Die Idee kam ihm im Rausch

Verona Pooths Ex-Bodyguard wegen Totschlags verurteilt

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Verona Pooths früherer Fahrer und Bodyguard auf der Anklagebank.

Düsseldorf - Er kokste, hatte Geldprobleme - und brachte dann seine Frau um. Nun hat ein Gericht den ehemaligen Bodyguard von Verona Pooth verurteilt.

„Ich habe mir das Wichtigste im Leben genommen“, sagt der Angeklagte in seinem letzten Wort vor Gericht. Der 39-jährige Personenschützer mit grauem Anzug, Brille und gestutztem Bart hat schon am ersten Prozesstag vor dem Düsseldorfer Landgericht die Tötung seiner Frau zugegeben. Wegen Totschlags wird der frühere Fahrer und Bodyguard von Entertainerin Verona Pooth am Donnerstag nun zu 13 Jahren Haft verurteilt.

Im Prozess gesteht der stämmige Mann, im August 2015 seine elf Jahre ältere Ehefrau in der gemeinsamen Wohnung in Düsseldorf nach einem Streit betäubt und dann mit Kabelbindern erdrosselt zu haben. Die Idee dazu sei ihm im Drogenrausch spontan gekommen. Was er dann mit der Leiche angestellt habe, wisse er nicht mehr. Er sei drogenabhängig und depressiv, erklärt der 39-Jährige. Die Einzelheiten der Bluttat dokumentiert die Rechtsmedizin: zehn Messerstiche in Bauch und Brust, acht Finger mit einer Rosenschere abgetrennt.

Die 28-jährige Tochter hatte ihre tote Mutter gefunden. „Im Badezimmer war der Duschvorhang zugezogen, aber da hing ein Arm raus“, sagte die Frau aus. Sie berichtete auch, dass ihre Mutter sich ständig mit ihrem angeklagten Stiefvater wegen dessen Kokainkonsum und seiner Geldprobleme gestritten hatte.

Entertainerin Verona Pooth hatte sich nach Bekanntwerden der Vorwürfe entsetzt und überrascht geäußert: Der Fahrer und Bodyguard sei stets freundlich und zuvorkommend gewesen.

War es Mord, war es Totschlag? Am letzten Prozesstag prallen die Sichtweisen noch einmal aufeinander: Staatsanwalt Martin Stücker wertet die Tat als heimtückischen Mord. Er habe keinen Zweifel an dem planvollen Vorgehen des Angeklagten, sagt der Staatsanwalt. Der Angeklagte habe sich im Internet über die Wirkung des Schlafmittels informiert, habe Kabelbinder im Baumarkt gekauft.

Die erste Strafkammer unter Vorsitz von Richter Rainer Drees geht trotz der grausamen Umstände nicht von einem kaltblütigen Mord, sondern von einer Tat im Affekt aus. Der Streit zwischen der Frau und dem angetrunkenen Mann sei nach und nach eskaliert. Der Angeklagte habe zur Tatzeit zwar unter Alkoholeinfluss gestanden, seine Steuerungsfähigkeit sei aber nicht erheblich eingeschränkt gewesen, betont der Richter. Daher sei eine Haftstrafe von 13 Jahren tat- und schuldangemessen.

dpa

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