekennende Jüdin. 2010 wurde sie für ihre Hauptrolle in dem Ballett-Thriller "Black Swan" mit dem Oscar ausgezeichnet.

afp

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