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Sorge vor dem Blackout: Mehrheit der Kliniken kann Stromausfall nur kurz durchhalten

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Von: Patricia Huber

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Für die meisten deutschen Kliniken wäre ein kürzerer Stromausfall zu verkraften. Bei einem mehrtägigen Blackout gäbe es jedoch massive Probleme.

Berlin – Die Sorge vor einem Blackout wächst in der Bevölkerung. Immer mehr Städte bereiten sich mittlerweile schon auf den schlimmsten Fall vor und informieren ihre Bürger darüber, was sie tun können. Haushalte sollen sich mit Wasser, Lebensmitteln, Gaskochern und Co. eindecken, um auch einen längerfristigen Stromausfall ohne Probleme zu überstehen. Das mag klappen, doch bestimmte Einrichtungen sind deutlich stärker auf Strom angewiesen als Privathaushalte. So beispielsweise Krankenhäuser – und die haben im Falle eines Blackouts ein großes Problem.

Was versteht man unter einem Blackout?

Ein Blackout ist ein länger andauernder, meist überregionaler Strom-, Infrastruktur- und Versorgungsausfall. Regionale Ausfälle können häufig nach Stunden behoben werden, überregionale Ausfälle erst nach einigen Tagen. Davon zu unterscheiden sind kurzzeitige technische Störungen (10 – 15 Minuten) in der Stromversorgung.

Mehrtägiger Stromausfall: Manche Kliniken müssten Versorgung einstellen

Im Fall einer Notstromversorgung reicht die Überbrückung einer Umfrage zufolge bei mehr als der Hälfte der Krankenhäuser (59 Prozent) nur für wenige Tage. Das ist das Ergebnis einer Erhebung des Deutschen Krankenhaus-Instituts (DKI), wie das Handelsblatt am Dienstag berichtete. 21 Prozent der Kliniken könnten demnach bei einem Stromausfall nur wenige Stunden durchhalten. Jedes Krankenhaus sei aber in der Lage, zwischenzeitlich zu überbrücken.

Sollte es zu einem mehrtägigen Stromausfall kommen, könnten laut Umfrage bloß 14 Prozent der befragten Krankenhäuser hinsichtlich ihrer Patientenversorgung normal agieren – rund 40 Prozent der Kliniken nur mit deutlichen Einschränkungen oder nur mit der Notfallversorgung. Bei sieben Prozent der Krankenhäuser müsste die Versorgung demnach sogar eingestellt werden. An der Umfrage nahmen im Oktober 288 Einrichtungen aus dem Krankenhaus-Pool des Deutschen-Krankenhaus-Instituts mit über 50 Betten teil.

Grünen-Politiker fordert Milliarden-Hilfen für Kliniken

Als wäre die Sorge um einen längeren Stromausfall nicht genug, kämpfen die Krankenhäuser zudem noch mit den hohen Energiepreisen. Diesbezüglich hat auch der Grünen-Gesundheitspolitiker Janosch Dahmen am Donnerstag (20. Oktober) Milliardenhilfen des Bundes und der Länder für die Krankenhäuser gefordert. „Man muss zurzeit davon ausgehen, dass im Bereich der Krankenhäuser finanzielle Hilfen im Umfang von mindestens vier Milliarden Euro und im Bereich der Pflegeeinrichtungen weitere 650 Millionen Euro für die nächsten Monate erforderlich sind“, sagte er der Düsseldorfer Rheinischen Post.

„Durch die Energiekrise wird sich insbesondere die wirtschaftliche Situation der Krankenhäuser, die durch Personalausfälle in der Pandemie und den chronischen Fachkräftemangel bereits stark belastet ist, weiter verschlechtern. Um eine Pleitewelle der Kliniken jetzt abzuwenden und ihre wirtschaftliche Lage zu stabilisieren, braucht es kurzfristig finanzielle Unterstützung vom Bund und den Ländern“, erklärte Dahmen. (ph/dpa)

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