Trump-Anhängerin verharmlost Corona und Rassismus

„Das ist so unterirdisch“: Studiogast bringt Lanz zum Verzweifeln - jetzt reagiert das ZDF

Trump-Befürworterin Tina Chittom sorgte bei Markus Lanz gleich für mehrere Eklats und machte nicht nur den ZDF-Moderator sprachlos, sondern brachte alle Studio-Gäste zur Verzweiflung.

  • Bei Markus Lanz sorgte die Trump-Sympathisantin Tina Chittom gleich für mehrere Eklats.
  • Die Übersetzerin ist US-Amerikanische Bürgerin und Anhänger der „Republicans Overseas“.
  • Die Diskussion drehte sich um den Coronavirus* und den Rassismus in den USA.

Update vom 11. Oktober, 15.41 Uhr: Mit ihrem Auftritt in der ZDF-Talkshow von Markus Lanz sorgte die US-Amerikanerin und Trump-Anhängerin Tina Chittom für einen Sturm der Entrüstung - ihre teilweise rassistischen Thesen stießen auf Empörung, sowohl beim Moderator und den übrigen Gästen, als auch in den sozialen Netzwerken.

Dabei wurde auch auf Twitter massive Kritik an dem öffentlich-rechtlichen TV-Sender laut. Viele User sahen es als Fehler des ZDF an, eine Person mit Ansichten wie Chittom überhaupt eingeladen zu haben.

Nun hat sich eine ZDF-Sprecherin zu der Sendung vom Mittwoch und dem fragwürdigen Auftritt des Mitglieds der „Republicans Overseas“ geäußert. Sie verteidigte auf Anfrage der Webseite watson.de die Einladung Chittoms.

„Die Gäste für die Sendung ‚Markus Lanz‘ werden nach redaktionellen Gesichtspunkten passend zum jeweiligen Thema ausgewählt. Zum redaktionellen Selbstverständnis gehört es, ein umfassendes Bild der Gesellschaft abzubilden“, hieß es. „Dazu gehören auch Vertreter von politischen Richtungen und Meinungen, die nicht mehrheitstauglich sind.“

Markus Lanz sprachlos: Studio-Gast bringt ZDF-Mann zum Verzweifeln

Erstmeldung vom 9. Oktober, 5.41 Uhr: Hamburg - Die Meinungen zur Wahl des US-Präsidenten in den USA spalten sich immer weiter. Auch in der Talk-Runde von Markus Lanz war die Wahl des US-Präsidenten am 03. November das Top-Thema. Pro Donald Trump war Tina Chittom, eine Übersetzerin mit US-amerikanischem Pass. Chittom lebt in Deutschland und ist Teil der republikanischen Sparte „Republicans Overseas“. Mit ihren Aussagen brachte sie nicht nur Moderator Markus Lanz zum Schweigen, sondern sorgte bei allen Gästen für Empörung.

Übersetzerin Tina Chittom sorgte mit ihrem Auftritt bei Markus Lanz und seinen Gästen für viel Empörung

Trump-Eklat bei Markus Lanz: Trump-Fan schockiert mit Meinung über das Coronavirus

Zu Beginn erklärte die Amerikanerin, dass sie das Coronavirus* für nicht gefährlich halte. Damit schließt sie sich der Meinung Donald Trumps an. „Ich finde, das wird medial so aufgebauscht. Einfach so die größte Wirtschaft der Welt zuzumachen, hat schlimme Konsequenzen“, so Chittom. Moderator Markus Lanz versucht einzuhaken und spricht die mehr als 200.000 Corona-Toten in den USA an, die die Zahlen in anderen Ländern deutlich übersteigen. Die Antwort der Republikanerin: „Das ist der Lauf der Welt. Es gibt so Viren eben.“

Im weiteren Verlauf des Gesprächs geht es um die Gesichtsmasken, zu denen Donald Trump* eine klare Stellung bezieht - für den US-Präsidenten sind sie ein Zeichen von Schwäche. Chittom zweifelt ebenfalls an den Masken: „Man weiß ja auch nicht, ob die wirklich funktionieren.“ Als Beispiel verweist sie auf Schweden, wo es auch „keine Toten gäbe“, trotz des eher lockeren Umgangs mit der Corona-Pandemie.

Schließlich übernimmt Physiker Prof. Dirk Brockmann das Gespräch. Der Epidemiologe des Robert-Koch-Instituts* unterstellt der Amerikanerin, dass faktisch alles falsch sei, was sie gesagt habe. Zudem kritisierte er den Umgang Donald Trumps mit dessen eigener Corona-Infektion. Tina Chittom bewertet die Aktion des US-Präsidenten komplett gegenteilig: „Ich finde das eine gute Sache.“ Chittom weiter: „Soll man sich unterm Bett verstecken und die Wirtschaft lahmlegen? Dann begehen die Leute Selbstmord.“

Eklat bei Markus Lanz: Trump-Fan sieht „Black Lives Matter“-Anhänger als Rassisten

Das zweite große Thema des Abends ist der Rassismus sowie die „Black Lives Matter“-Bewegung in den USA. Auch in diesem Thema positioniert sich Chittom fernab der anderen Gäste. Sie bezieht sich auf Studien, dass Afro-Amerikaner für 40 Prozent der Gewaltverbrechen in den USA verantwortlich sind, aber lediglich sechs Prozent der Bevölkerung ausmachen. Zudem sehe sie die „Black Lives Matter“-Bewegung als „rassistisch gegen Weiße“, weil sie „alle Schuld den Weißen“ gebe. Moderator Markus Lanz versucht das Thema auf die strukturellen Probleme in den USA zu lenken, durch die dunkelhäutige Kinder mit Straftaten in Berührung kommen. Chittom blockt ab und bleibt bei ihrer Meinung: „Das hat mit Rassismus nichts zu tun. Das hat soziologische Gründe. Oder auch genetische.“ Sowohl Prof. Brockmann als auch Schauspieler Christian Berkel reagieren empört: „Das ist die Grundlage von Rassismus“, so Berkel.

Eklat bei Markus Lanz: Social Media reagiert wütend auf den Auftritt von Tina Chittom

Markus Lanz schließt das Thema mit den Worten: „Das ist so unterirdisch. Auf dem Niveau sollten wir das nicht machen.“ Die Stimmen auf Social Media richten sich stark gegen Tina Chittom. Allerdings wird auch kritisiert, warum das ZDF der Übersetzerin mit einer Einladung in die Sendung, Platz für ihre Meinung gibt. (tko) *merkur.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks

Rubriklistenbild: © Screenshot ZDF

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