„Bald nicht mehr da“

„Schämt euch!“ - Fridays for Future sorgt für Entrüstung mit kaltherzigem Großeltern-Post

Die Klimaaktivisten von Fridays for Future haben im vergangenen Jahr viel erreicht. Ein Tweet vor Weihnachten sorgte jedoch für einen riesigen Sturm der Entrüstung.

  • Fridays for Future hat mit einem Tweet für Aufregung gesorgt.
  • Die Klima-Aktivisten diffamierten ältere Mitbürger.
  • Heftige Reaktionen folgten auf den Tweet.

München - „Fridays for Future“ ist mehrheitlich eine Bewegung der Jugend. Die jungen Menschen wollen, dass die Erde noch lange bewohnbar bleibt. Doch was sich die Aktivisten über ihren offiziellen Twitter-Account bei einem Tweet in Richtung älterer Mitbürger erlaubt haben, ging deutlich unter die Gürtellinie.

Der deutsche Twitter-Kanal von „FFF“ ließ am Montagabend verlauten: „Warum reden uns die Großeltern eigentlich immer noch jedes Jahr rein? Die sind doch eh bald nicht mehr dabei.“

Eineinhalb Stunden später schob der Account noch drei Worte nach, wohl um den ersten Tweet zu entkräften: „Was darf Satire?“, fragten die Aktivisten.

Ein Aufschrei folgte dennoch. Ein User antwortete auf den Tweet: „Bald: Fridays for Euthanasie. Dient ja dem Klima. Ihr seid Scheiße, echt jetzt.“

Ein Nutzer kommentiert: „Die "Großeltern" haben sich für euch "Gören" den Allerwertesten aufgerissen, damit ihr in Saus und Braus leben könnt. Und ihr wisst nicht einmal ansatzweise mehr zu schätzen, was diese Menschen für euch geleistet haben. Schämt euch!“ Noch eine Reaktion: „Ich konnte euch noch nie etwas abgewinnen. Jetzt kommt auch noch Verachtung dazu.“

Und ein anderer User kommentiert: „Das ist derart respektlos gegenüber der Generation, die Deutschland wieder aufgebaut hat. Unsere Großeltern sind der Grund dafür, dass wir überhaupt in der Lage sind, diese lächerliche Klimadebatte zu führen.“

Politiker empört über Großeltern-Tweet von Fridays for Future

In eine ähnliche Richtung gehen die Reaktionen von Politikern wie CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak, Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer (Grüne), FDP-Abgeordneter Oliver Luksic und Parteikollege Konstantin Kuhle. Sie alle fordern mehr Respekt für die ältere Generation. „Man kann nicht bei jeder kleinsten Kritik oder Nachfrage ausrasten, ständig mehr Respekt einfordern und dann solche Dinger raushauen. Schade um Eure legitimen Anliegen“, schreibt Kuhle bei Twitter.

Grünen-Vizechefin Ricarda Lang sah sich kurz nach dem FFF-Tweet dazu veranlasst, eine Geschichte über ihren Großvater zu posten: „Als mein Opa vor 20 Jahren im Sterben lag, lernte ich gerade Lesen. Jeden Tag nach der Schule habe ich ihm vorgelesen. Das war eine besondere Nähe. Heute habe ich meiner Oma wahrscheinlich zum letzten Mal die Weihnachtsgeschichte vorgelesen. Drückt eure Liebsten, wenn ihr könnt.“

Die Berliner Staatssekretärin Sawsan Chebli (SPD) twitterte: „Ich hatte nie Großeltern. Sie sind sehr früh gestorben. Sehe bei meinen Nichten&Neffen, wie viel Liebe Großeltern schenken und bin ganz neidisch. Bitte löscht den Tweet. Er ist nicht gut. Nichts auf der Welt ist es wert, den Großeltern so viel Verachtung entgegenzubringen. “

Auch „Großeltern for Future“ reagieren auf Tweet von Fridays for Future

Viele Großeltern gingen bei den Protesten im Sommer mit ihren Enkeln auf die Straße. So gibt es auch eine „Großeltern For Future“-Gruppe und einen dazugehörigen Account, der auf die Tweets antwortete: „Immerhin haben die Kids auch nach diesem Klimakatastrophen-Jahr den Humor nicht verloren. Wir können über diesen Tweet lachen - andere hoffentlich auch. Großelterliche & gelassene Grüße.“

Fridays for Future hat bereits reagiert - und sich für die Wortwahl entschuldigt. „Wir möchten uns aufrichtig bei allen entschuldigen, die sich durch unseren satirisch gemeinten Tweet heute Morgen verletzt gefühlt haben. Auch die tolle Unterstützung unzähliger Großeltern wollen wir nicht geringschätzen. Wir wünschen erholsame Tage nach diesem aufregenden Jahr!“

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Rubriklistenbild: © AFP / JOE KLAMAR

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