Rot-Grüne-Koalition unwahrscheinlich

Umfrage-Beben für SPD und CDU in Bremen

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Bremens Bürgermeister Sieling (SPD, rechts) und Herausforderer Meyer-Heder (CDU) könnten bald in einer Koalition regieren.

Die Umfragen zur Bürgerschaftswahl in Bremen 2019 zeigen SPD und CDU eng beieinander. Laut Prognosen steht die Rot-Grüne-Koalition auf der Kippe.

Bremen - Am 26. Mai 2019 wird in Bremen die Bürgerschaft neu gewählt. Die Kräfteverhältnisse im Stadtstaat könnten sich drastisch ändern, denn die aktuelle rot-grüne Koalition kann sich einer erneuten Mehrheit nicht sicher sein. Die Umfragen zur Bürgerschaftswahl in Bremen deuten an, dass die SPD eine neue Koalition benötigt, um an der Macht zu bleiben. Die CDU darf darauf hoffen, erstmals den regierenden Bürgermeister der Hansestadt zu stellen.

Aktuelle Prognose vor Bürgerschaftswahl in Bremen: So könnten die Ergebnisse in den Stadtteile aussehen

Update vom 12. April 2019: Bei der Wahl in Bremen wird mit einiger Wahrscheinlichkeit eine SPD-Bastion fallen. In Bremen gibt es keine klassischen Wahlkreise. Die Mandate werden durch die Summe an Gesamtstimme je Partei verteilt. Auch deshalb präsentiert das Portal Wahlkreisprognose.de seine Vorhersage für die Bremen-Wahl anhand von Stadtteilmehrheiten anstelle von reinen Prozentangaben. 

2015 ging die SPD noch in 21 von 30 Stadtteilen als stärkste Partei hervor. Für die Wahl 2019 steht eine Rot-Grüne-Koalition, wie sie in Bremen derzeit schon in der dritten Legislaturperiode regiert, auf der Kippe. Laut Wahlkreisprognose.d e verliert die SPD im Vergleich zu 2015 ganze neun Wahlkreise und schafft die Mehrheit nur noch in zwölf. Die CDU kann ihre Stadtteile mit plus sieben gegenüber der letzten Wahl verdoppeln und erlangt Mehrheiten in 14 Stadtteilen. Sie ginge damit zwar nicht absolut aber doch relativ als klarer Gewinner aus der Wahl hervor. Die Grünen können in der Prognose mit zwei weiteren Stadtteilmehrheiten insgesamt vier Bezirke auf sich vereinen. Rot-Grün schafft es demnach nur im Stadtteil Bremen-Findorff auf eine relative Mehrheit, wo aber die Grünen vor der SPD liegen. In den restlichen Stadtteilen überwiegen schwarz-rote Mehrheiten.

Allerdings seien die Wahlen in den Stadtteilen noch weitgehend offen, schreibt das Portal. In 19 der 30 Stadtteile führe die jeweilige Partei lediglich zwischen null und sechs Prozentpunkten. Dennoch wirbt das Portal Wahlkreisprognose.de auf seiner Webseite mit der Genauigkeit seiner Vorhersagen. Gesellschaftliche und demoskopische Trends sollen dabei ebenso mit einfließen wie die Sozialstruktur in den einzelnen Wahlkreisen, historische Entwicklungen sowie Milieubindung und Mobilisierungsgrad der Parteien

Aktuelle Umfrage vor Bürgerschaftswahl in Bremen: SPD und CDU gleichauf

Update vom 2. April 2019: Es deutet sich zunehmend ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen SPD und CDU an. Weniger als zwei Monate vor der Bürgerschaftswahl in Bremen zeigt die aktuellste Umfrage einen Gleichstand: Beide Parteien kämen demnach auf 25 Prozent der Stimmen. Obwohl SPD und Grüne jeweils leicht zugelegt haben, wäre eine Mehrheit für die bestehende rot-grüne Koalition bestenfalls knapp. Nur eine GroKo könnte nach aktuellem Stand als Zweierbündnis sicher regieren.

Prognosen für die Bürgerschaftswahl in Bremen 2019 (alle Angaben in Prozent)

Institut

Datum

SPD

CDU

Grüne

Linke

FDP

AfD

Sonstige

INSA / Bild

2. April 2019

25

25

19

11

7

7

6

Infratest dimap / Weser-Kurier

7. Februar 2019

24

25

18

13

6

8

6

INSA / Bild

14. Mai 2018

22

24

14

17

9

10

4

Infratest dimap / Weser-Kurier

1. Mai 2018

26

24

14

15

7

9

5

Infratest dimap / Radio Bremen

19. Januar 2017

29

24

13

11

8

11

4

Bürgerschaftswahl 2015

10. Mai 2015

32,8

22,4

15,1

9,5

6,6

5,5

8

Weitere Informationen zu den Parteien und der Wahl finden Sie unter anderem auf kreiszeitung.de*.

Umfragen deuten vor der Bremen-Wahl neue Kräfteverhältnisse an

Die Hansestadt Bremen wird seit 1946 ohne Unterbrechung von SPD-Bürgermeistern regiert. Seit 2015 regiert Carsten Sieling in seiner ersten Amtszeit. Seit der vergangenen Bürgerschaftswahl ist er der Nachfolger von Jens Böhrnsen, der zehn Jahre lang die Regierungsverantwortung im Bundesland mit der kleinsten Bevölkerungszahl hatte. Stabil blieb hingegen die Regierungskoalition, auf die sich Sieling stützt. Im Jahr 2019 endet die dritte Legislaturperiode in Folge, die von einer rot-grünen Koalition geführt wird.

Ob es mit Rot-Grün weitergehen kann, ist angesichts der Prognosen zur Bürgerschaftswahl 2019 in Bremen noch unsicher. Während der kleine Koalitionspartner Bündnis 90/Die Grünen im Vergleich zur letzten Wahl zulegen dürfte, liegt die SPD in Umfragen dauerhaft unter ihrem Wahlergebnis von 2015. Das Ergebnis von 32,8 Prozent der Stimmen, das die SPD zur mit Abstand stärksten Partei machte, scheint heute unerreichbar. Selbst ein Ergebnis unter 25 Prozent erscheint realistisch.

Prognosen zur Bürgerschaftswahl 2019: Rot-Rot-Grün, Jamaika oder GroKo?

Was passiert also, wenn es für SPD und Bündnis 90/Die Grünen nicht mehr reicht? Im Wesentlichen werden in Bremen drei Optionen diskutiert, die eine sichere Mehrheit liefern - falls denn die Koalitionsgespräche eine Einigung bringen.

  • GroKo: Die Mehrheit für eine große Koalition ist sicher. Die offene Frage wäre laut den Prognosen, ob die Bürgerschaftswahl die Sozialdemokraten oder die Christdemokraten zur stärksten Kraft macht. Die CDU könnte erstmals den Bürgermeister stellen, falls sie die SPD überholt. Zu bedenken bleibt aber, dass Carsten Sieling erst im vorigen Jahr die Zusammenarbeit zwischen SPD und Union in Berlin kritisch beurteilte.
  • Jamaika: Ein Bündnis von CDU, Grünen und FDP ist keine Sensation mehr, doch für Bremen wäre die Koalition ein Novum. Eine Einigung kann schwierig werden, die Aussichten sind für CDU und FDP allerdings verlockend. Die CDU könnte den Bürgermeister stellen, die FDP wäre erstmals seit 1995 in Bremen mit an der Macht. Ob die Grünen wohl mitspielen würden?
  • Rot-Rot-Grün: Falls keine andere Koalition möglich ist, wäre Carsten Sieling auch für ein rot-rot-grünes Bündnis unter Einbeziehung der Linkspartei offen. Auch die Linke ist nicht völlig abgeneigt, in einem weiteren Bundesland Regierungsverantwortung zu übernehmen. Die Ankündigung des SPD-Bürgermeisters lässt aber darauf schließen, dass es kein Rot-Rot-Grün gibt, solange die SPD in einer GroKo regieren kann.

Eine Koalition mit der AfD erscheint unwahrscheinlich. Die Partei wird wohl den sicheren Wiedereinzug in den Landtag schaffen und der Opposition angehören. Die Partei wird von Spitzenkandidat Frank Magnitz in den Wahlkampf geführt. Magnitz wurde bundesweit bekannt, nachdem er im Januar auf offener Straße angegriffen und schwer verletzt wurde.

Sollte jetzt ein neuer Bundestag gewählt werden, würden die Ergebnisse so aussehen. Hier gibt es die aktuellsten Umfragewerte. 

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Falls Sie noch unsicher sind, wen Sie bei der Bürgerschaftswahl in Bremen wählen sollen, kann Ihnen der Wahl-O-Mat eine Entscheidungshilfe sein.

rm

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