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Russische „Panik, Angst“ auch am AKW Saporischschja? Ukraine meldet nächste Flucht – Fragen bleiben

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Von: Bettina Menzel, Stephanie Munk, Andreas Schmid

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Im Ukraine-Krieg steht offenbar eine Gegenoffensive an. Russland befürchtet zehntausende Cherson-Soldaten – und beginnt mit Evakuierungen. Alle Infos im News-Ticker.

Update vom 20. Oktober, 13.35 Uhr: Das russische Militär hat bei neuen Angriffen auf die Ukraine nach eigenen Angaben einmal mehr die Energie-Infrastruktur und Stellungen der Armee beschossen. Die Energieanlagen seien mit Hochpräzisionswaffen aus der Luft angegriffen worden, teilte der Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums, Igor Konaschenkow, mit. Die Ukraine beklagt seit Tagen verstärkten Beschuss von russischer Seite in dem Krieg. Nach Angaben der Regierung in Kiew sind durch Raketen und Drohnen mittlerweile rund 40 Prozent der Energie-Infrastruktur beschädigt.

„Alle anvisierten Objekte wurden getroffen“, sagte Konaschenkow in einem Bericht zur Lage in dem Krieg. Angriffe gab es demnach in den Gebieten Charkiw, Donezk und Cherson. Dem Militärbericht Konaschenkows zufolge rückten die ukrainischen Streitkräfte im überwiegend von russischen Truppen kontrollierten Gebiet Cherson weiter vor. Bei russischen Panzerangriffen seien dem ukrainischen Militär schwere Schläge versetzt worden, die Einheiten Kiews hätten sich in der Folge aufgelöst, behauptete der russische Offizier. Die russischen Stellungen würden gehalten. Die Angaben aus den Kriegsgebieten sind nur schwer überprüfbar.

Ukraine-Krieg: Offenbar russische Flucht aus Enerhodar — „Panik und Angst“

Update vom 20. Oktober, 11.55 Uhr: Russische Soldaten verlassen angeblich fluchtartig die besetzte Stadt Enerhodar, in der auch das besetzte ukrainische Atomkraftwerk Saporischschja liegt. Darüber berichten ukrainische Behörden laut einem Bericht der New York Times. Dies werfe Zweifel auf, ob Russland die Kontrolle über das seit Wochen umkämpfte Atomkraftwerk behalten kann.

Eine Flucht der Russen aus der Stadt meldet auch die ukrainische Atomenergiebehörde Energoatom via Telegram. „Die Panik, Angst und Erwartung einer Niederlage erreichte auch Enerhodar“, heißt es in der Nachricht. Die Russen würden vor ihrer Flucht Möbel, Kühlschränke, Fernseher und andere Dinge aus den besetzten Verwaltungsgebäuden plündern.

Die Angaben sind nicht unabhängig überprüft. Laut New York Times ist unklar, weshalb russischen Truppen zum jetzigen Zeitpunkt aus der Stadt fliehen sollten, da sich die ukrainische Armee auf der anderen Seite des Flusses Dnipro befinde und eine Rückeroberung der Stadt Enerhodar nicht in greifbarer Nähe sei.

Ein Sicherheitsmann steht vor dem Atomkraftwerk Saporischschja in der ukrainischen Stadt Enerhodar.
Ein Sicherheitsmann steht vor dem Atomkraftwerk Saporischschja in der ukrainischen Stadt Enerhodar. © Stringer/AFP

Russen von Rückzugs-Problem? Besatzer sprechen trotzdem von Eroberungen – „Odessa, Mikolajiw, Dnipro“

Update vom 20. Oktober, 11.13 Uhr: Russland erwägt laut britischen Militärexperten einen größeren Rückzug seiner Truppen aus dem Gebiet Cherson westlich des Flusses Dnipro. Das geht aus dem aktuellen Geheimdienst-Update des britischen Verteidigungsministeriums hervor.

Jedoch stehen die Russen bei ihrem Rückzug offenbar vor einem Problem: Alle festen Brücken über den rund einen Kilometer breiten Fluss seien schwer beschädigt, heißt es in dem Bericht. Die russische Armee müsse sich daher höchstwahrscheinlich auf eine temporäre Brücke aus Lastkähnen verlassen, die sie kürzlich nahe Cherson kürzlich fertigstellte. Auch Militär-Fähren würden dafür wohl eingesetzt werden, heißt es.

Ein Blick auf die teils zerstörte Antoniwkabrücke über den Fluss Dnipro, die die Stadt Cherson mit dem Gebiet am linken Ufer verbindet. Die russischen Streitkräfte sind zwischen dem rechten Ufer und der ukrainischen Armee eingekesselt.
Im Juli zerstörten die Ukrainer die Antoniwkabrücke über den Fluss Dnipro, die die Stadt Cherson mit dem Gebiet am linken Ufer verbindet. © Sergei Malgavko/imago

Russland denkt im Ukraine-Krieg an weitere Eroberungen: Besatzungs-Beamter nennt Odessa und Dnipro

Update vom 20. Oktober, 10.55 Uhr: Trotz der ukrainischen Gegenoffensive in der Region Cherson will Russland langfristig offenbar weitere Gebiete des Bezirks unter seine Kontrolle bringen. Kirill Stremousow, Vize-Leiter der russischen Besatzungsverwaltung in Cherson, sagte der russischen Nachrichtenagentur Ria Novosti, es gebe Pläne zu „Befreiung“ weiterer ukrainischer Gebiete. „Wenn wir den Angriff auf Cherson abgewehrt haben, planen wir eine Gegenoffensive auf Mykolajiw, Odessa und Dnipro“, sagte der pro-russische Politiker.

Dnipro ist die viertgrößte Stadt der Ukraine und liegt rund 400 Kilometer südöstlich von Kiew. Odessa ist die bedeutendste Hafenstadt der Ukraine und liegt im Süden des Landes am Schwarzen Meer. Mykolajiw ist rund 100 Kilometer westlich von Cherson entfernt im Küstengebiet des Schwarzen Meers.

Evakuierung aus Cherson: Laut Russland bereits 7000 Zivilisten ausgesiedelt

Update vom 20. Oktober, 9.43 Uhr: Die russischen Besatzer haben im Gebiet Cherson nach eigenen Angaben bereits 7000 Zivilisten auf russisch kontrolliertes Territorium ausgesiedelt. Das sagte Verwaltungschef Wladimir Saldo laut russischen Agenturmeldungen. Unabhängig zu überprüfen waren die Angaben nicht. Russland hat am Mittwoch mit der Evakuierung von Zivilisten aus dem Gebiet begonnen und warnt vor einem Großangriff der ukrainischen Armee.

Menschen warten am Mittwoch (19. Oktober) am Hafen von Cherson auf ihre Evakuierung.
Menschen warten am Mittwoch (19. Oktober) am Hafen von Cherson auf ihre Evakuierung. © Dmitry Marmyshev/Imago

Update vom 20. Oktober, 9.05 Uhr: Russland erwartet einen Großangriff der Ukraine auf Cherson. Wie bedeutend ein solcher Erfolg für den Ukraine-Krieg wäre und welche Folgen er hätte, analysiert Ex-US-General Ben Hodges im Interview mit dem Münchner Merkur, das hier zu lesen ist.

Ukraine schaltet flächendeckend Strom ab

Update vom 20. Oktober, 6.40 Uhr: Die massiven Schäden an ihren Energienetzen zwingen die Ukraine am Donnerstag zu landesweiten Stromabschaltungen. Präsident Selenskyj rief die Bürger seines Landes zu Mithilfe auf. „Wir werden alles tun, um die normale Energieversorgung unseres Landes wiederherzustellen“, sagte er in seiner Videoansprache am Mittwochabend. „Aber es braucht Zeit und unsere gemeinsamen Anstrengungen mit Ihnen.“ Nach Angaben der Regierung in Kiew haben die russischen Raketen- und Drohnenangriffe in den vergangenen Tagen 40 Prozent der Energie-Infrastruktur beschädigt.

Selenskyj forderte die Bevölkerung auf, am Donnerstag zwischen 7 und 22 Uhr möglichst wenig Strom zu verbrauchen. Außerdem werde zeitlich gestaffelt in jedem Gebiet der Strom bis zu vier Stunden lang abgeschaltet, teilte der Versorger Ukrenerho mit. Grund für die Einschränkungen sei Strommangel im System.

„Wir schließen nicht aus, dass wir mit dem Einsetzen der Kälte öfter um Ihre Hilfe bitten werden“, hieß es. „Bitte schalten Sie keine unnötigen Elektrogeräte ein!“, bat auch Selenskyj. Umso kürzer werde die Zeit der Abschaltungen zur Netzstabilisierung sein.

Auch Kiews Bürgermeister Vitali Klitschko bat die Bewohner der Hauptstadt, keine größeren Elektrogeräte zwischen 7 und 23 Uhr anzuschalten. Dies werde dabei helfen, den Betrieb des nationalen Energiesystems zu stabilisieren, erklärte er.

Update vom 19. Oktober, 20 Uhr: Die ukrainische Regierung hat Israel offenbar um Luftverteidigungssysteme gebeten. Dies berichtete die amerikanische Nachrichtenwebsite Axios unter Berufung auf ein Schreiben der ukrainischen Botschaft in Israel an das israelische Außenministerium. In dem Brief heißt es demnach, das Land sei „sehr interessiert“ an Luftverteidigungssystemen der israelischen Verteidigungsindustrie. Kiew benötige diese Systeme gegen iranische Drohnen sowie ballistische Raketen. Zu den von der Ukraine geforderten Abwehrsystemen gehören unter anderem Iron Dome, Iron Beam, Barak-8, Patriot, David‘s Sling und Arrow Interceptor. Gegenüber Axios bestätigten israelische Beamte die Authentizität des Schreibens.

Ukraine-Krieg: Erneut russische Raketenangriffe auf die Ukraine

Update vom 19. Oktober, 15.02 Uhr: Die Ukraine meldet erneute russische Raketenangriffe auf zentrale Regionen des Landes. Beschossen worden sei am Mittwochmittag unter anderem das Gebiet Winnyzja, teilten die Behörden mit. Details zu Schäden und Opfern gab es zunächst nicht.

Im nördlich von Kiew gelegenen Gebiet Tschernihiw sollen zwei russische Raketen abgefangen worden sein. Erneut gab es zwischenzeitlich im ganzen Land Luftalarm. Auch in der Hauptstadt selbst waren Explosionsgeräusche zu hören, wie eine dpa-Reporterin berichtete. Laut Gebietsgouverneur Olexij Kuleba war die ukrainische Luftabwehr aktiv. Die ukrainischen Streitkräfte berichteten, Russland habe vom Gebiet seines Verbündeten Belarus aus Raketen und Kampfdrohnen Richtung Kiew geschossen. Moskau äußerte sich dazu noch nicht.

Update vom 19. Oktober, 14.06 Uhr: Wladimir Putin hat das Kriegsrecht über die vier annektierten ukrainischen Regionen verhängt. Mit der Entscheidung gehen erweiterte Machtbefugnisse für die russischen Besatzungsverwaltungen in Luhansk, Donezk, Cherson und Saporischschja einher.

Update vom 19. Oktober, 13.40 Uhr: Die Söldnergruppe Wagner arbeitet eigenen Angaben zufolge an einer befestigten Verteidigungslinie in der ostukrainischen Region Luhansk. „Eine Befestigungsanlage wird entlang der Kontaktlinie gebaut“, erklärte der Kreml-nahe Gründer der Gruppe, Geschäftsmann Jewgeni Prigoschin, am Mittwoch auf den Online-Kanälen seiner Firma Concord. Es handele sich um eine „mehrstufige und geschichtete Verteidigung“, fügte er hinzu, ohne Details zu nennen. Prigoschin prahlte, die Befestigung sei eigentlich gar nicht notwendig, weil „die Anwesenheit einer Wagner-Einheit an der Front“ bereits eine „unüberwindliche Mauer“ sei.

Prigoschin war eine Zeit lang einer der Lieferanten der Küchen im Kreml, was ihm den Spitznamen „Putins Koch“ einbrachte. Die Europäische Union und die USA haben ihn mit Sanktionen belegt. Dem 61-Jährigen wird vorgeworfen, hinter einer „Troll-Fabrik“ zu stehen, die versucht hatte, die US-Präsidentschaftswahl 2016 zu manipulieren.

Russland hat offenbar mit Evakuierung der Region Cherson begonnen

Update vom 19. Oktober, 13.06 Uhr: Russland hat begonnen, die Region Cherson wegen eines angeblich drohenden ukrainischen Angriffs zu evakuieren - handelt es sich dabei nur um eine „Propagandashow“? Davon spricht jetzt zumindest die ukrainische Regierung.

Präsidialamtschef Andrij Jermak schreibt auf Telegram, Russand wolle die Bewohner mit der Warnung in Angst versetzen. „Die Russen versuchen, die Einwohner von Cherson mit Falschnachrichten über den Beschuss der Stadt durch unsere Armee einzuschüchtern und veranstalten außerdem eine Propagandashow mit Evakuierungen“, so Jermak. Dies sei „eine ziemlich primitive Taktik, da die Streitkräfte nicht auf ukrainische Städte schießen - dies wird ausschließlich von russischen Terroristen getan.“

Ukrainische Luftabwehr: Angeblich über 200 iranische Drohnen abgeschossen

Update vom 19. Oktober, 13.00 Uhr: Die Ukraine gibt an, seit Mitte September mehr als 200 iranische Drohnen über dem Land abgeschossen zu haben. Seit dem „ersten Abschuss einer Kamikaze-Drohne vom Typ Schahed 136 aus iranischer Produktion über ukrainischem Territorium am 13. September in Kupjansk“ habe die Luftabwehr „223 Drohnen dieses Typs zerstört“, teilte die ukrainische Armee auf Telegram mit.

Update vom 19. Oktober, 12.40 Uhr: Im Gebiet Cherson hat die ukrainische Armee offenbar mit Gegenangriffen begonnen. Das teilen die russischen Besatzer mit. Die Ukrainer seien in Richtung der Orte Nowa Kamjanka und Beryslaw in die Offensive gegangen, schreibt der Vizechef der Chersoner Besatzungsverwaltung, Kirill Stremoussow, auf seinem Telegram-Kanal. Bislang seien alle Angriffe abgewehrt worden. Von ukrainischer Seite gab es dazu noch keine Angaben.

Ukraine-News: Nach Angriffen Russlands wohl 150.000 Menschen in Charkiw obdachlos

Update vom 19. Oktober, 12.15 Uhr: Nach monatelangen Angriffen Russlands sind in der zweitgrößten ukrainischen Stadt Charkiw offenbar mehr als 150.000 Einwohner obdachlos. „Viele von ihnen haben die Stadt verlassen, sind in die Westukraine oder in andere Gebiete oder ins Ausland gereist“, sagte Bürgermeister Ihor Terechow laut der der ukrainischen Nachrichtenagentur Unian.

Viele, die nun kein Dach mehr über dem Kopf haben, seien aber auch geblieben. „Da Charkiw vor dem Krieg als Studentenhauptstadt der Ukraine galt, stellen wir Menschen, die nirgendwo leben können, die Wohnheime zur Verfügung und versorgen sie mit allem Nötigen“, so der Bürgermeister.

Ein zerbombtes Wohngebäude in Charkiw.
Ein zerbombtes Wohngebäude in Charkiw. © Pavlo Bahmut/Imago

Terechow berichtete auch von neuen russischen Angriffen. „Acht Raketen wurden in verschiedene Bezirke von Charkiw gefeuert“, sagte der Bürgermeister. Unter anderem sei ein Lager mit Hilfsgütern zerstört worden. Die Angaben lassen sich nicht unabhängig überprüfen.

Russland will 50.000 Zivilisten aus Cherson evakuieren - Einreise verboten

Update vom 19. Oktober, 11.32 Uhr: „Etwa 50.000 bis 60.000“ Zivilisten will Russland in der Region Cherson evakuieren. Das teilte Wladimir Saldo, Chef der russischen Besatzungsverwaltung, mit. Die Menschen sollen vom rechten auf das linke Ufer des Flusses Dnipro oder nach Russland gebracht werden. Der russischen Nachrichtenagentur Tass zufolge wurden die Bewohner bereits per SMS über die Pläne informiert.

Saldo teilte außerdem mit, dass Zivilisten die Einreise in den gesamten von Russland besetzten Teil Chersons sieben Tage lang verboten wird. Der neue Oberbefehlshaber der russischen Truppen in der Ukraine, Sergej Surowikin, hatte am Vorabend gesagt, in der Region stünden „schwierige Entscheidungen“ an.

Putins Besatzer ziehen schon Verwaltung aus Cherson ab

Update vom 19. Oktober, 11.12 Uhr: Die pro-russische Verwaltung zieht sich nach eigenen Angaben vollständig aus der Stadt Cherson zurück. Der pro-russische Verwaltungschef der Region, Wladimir Saldo, sagte dem russischen Sender Rossija 24: „Ab heute werden alle Regierungsstrukturen der Stadt, die zivile und militärische Verwaltung, alle Ministerien, an das linke Flussufer (des Dnipro) verlegt“. Die russische Armee werde aber in der Stadt gegen die vorrückenden ukrainischen Truppen kämpfen „bis zum Tod“.

Update vom 19. Oktober, 10.43 Uhr: Russland hat mit der Evakuierung von Zivilisten im Gebiet Cherson begonnen. Das berichten die pro-russische Verwaltung der besetzten Region. Angesichts der vorrückenden ukrainischen Truppen würden Einwohner vom rechten an das linke Ufer des Dnipro gebracht. Bilder staatlicher russische Medien zeigen, wie Menschen mit Fähren über den Fluss auf die andere Seite gebracht werden.

Schicksalsschlacht im Ukraine-Krieg? Russland sieht „zehntausende Soldaten zusammengezogen“

Überblick: Cherson – Bald könnte es den nächsten Wendepunkt im Ukraine-Krieg geben: Womöglich kommt es zur ukrainischen Gegenoffensive auf die Großstadt Cherson. Russland scheint nervös, spricht offen von einer „schwierigen Lage“ und ruft die Zivilbevölkerung in der besetzten Hafenstadt dazu auf, die Region zu verlassen. Der Kreml befürchtet offenbar einen großflächigen Gegenangriff.

Ein ukrainischer Panzer auf dem Weg an die Front.
Ein ukrainischer Panzer auf dem Weg an die Front (Bild von Ende September). © IMAGO/Vudi Xhymshiti

Ukrainische Gegenoffensive: Kiew stationiert laut Russland zehntausende Soldaten in Cherson

Die Ukraine habe zehntausende Soldaten zusammengezogen, sagte der Vizechef der Besatzungsverwaltung, Kirill Stremoussow, am Mittwoch der staatlichen russischen Nachrichtenagentur Tass. Bisher sei die Lage „stabil“, sagte Stremoussow. Man erwarte aber einen militärischen Gegenstoß der Ukraine. Es drohe ein „massiver Raketenangriff“. Die Ukraine äußerte sich zunächst nicht zu den mutmaßlichen Cherson-Plänen.

Der neue Oberbefehlshaber der russischen Truppen in der Ukraine, Sergej Surowikin, sprach in einer ungewohnten Ansprache bereits von Problemen an der Front. Die Ukraine beschieße Wohnhäuser und die Infrastruktur von Cherson. Durch Artillerietreffer seien die Übergänge über den Fluss Dnipro unpassierbar gemacht. Das erschwere die Versorgung. „Wir werden bedacht und rechtzeitig handeln und schließen auch schwierige Entscheidungen nicht aus“, sagte Surowikin. Dies wurde als Hinweis auf einen möglichen Rückzug verstanden, zumal die Menschen vor Ort bereits auf die Evakuierung vorbereitet werden.

Ukrainische Hafenstadt Cherson: Seit Kriegsbeginn unter russischer Kontrolle – und bald befreit?

Cherson fiel im März – also kurz nach Beginn des Ukraine-Kriegs – als einzige ukrainische Gebietshauptstadt in russische Hand. Kremlchef Wladimir Putin verkündete im Oktober den Anschluss des Gebiets an Russland. Ein Ende der Kämpfe ging damit jedoch nicht einher – im Gegenteil. (as)

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