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Russland holt sich Kämpfer aus dem Ausland - Lage in Kiew immer problematischer: Klitschko reagiert

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Von: Astrid Theil, Franziska Schwarz

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Nahe der polnischen Grenze gab es in der Ukraine offenbar einen Luftschlag mit vielen Opfern. Die Hauptstadt Kiew gerät weiter unter Druck. Der News-Ticker.

Update vom 13. März, 14.03 Uhr: Putins Truppen versuchen Kiew auch von Osten zu blockieren, heißt es von ukrainischer Seite. Russische Einheiten hätten die Fernstraße E95 in Richtung der Vororte Browary und Boryspil überquert, teilte der Generalstab in Kiew heute mit. Kiew bereitet sich auf eine Blockade vor (siehe vorheriges Update).

Die russische Armee ziehe zudem Reserven ein, hieß es weiter. Söldner aus Bergkarabach, Serbien und Syrien sollen demnach auf russischer Seite kämpfen. Die ukrainische Führung hat wiederholt betont, die russische Armee habe erhebliche Nachschubprobleme und erleide hohe Verluste. Alle Angaben sind nicht unabhängig zu überprüfen. Alle Neuigkeiten zu den Verhandlungen im Ukraine-Krieg finden Sie hier.

Ukraine-Krieg-News: Kiew deckt sich mit Lebensmitteln ein

Update vom 13. März, 12.33 Uhr: Kiew bereitet sich auf eine mögliche Blockade durch Putins Truppen vor. Es seien Lebensmittelvorräte angelegt worden, um die Einwohner der ukrainischen Hauptstadt zwei Wochen lang zu versorgen. Das teilte Stadtverwaltungs-Vizechef Walentyn Mondryjiwskyj heute online mit.

„Diese zwei Millionen Kiewer, die ihre Häuser nicht verlassen haben, werden nicht allein gelassen“, sagte er. Bürgermeister Vitali Klitschko hatte zuletzt mitgeteilt, dass sich noch weniger als zwei Millionen Menschen in der Metropole aufhielten: „Jeder zweite Kiewer hat die Stadt verlassen.“

Nordwestlich und östlich von Kiew gibt es nach übereinstimmenden Agenturberichten schwere Gefechte mit russischen Truppen. Es wird eine Einkesselung in den nächsten Tagen befürchtet.

Kriegs-News: Ukraine meldet neue Bürgermeister-Entführung - „systematische Kriegsverbrechen“

Update vom 13. März, 10.42 Uhr: Zuerst meldete die ukrainische Seite die Entführung des Bürgermeisters von Melitopol (Update vom 12. März, 23.08 Uhr). Nun soll es erneut eine Verschleppung durch die Putin-Truppen gegeben haben. Diesmal im 20.000-Einwohner-Ort Dniprorudne im Süden des Landes.

„Kriegsverbrechen werden immer systematischer“, schrieb der Chef der Militärverwaltung des Gebiets Saporischschja, Olexander Staruch, heute bei Facebook. „Der Bürgermeister von Dniprorudne, Jewhenij Matwjejew, wurde entführt.“

Beobachter schließen nicht aus, dass Russland unter dem Vorwand einer „Entnazifizierung“ der Ukraine auch in anderen eroberten Gebieten die Verwaltung auswechselt. Der Kreml behauptet, in Kiew hätten „Nazis“ das Sagen. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat jüdische Wurzeln.

Ukraine meldet neun Tote und 57 Verletzte bei Kriegsangriff auf Lwiw (Lemberg)

Update vom 13. März, 9.48 Uhr: Bei einem russischen Angriff auf einen Militärstützpunkt bei Lemberg (Lwiw) sind nach ukrainischen Angaben neun Menschen getötet und 57 weitere verletzt worden. Dort hätten auch „ausländische Ausbilder“ gearbeitet, twitterte der ukrainische Verteidigungsminister Oleksij Resnikow heute.

Der Militärübungsplatz liegt nur rund 20 Kilometer von der polnischen Grenze entfernt (zuvor berichteten Nachrichtenagenturen von 40 Kilometern Abstand - siehe heutiges Update von 8.38 Uhr).

Ukraine-Krieg: Selenskyj spricht von 12.000 getöteten russischen Soldaten

Update vom 13. März, 8.42 Uhr: Die Angaben lassen sich - wie stets in kriegerischen Konflikten - nicht unabhängig prüfen. Wolodymyr Selenskyj* zufolge wurden im Ukraine-Krieg bis heute bereits etwa 12.000 russische Soldaten getötet. Die Regierung von Wladimir Putin hingegen bezifferte ihre Anzahl in der vergangenen Woche aus knapp 500 getöteten Soldaten.

Die USA unter Präsident Joe Biden* gehen von 2000 bis 4000 Toten auf russischer Seite aus. Auf ukrainischer Seite starben laut Selenskyj rund 1300 Soldaten.

Selenskyj weiter: „Dies ist der größte Schlag für die russische Armee seit Jahrzehnten“, sagte Selenskyj in einer am Samstag veröffentlichten Videobotschaft. „Nirgendwo hat sie innerhalb so weniger Tage mehr verloren“, sagte Selenskyj am 17. Tag des Krieges. „Unsere Streitkräfte tun alles, um dem Feind jede Lust an einer Fortsetzung des Krieges gegen die Ukraine zu nehmen. Die Verluste der russischen Truppen sind kolossal.“

Ukraine-Krieg: Lemberg nahe Polen meldet Luftangriff durch Putin-Armee

Update vom 13. März, 8.38 Uhr: Nahe der polnischen Grenze haben Putins Truppen einen Luftangriff geflogen - das berichtet die ukrainische Seite. Ziel sei ein Militärstützpunkt bei Lemberg (Lwiw) gewesen, der rund 40 Kilometer von der polnischen Grenze entfernt ist. Das teilte der Leiter der Regionalverwaltung von Lemberg, Maxim Kosizky, laut der Nachrichtenagentur AFP heute auf seiner Facebook-Seite mit.

Ein AFP-Reporter in Lemberg konnte die Angaben zunächst nicht überprüfen. Explosionen hörte er nicht. Ein Reporter der Deutschen Presse-Agentur (dpa) berichtete am Sonntagmorgen allerdings von mehreren Detonationen. Es wurde Luftalarm ausgelöst. Zunächst war unklar, was genau Ziel der Angriffe war. Südwestlich von Lwiw liegt ein Flughafen.

Ukraine-Krieg-News: Selenskyj droht Unterstützern Putins in seinem Land

Update vom 13. März, 6.00 Uhr: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj droht möglichen Kollaborateuren Russlands in der Ukraine. Wer sich von Angeboten der russischen Besatzer in Versuchung geführt sehe, unterschreibe damit sein eigenes Urteil, sagte er in einer in der Nacht zu Sonntag veröffentlichten Videobotschaft.

„Das Urteil lautet, mehr als 12 000 Besatzern zu folgen, die nicht rechtzeitig verstehen konnten, warum die Ukraine nicht angegriffen werden sollte.“ Zuletzt hieß es von ukrainischer Seite, dass mehr als 12 000 russische Soldaten in dem Krieg in der Ukraine getötet worden seien.

Präsident Selenskyj
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj © -/Ukrinform/dpa

Ukraine-Krieg-News: Bürgermeister von Melitopol laut Kiew entführt

Update vom 12. März, 23.08 Uhr: Offenbar wurde der entführte Bürgermeister von Melitopol, Iwan Fedorow, von den russischen Besatzern durch die pro-russische Oppositionelle Galina Daniltschenko ersetzt. Das berichtet n-tv mit Verweis auf den ukrainische Internet-Fernsehsender Hromadske. In einem Video soll Danilchenko die lokalen Behörden und Abgeordneten aufforderte haben, sich „an die neue Realität anzupassen“ und „die Situation nicht zu destabilisieren und sich nicht an extremistischen Aktivitäten zu beteiligen“. Letzteres meint nach Angaben des Senders Demonstrationen mit ukrainischen Fahnen.

Update vom 12. März, 22.36 Uhr: Die Ukraine vermutet, dass in der eingenommenen Stadt Cherson ein Referendum zur Gründung einer unabhängigen „Volksrepublik“ inszeniert werden könnte. Auf Twitter erklärte dies der ukrainische Außenminister Dmytro Kuleba am Samstag. Das Referendum werde komplett gefälscht werden, da es dafür keinerlei Unterstützung in der Bevölkerung gebe, so Kuleba. Sollte Russland dies durchziehen, müssten scharfe Sanktionen folgen. „Cherson ist und wird immer in der Ukraine sein.“

Ukraine-Krieg aktuell: Fünfter Fluchtkorridor aus Mariupol scheitert - mehr als 10.000 Menschen aus anderen Städten in Sicherheit gebracht

Update vom 12. März, 21.19 Uhr: Nach Angaben des russischen Verteidigungsministeriums ist am Samstag der fünfte Versuch eines Fluchtkorridors aus Mariupol erfolglos geblieben. 50 Busse hätten wegen Beschusses nicht abfahren können, sagte ein hoher Offizier des russischen Verteidigungsministeriums laut Nachrichtenagentur Interfax. Auf anderen Korridoren seien Evakuierungen nach Angaben beider Seiten aber zustande gekommen: Mehr als 10.000 Menschen seien aus dem Gebiet Sumy mit den Städten Sumy, Lebedyn, Konotop, Trostjanez und mehreren Dörfern in Sicherheit gebracht worden.

Für die Evakuierungen aus Mariupol soll es am Sonntag einen weiteren Versuch geben. Auch nach Angaben des russischen Verteidigungsministeriums sei die humanitäre Lage in der Stadt inzwischen „sehr schwierig“.

Die ukrainische Vizeregierungschefin Iryna Wereschtschuk sagte, dass die Kolonne fünf Stunden an einem Kontrollpunkt festgehalten worden sei. Am Sonntag solle es einen weiteren Versuch geben. Russland beschuldigte dagegen ukrainische „Nationalisten“. Beide Angaben ließen sich nicht unabhängig überprüfen.

Krieg in der Ukraine aktuell: Russland erhöht den Druck auf Kiew, die Hauptstadt der Ukraine

Update vom 12. März, 19.37 Uhr: Am 17. Kriegstag in der Ukraine erhöht Russland den Druck auf die Hauptstadt. Nach Angaben des ukrainischen Präsidentenberaters Mychailo Podoljak befindet sich Kiew im „Belagerungszustand“. Immer mehr Menschen würden auch aus den angegriffenen Vororten in die Hauptstadt gebracht, wo laut Bürgermeister Vitali Klitschko die Lebensmittel- und Medikamentenvorräte aufgestockt werden. Bei Luftangriffen im 40 Kilometer südlich von Kiew gelegenen Wasylkiw wurde nach Angaben des Bürgermeisters der Flughafen zerstört, ein von Raketen getroffenes Öldepot stand demnach in Flammen.

Ein mit 90 Tonnen Lebensmitteln beladener Hilfskonvoi war am Samstag unterwegs in die eingekesselte Stadt Mariupol, begleitet von mehreren orthodoxen Priestern. Der Konvoi soll auf dem Rückweg Menschen aus der Stadt evakuieren. Mehrere Versuche, humanitäre Korridore einzurichten, waren bereits gescheitert. Einige Evakuierungsversuche in der gesamten Ukraine verliefen nach Angaben der ukrainischen Rettungsdienste erfolgreich. Binnen 24 Stunden wurden laut AFP-Meldung auf Basis der ukrainischen Angaben 487.00 Menschen in Sicherheit gebracht, darunter 102.000 Kinder. Bei der Evakuierung eines Dorfes östlich von Kiew sollen am Samstag sieben Menschen bei einem Beschuss getötet worden sein, wie der ukrainische Geheimdienst am Samstagabend meldete. Die Angaben können nicht unabhängig geprüft werden.

Einsatzkräfte löschen am 12. März einen Brand in einem bombardiertes Wohnhaus in Kiew.
Einsatzkräfte löschen am 12. März einen Brand in einem bombardiertes Wohnhaus in Kiew. © ARIS MESSINIS/AFP

Ukraine-Krieg: Russland spricht am Samstag von 79 zerstörten Militäreinrichtungen der Ukraine

Update vom 12. März, 18.38 Uhr: Nach Angaben der russischen Armee wurden am Samstag 79 ukrainische Militäranlagen zerstört, darunter vier Kommando- und Kontrollzentren. Ein Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums berichtete zudem von Angriffen auf Munitions- und Treibstoffdepots sowie vom Abschuss eines Kampfhubschraubers und dreier Drohnen.

Die UN widerspricht russischen Angaben, wonach nur militärische Ziele angegriffen werden. Es seien unter anderem 26 Angriffe auf Gesundheitseinrichtungen der Ukraine bekannt.

Ukraine-Krieg aktuell: Städte und Dörfer am Samstag weiter unter Beschoss - Unklarheit über Hilfskonvoi für Mariupol

Update vom 12. März, 17.34 Uhr: Städte und Dörfer der Ukraine waren am Samstag erneut unter starkem Beschuss der russischen Armee. Am inzwischen 17. Kriegstag spricht das russische Verteidigungsministerium von Angriffen auf „breiter Front“. Heftige Kämpfe wurden aus dem Süden gemeldet, aber auch Kiew und der Osten des Landes sind weiter stark umkämpft. Bisher ist nicht bekannt, ob ein von Kiew geplanter Hilfskonvoi die eingeschlossene Stadt Mariupol erreicht hat.

Ukraine-Krieg aktuell: Russische Experten im AKW Saporischschja eingetroffen

Update vom 12. März, 17.11 Uhr: Im besetzten Atomkraftwerk Saporischschja sind nach Angaben aus Kiew Experten aus Russland eingetroffen. Elf Beschäftigte, darunter zwei Ingenieure, des russischen Staatskonzerns Rosatom hätten das AKW im Südosten der Ukraine erreicht. Vertreter einer selbst ernannten militärisch-zivilen Verwaltung hätten erklärt, dass die Gruppe die Sicherheit der Anlage bewerten solle und auch für Reparaturarbeiten zuständig sei. Rosatom bestätigte am Nachmittag, „dass eine Gruppe mehrerer russischer Experten“ dem ukrainischen Fachpersonal „beratend zur Seite“ stehe. Verwaltung und Betrieb blieben aber in der Hand der Ukraine.

Ukraine-Krieg News: Teile Mariupols von russischer Armee erobert

Update vom 12. März, 14.30 Uhr: Die ukrainische Armee hat die Kontrolle von Teilen der eingeschlossenen Hafenstadt Mariupol verloren. Das ukrainische Militär teilte mit, dass russische Truppen östlich gelegene Randbezirke erobert haben sollen. Kurz zuvor hatte das russische Verteidigungsministerium bereits die Einnahme mehrerer Stadtteile gemeldet. Mariupol am Asowschen Meer mit 400.000 Einwohnern wird seit Tagen belagert. Die Evakuierung der Zivilisten scheiterte bisher.

Ukraine-Krieg aktuell: Selenskyj bittet Scholz und Macron um Hilfe wegen des entführten Bürgermeisters

Update vom 12. März, 14.00 Uhr: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) und den französischen Präsidenten Emmanuel Macron darum gebeten, bei der Freilassung des entführten Bürgermeisters der Stadt Melitopol mitzuwirken. In einer Videobotschaft am Samstag (12. März) sagte Selenskyj, dass er mit mehreren Verbündeten über den Fall gesprochen habe. „Unsere Forderung ist klar: Er muss sofort freigelassen werden.“ Er werde mit „allen notwendigen Leuten“ sprechen, um den Bürgermeister von Melitopol freizubekommen, sagte der ukrainische Präsident.

Kreml: Russische Angriffe in der Ukraine werden auf „breiter Front“ fortgesetzt

Update vom 12. März, 12.30 Uhr: Die russische Armee setzt nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Moskau ihre Angriffe in der Ukraine auf „breiter Front“ fort. Ministeriumssprecher Igor Konaschenkow teilte am Samstag (12. März) in Moskau mit, dass in der Nähe der Hauptstadt Kiew eine Luftwaffenbasis in Wassylkiw und das nachrichtendienstliche Aufklärungszentrum der ukrainischen Streitkräfte in Browary zerstört worden seien.

Den russischen Angaben zufolge nahmen die eigenen Truppen und jene der Separatisten aus Luhansk und Donezk erneut zahlreiche Ortschaften im Osten der Ukraine ein. Einheiten der Donezker „Volksmiliz“ seien weitere 9 Kilometer vorgedrungen, die russischen Streitkräfte insgesamt 21 Kilometer und die Gruppierungen der „Volksrepublik Luhansk“ 6 Kilometer. Überprüfbar sind die russischen Militärangaben nicht.

Die Militär-Kolonne der russischen Armee löste sich indes am Freitag vor Kiew auf. Nun scheint das neue Ziel des Konvois klar.

Ukraine-Krieg: Kiew meldet bisher 79 tote und mehr als 100 verletzte Kinder

Update vom 12. März, 11.30 Uhr: Nach Angaben aus Kiew sind seit dem russischen Angriff auf die Ukraine mindestens 79 Kinder getötet und mehr als 100 verletzt worden. „Diese Zahlen erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit, da keine Möglichkeit besteht, die Orte des Beschusses zu inspizieren, an denen russische Streitkräfte aktive Feindseligkeiten durchführen“, teilte die ukrainische Generalstaatsanwaltschaft am Samstag (12. März) mit.

Ukraine-Krieg: Humanitäre Katastrophe - Städte ohne Strom, Gas und Wasser

Erstmeldung vom 12. März, 09.40 Uhr: Kiew - In vielen ukrainischen Städten sind an diesem Morgen (12. März) erneut Luftschutzsirenen zu hören gewesen. Laut Berichten von Lokalmedien seien die Menschen so in der Hauptstadt Kiew, in Odessa, Charkiw, Tscherkassy und in der Region Sumy im Nordosten des Landes, aber auch bereits in Lwiw im Westen des Landes aufgefordert worden, sich in Luftschutzräumen in Sicherheit zu bringen. In Kiew und anderen Städten gebe es keinen Strom, kein Gas und kein Wasser mehr, sagte Präsident Wolodymyr Selenskyj*.

Die russische Armee rückt derweil weiter auf die ukrainische Hauptstadt Kiew vor und kreist diese zunehmend ein. Der Präsidentenberater Mychailo Podoljak sprach gestern (11. März) bereits von einem „Belagerungszustand“. Kiew sei „bereit zu kämpfen“ und werde „standhaft bis zum Ende sein“, twitterte er. Der ukrainische Generalstab teilte mit, dass es rund um Kiew russische Offensiven an der nördlichen Stadtgrenze bei Sasymja und im Süden bei Wyschenky gegeben habe. Diese Offensiven seien teilweise erfolgreich gewesen.

Ukraine-Krieg: Luftangriffe in zahlreichen Städten, Krebs-Klinik nach ukrainischen Angaben beschossen

Bomber der russischen Luftwaffe sollen außerdem Marschflugkörper in den Städten Luzk, Iwano-Krankiwsk und Dnipro eingesetzt haben. Luzk und Iwano-Frankiwsk befinden sich nördlich und südlich der Stadt Lwiw in der Nähe der polnischen Grenze. Auch die südukrainische Stadt Mykolajiw soll angegriffen worden sein: Nach ukrainischen Angaben sei eine Krebsklinik beschossen worden. Hunderte Patienten hätten sich zum Zeitpunkt des Angriffs in dem Krankenhaus aufgehalten, sagte Chefarzt Maxim Besnosenko. Die Angaben ließen sich nicht von unabhängiger Seite überprüfen.

Die nordostukrainische Stadt Tschernihiw wurde nach ukrainischen Militärangaben aus südwestlicher Richtung blockiert. Der ukrainische Präsident Woldymyr Selenskyj sagte außerdem, dass in Tschernihiw eine wichtige Wasserleitung durch Beschuss beschädigt worden sei. Die fast 280.000 Einwohner der Stadt seien demnach ohne Wasserversorgung.

Ukraine-Krieg: Selenskyj fordert Freilassung des entführten Bürgermeisters - „Zeichen der Schwäche Russlands“

Selenskyj forderte außerdem in einer Videoansprache die Freilassung des Bürgermeisters der von russischen Truppen eingenommenen Stadt Melitopol. Diesen unter Druck zu setzen oder seine „physische Eliminierung“ werde Russland nicht dabei helfen, mehr ukrainische Städte einzunehmen. Dieses Vorgehen sei viel eher ein „Zeichen der Schwäche“ Russlands. Am gestrigen Tag wurde der Bürgermeister Iwan Fedorow entführt. In einem Videofragment war zu sehen, wie Vermummte einen Mann aus einem zentralen Gebäude mitnehmen. Bei diesem soll es sich um Fedorow handeln. Die Angaben ließen sich nicht unabhängig überprüfen.

Mariupol
Eine Explosion ist in einem Wohnhaus zu sehen, nachdem ein Panzer der russischen Armee in Mariupol geschossen hat. © Evgeniy Maloletka/AP/dpa

Nach Angaben der ukrainischen Regierung soll es an diesem Samstag einen weiteren Versuch geben, Zivilisten über Fluchtkorridore aus den von russischen Truppen belagerten und beschossenen Städten in Sicherheit zu bringen. Hierzu gehöre auch der Fluchtkorridor der besonders umkämpften Stadt Mariupol, sagte die stellvertretende ukrainische Ministerpräsidentin Iryna Wereschtschuk. Sie hoffe, dass Russland sich an eine zugesagte Feuerpause halten werde, damit Zivilisten evakuiert werden könnten. Die vereinbarten Fluchtkorridore waren in den vergangenen Tagen immer wieder unter Beschuss geraten.

Krieg in der Ostukraine: 70 Prozent des Oblast Luhansk von russischen Truppen besetzt

Im Osten des Landes sind nach ukrainischen Angaben inzwischen 70 Prozent des Territoriums der Oblast Luhansk von russischen Truppen besetzt. Das teilte der Leiter der Regionalverwaltung der Oblast Luhansk, Serhij Hajdaj, in der Nacht zu Samstag mit. Dutzende Zivilisten seien verletzt oder tot.  Gleichzeitig kämen keine Fluchtkorridore für Menschen aus der Region zustande. Diese Angaben ließen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen. Der Kriegsverlauf in Karten zeigt, wie zwei Wochen Invasion die Ukraine heimsuchten. (at/dpa/afp) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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