Schreiende Ungerechtigkeit

Uwe Timm: Soli nach Afrika umleiten

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Der Autor Uwe Timm wirbt für mehr Gerechtigkeit. Foto: Rolf Vennenbernd

Der Schriftsteller schlägt vor, den Solidaritätszuschlag nicht für den hiesigen Straßenbau auszugeben, sondern den Armen in Afrika zu geben.

Frankfurt/Main (dpa) - Der Schriftsteller Uwe Timm (77) schlägt vor, den Solidaritätszuschlag nach Afrika umzuleiten.

"Das sind immerhin rund 14 Milliarden Euro. Statt zu überlegen, ob man damit Straßen in Nordrhein-Westfalen modernisiert, könnten Schulen, Gesundheitsaufklärung und Krankenhäuser in Afrika finanziert werden", sagte er der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung".

Die Menschen in Afrika flüchteten vor Elend und schreiender Ungerechtigkeit. Europa baue Wälle und Grenzzäune, "dabei geht es doch darum, die Probleme an den Wurzeln zu berühren", sagte Timm. Den Soli umzuleiten, sei naheliegend und schnell umsetzbar. Große Chancen dafür sieht er allerdings nicht: "Das will natürlich kaum einer."

Der Solidaritätszuschlag ist eine in den 90er Jahren eingeführte Ergänzungsabgabe zur Einkommenssteuer. Die Einnahmen sind nicht zweckgebunden und stehen dem Bund zu.

Von Uwe Timm ist zuletzt "Ikarien" erschienen, ein Roman über die Suche nach einem besseren Leben.

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