Ausgangssperre verhängt

Sri Lanka: Erstes Todesopfer bei Ausschreitungen - Mob tötet Muslim mit scharfen Waffen 

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Ein Sicherheitsbeamter kontrolliert ein Fahrzeug in Colombo. In Sri Lanka herrscht eine nächtliche Ausgangssperre. 

Drei Wochen nach den Terroranschlägen herrscht in Sri Lanka immer noch ein Ausnahmezustand. Christen und Muslime bekämpfen sich. Ein 45-Jähriger starb.

  • In drei christlichen Kirchen sind in Sri Lanka am Ostersonntag Anschläge verübt worden. Dabei kamen weit über 300 Menschen ums Leben, darunter zahlreiche Kinder.
  • Die Regierung des Inselstaates vermutet eine Vergeltungstat für Attacken auf Moscheen im neuseeländischen Christchurch.
  • Der Islamische Staat hat die Gräueltaten mittlerweile für sich beansprucht.

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Update vom 13. Mai 2010, 20.34 Uhr:

 Ein Muslim ist am Montag bei gewaltsamen Unruhen in Sri Lanka getötet worden. Der 45-Jährige sei kurz nach seiner Einlieferung in ein Krankenhaus im Bezirk Puttalam an der Westküste des Landes gestorben, sagte ein Polizist der Nachrichtenagentur AFP. Ein Mob habe den Mann in seiner Zimmerwerkstatt mit scharfen Waffen angegriffen. Er wurde demnach regelrecht aufgeschlitzt. "Das ist der erste Tote der Unruhen", sagte der Polizist.

Seit Sonntag gibt es in Sri Lanka neue anti-muslimische Unruhen als Reaktion auf die mutmaßlich islamistischen Anschläge auf Kirchen und Luxushotels an Ostern. Zumeist christliche Randalierer attackierten in mehreren Städten Geschäfte von Muslimen und Moscheen.

Die Nachricht vom Tod des Mannes kam kurz nachdem die Behörden eine landesweite sechsstündige nächtliche Ausgangssperre verhängt hatten. Zudem sollte der Zugang zu Online-Netzwerken wie Facebook, WhatsApp und Instagram gesperrt werden.

Bei den Selbstmordattentaten auf drei katholische Kirchen und drei Luxushotels in Sri Lanka waren am 21. April insgesamt 258 Menschen getötet worden, etwa 500 weitere wurden verletzt. Sri Lankas Regierung macht die Islamistengruppe National Thowheeth Jama'ath (NTJ) für die Anschläge verantwortlich. Die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) reklamierte die Anschläge für sich, in einem Video schworen die mutmaßlichen Attentäter einen Treueeid auf IS-Chef Abu Bakr al-Bagdadi.

Nach Sri-Lanka-Drama: Ausschreitungen zwischen Christen und Muslimen - Ausgangssperre verhängt

Update vom 13. Mai 2019, 19.04 Uhr: Gut drei Wochen nach den mutmaßlich islamistischen Anschlägen auf katholische Kirchen und Luxushotels in Sri Lanka hatten am Sonntag katholische Kirchen in Colombo erstmals wieder die Sonntagsmesse gefeiert. Aus Furcht vor neuen Anschlägen waren seit Ostersonntag keine Gottesdienste mehr abgehalten worden. Am Dienstag sollten auch private katholische Schulen wieder öffnen. Viele Schulen planen allerdings erst nächste Woche den Betrieb wieder aufzunehmen, denn die Situation hat sich noch lange nicht beruhigt. Es herrschen neue Spannungen zwischen Christen und Muslimen. 

Die Polizei ging nach eigenen Angaben am Montag gegen hunderte christliche Randalierer in mindestens sechs Städten im Westen des Landes vor, die dort Geschäfte von Muslimen und Moscheen attackierten. Im ganzen Land wurde eine sechsstündige nächtliche Ausgangssperre verhängt. "Mehrere Läden wurden angegriffen", sagte ein Polizeisprecher der Nachrichtenagentur AFP. "Als die Menschenmenge versuchte, Moscheen zu attackieren, haben wir in die Luft geschossen und Tränengas eingesetzt, um sie auseinanderzutreiben." Berichte über Verletzte oder Festnahmen gab es nach Polizeiangaben zunächst nicht.

Regierungschef von Sri Lanka versucht, die Kontrolle zu behalten - Polizeibefugnisse ausgeweitet 

Regierungschef Ranil Wickremesinghe appellierte an die Bevölkerung, Gerüchten keinen Glauben zu schenken. "Ich rufe alle Bürger auf, ruhig zu bleiben und sich nicht von Falschinformationen beeinflussen zu lassen", schrieb er im Kurzbotschaftendienst Twitter, der von der Sperre nicht betroffen war. Er warnte zudem, die Unruhen belasteten die Sicherheitskräfte zusätzlich und behinderten laufende Ermittlungen. Seit der Anschlagsserie gilt in Sri Lanka der Ausnahmezustand. Zudem wurden die Befugnisse der Polizei ausgeweitet.

Zu Beginn war der Polizei zufolge nur in drei Bezirken eine Ausgangssperre verhängt worden. Als die Ausschreitungen sich auf mehrere Bezirke nördlich der Hauptstadt Colombo ausweiteten, sei die Sperre im ganzen Land verhängt worden. Der Polizeisprecher erklärte, die Unruhen seien "stark politisch" geprägt. "Es gibt Menschen, die versuchen, politisches Kapital aus der Situation zu schlagen."

Die Behörden hatten am Montag angeordnet, den Zugang zu Online-Netzwerken wie Facebook, WhatsApp und Instagram zu sperren, nachdem es bereits am Sonntag Zusammenstöße zwischen Christen und Muslimen gegeben hatte.

In der Stadt Chilaw kam es als Reaktion auf die Facebook-Botschaft eines muslimischen Ladenbesitzers zu Ausschreitungen. "Hört auf zu lachen, eines Tages werdet ihr weinen", schrieb der Mann. Christliche Gruppen sahen darin eine Anschlagsdrohung. Sie attackierten daraufhin den Laden des Händlers und weitere Geschäfte. Zudem randalierten sie in einer Moschee.

Nach Sri-Lanka-Drama: Regierung verbietet Gesichtsschleier - Zahl getöteter Ausländer bei 42

Update vom 29. April 2019, 15.44 Uhr: Die Zahl der ausländischen Todesopfer bei den verheerenden Anschlägen vom Ostersonntag in Sri Lanka ist auf 42 gestiegen. Weitere zwölf Ausländer gelten noch als vermisst, wie das Außenministerium des südasiatischen Inselstaates am Montag mitteilte. Unter den Toten ist nach Angaben des Auswärtigen Amtes auch ein Deutsch-Amerikaner.

Am Montag trat ein Vermummungsverbot in Sri Lanka in Kraft. Dies geschehe unter den Bestimmungen eines Notstands, den Staatspräsident Maithripala Sirisena am Ostermontag ausgerufen hatte, teilte dessen Büro mit. Gesichtsbedeckungen erschwerten die Identifizierung einer Person und gefährdeten so die nationale Sicherheit, hieß es. Kleidungsstücke muslimischer Frauen wie Gesichtsschleier, Burka und Niqab wurden nicht ausdrücklich genannt. Gegen sie richtet sich das Verbot aber vermutlich in erster Linie. Rund zehn Prozent der knapp 21 Millionen Sri Lanker sind Muslime. Die Tropeninsel ist mehrheitlich buddhistisch.

Trauerfeier nach Terror: Die dänische Kronprinzessin weint um die toten Kinder des Mode-Milliardärs (†15, †12, †5)

News vom 27. April: Nach Sri-Lanka-Drama: Polizei macht neuen schrecklichen Fund - Trauermarsch für Milliardärskinder

20.43 Uhr: Weiter herrscht Unklarheit über das Schicksal des Polizeichefs von Sri Lanka. Präsident Maithripala Sirisena hatte am Freitag die Rücktritte von Polizeichef Pujith Jayasundara und Verteidigungsminister Hemesiri Fernando bekanntgegeben. Nach Berichten asiatischer Medien vom Samstag soll Polizeichef Jayasundara sich jedoch geweigert haben, der Rücktrittsforderung zu entsprechen. Der Präsident hatte Jayasundara und Fernando vorgeworfen, ihm Informationen über geplante Terroranschläge vorenthalten zu haben. Laut der Verfassung Sri Lankas kann ein Polizeichef nur durch ein langwieriges parlamentarisches Verfahren seines Amtes enthoben werden.

Die Sicherheitsorgane Sri Lankas waren bereits Anfang April vom indischen Geheimdienst vor geplanten Terrorangriffen gewarnt worden, ohne aber Maßnahmen zum Schutz potenzieller Anschlagsziele und zur Verhinderung der Anschläge zu ergreifen. Kardinal Malcolm Ranjith, Erzbischof von Colombo, zeigte sich gegenüber Medien in Sri Lanka entsetzt darüber, dass die Behörden die Kirchen nicht gewarnt hatten.

6.46 Uhr: Nach mehreren Explosionen in einem von der Polizei umstellten Haus im Osten Sri Lankas sind darin 15 Leichen entdeckt worden. Das Haus in der Küstenstadt Sainthamaruthu sollte im Zuge einer Anti-Terror-Razzia von Sicherheitskräften gestürmt werden, als es nach Aussagen eines Polizeisprechers vom Samstag zu den Detonationen kam. Unter den Toten sind demnach sechs Kinder und drei Frauen.

Das Gebäude war dem Sprecher zufolge am späten Freitagabend (Ortszeit) von Einheiten der Polizei und der Armee umzingelt worden. Grund des Einsatzes waren Ermittlungen nach den verheerenden Anschlägen vom Ostersonntag mit mehr als 250 Toten. Die Sicherheitskräfte wurden den Angaben zufolge aus dem Haus beschossen. Kurz darauf sei es in dem Gebäude zu mindestens drei Explosionen gekommen.

„Wir haben das Gebäude durchsucht und 15 Leichen gefunden, zwölf davon in dem Haus und drei davor“, sagte der Sprecher. Die Polizei vermute, dass die Detonationen auf einen oder mehrere Selbstmordattentäter zurückgehen. Ein Kind und eine Frau seien verletzt ins Krankenhaus gebracht worden.

Sainthamaruthu liegt etwa 360 Kilometer östlich der Inselhauptstadt Colombo und nicht weit entfernt von der Stadt Batticaloa, wo am Ostersonntag eine Kirche angegriffen worden war. Neun einheimische Selbstmordattentäter, darunter eine Frau, hatten an jenem Tag Anschläge unter anderem auf drei christliche Kirchen und drei Luxushotels verübt. Die Polizei warnte danach vor neuen Anschlägen durch Islamisten in dem Inselstaat. Obwohl sich Dutzende Verdächtige in Gewahrsam befanden, waren einige noch auf freiem Fuß.

News vom 26. April: Sri Lanka: Milliardärs-Ehepaar überrascht bei Trauermarsch - neue Schießerei

19.49 Uhr: Nach den Anschlägen vom Ostersonntag mit mehr als 250 Toten in Sri Lanka ist es dort bei einer Razzia zu drei Explosionen und einer Schießerei gekommen. In einem Wohnhaus im Osten des Landes wurden am Freitagabend bei mutmaßlichen Islamisten zunächst unter anderem mehrere Sprengstoffwesten, Materialien zur Herstellung von Bomben und eine Drohne gefunden, wie die Polizei mitteilte.

Kurz darauf wollten die Polizisten und Soldaten in der Nähe zwei weitere Häuser durchsuchen; dabei gab es in einem der Gebäude drei Explosionen. Anschließend wurde auf die Einsatzkräfte geschossen. Es schloss sich eine rund zweistündige Schießerei an. Nach ersten Berichten gab es mindestens einen Verletzten mit Schusswunden.

17.03 Uhr: Soldaten der Armee Sri Lankas haben ein verdächtiges Lagerhaus in der Stadt Sainthamaruthu an der Ostküste der Insel gestürmt und sich eine Schießerei mit mutmaßlichen Hintermännern der tödlichen Anschläge geliefert. Das berichten soeben die Nachrichtenagentur AP und lokale Medien unter Berufung auf das Verteidigungsministerium.

Die dpa berichtet der weil über Explosionen. In einem Wohnhaus in Sri Lanka haben demnach Polizei und Armee mehrere Sprengstoffwesten sowie Materialien zur Herstellung von Bomben gefunden. Nach der Razzia am Freitagabend (Ortszeit) im Ort Sammanthurai im Osten des Inselstaates gab es dort zudem drei Explosionen und eine Schießerei, wie die Polizei mitteilte. Die Details waren zunächst unklar. Sieben junge Muslime seien festgenommen worden, hieß es von der Polizei. Fernsehbilder zeigten eine Flagge der Terrormiliz Islamischer Staat, die auch in dem Haus gefunden worden sein soll. Dies bestätigte die Polizei zunächst nicht. Der Ort befindet sich nicht weit von der Stadt Batticaloa, wo am Ostersonntag eine Kirche angegriffen worden war.

Nach Sri-Lanka-Drama: Trauermarsch für getötete Milliardärs-Kinder - dann überrascht das Ehepaar

14.24 Uhr: Nun gibt es Bilder und Berichte zur Anteilnahme der Dänen im Wohnort des Mode-Milliardärs Povlsen. Der hatte bei den Anschlägen in Sri Lanka drei seiner Kinder verloren.

Am Donnerstagabend zogen rund 250 Anwohner, Nachbarn und Freunde mit Fackeln von dem kleinen Ort Stavtrup bei Aarhus hinaus nach Constantinsborg, dem Wohnsitz der Familie. Wie etwa die Bild-Zeitung berichtet, wanderten die Anteilnehmenden einige Kilometer und gingen dann durch das Eingangstor in den inneren Hof des weitläufigen Herrensitzes. Dann überraschten Anders und Anne Holch Povlsen alle und traten aus der Tür und die Treppe herab. Dem Bericht nach nahmen auch sie - sich gegenseitig stützend - an den vier Schweigeminuten teil. Eine Minute für jedes Kind, eine Minute für alle weiteren Opfer.

15.01 Uhr: Nach den Osteranschlägen mit über 250 Toten in Sri Lanka fahnden die Behörden nach etwa 140 Personen mit Verbindungen zur Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS). Die Polizei warnte vor möglichen weiteren Anschlägen von Islamisten, wie Medien in Sri Lanka am Freitag berichteten. Einige Verdächtige seien weiter auf freiem Fuß. Die Polizei veröffentlichte Fahndungsfotos.

Nach Sri-Lanka-Drama: TUI reagiert mit radikaler Maßnahme 

13.49 Uhr: Tui Deutschland sagt alle Reisen nach Sri Lanka bis einschließlich 31. Mai ab. Für Urlauber vor Ort werde die vorzeitige Rückreise organisiert, teilte das Unternehmen am Freitag mit. Nach den Anschlägen vom Ostersonntag mit nach jetzigem Stand 253 Toten gibt es in dem asiatischen Land neue Warnungen vor möglichen Angriffen auf Gotteshäuser. Tui Deutschland reagiert nach eigenen Angaben auf die

aktualisierte Lageeinschätzung des Auswärtigen Amtes

: „Es besteht grundsätzlich die Gefahr von weiteren Anschlägen. Reisenden wird vor diesem Hintergrund zu erhöhter Wachsamkeit geraten, insbesondere wird von nicht notwendigen Reisen nach Colombo abgeraten“, heißt es darin. Die Sicherheitslage sei im ganzen Land angespannt.

Tui-Gäste, die bis 31. Mai nach Sri Lanka reisen wollten, werden nach Angaben des Unternehmens kontaktiert. Sie können gebührenfrei umbuchen oder ihre Reise kostenlos stornieren. Auch Gäste, die vor Ort sind, würden von der Tui-Reiseleitung kontaktiert, um die vorzeitige Rückreise zu organisieren. Derzeit befinden sich laut Tui Deutschland rund 150 Kunden des Veranstalters in Sri Lanka. Laut der Botschaft des Inselstaates bilden deutsche Urlauber die drittgrößte Gruppe an Touristen hinter Indien und dem Vereinigten Königreich.

Sri Lanka: Milliardär meldet sich nach Drama um Kinder emotional per SMS 

10.32 Uhr: Am 24. April meldete sich Anders Holch Povlsen erstmals zu Wort. Das berichtet die Bundte unter Bezug auf ein dänisches Medium. 

Laut „dana press" nämlich, hatte sich Povlsen per SMS bei Pastor Arne Holst-Larsen gemeldet, der die Nachricht bei einer Gedenkfeier in der Heimatstadt der Familie, dem dänischen Brande, vorlaß. In Brande zeigte die Bevölkerung viel Mitgefühl für das Unglück der Familie. Dafür dankte Povlsen jetzt:

„Wir senden Euch unsere herzlichsten Grüße und Gedanken, und sind für all die Herzenswärme, die wir in den letzten Tagen erfahren durften, zutiefst dankbar. Der Verlust unserer geliebten Kinder Alma, Agnes und Alfred ist unbegreiflich. Mit all den wunderbaren Menschen, die uns umgeben, engen Freunden, guten Kollegen und unserer lieben Familie, werden wir dies zusammen durchstehen. Wir schätzen die Mitmenschlichkeit, die auch heute Abend in Brande gezeigt wird, sehr - uns und unseren Kindern gegenüber, aber auch gegenüber allen Opfern der grausamen Taten in Sri Lanka. Anders & Anne."

Terror in Sri Lanka: Polizei-Warnung vor neuen Anschlägen

9.17 Uhr: Nach den Anschlägen vom Ostersonntag gibt es in Sri Lanka neue Warnungen vor möglichen Angriffen auf Gotteshäuser. Die Polizei teilte am Freitag auf Twitter mit, dass Islamisten Geheimdienstinformationen zufolge Moscheen der Sufisten angreifen wollten. Der Sufismus ist eine Strömung im Islam mit mystischen Traditionen und Riten. Radikale Islamisten betrachten Sufisten wegen ihrer Toleranz auch anderen Religionen gegenüber als Feinde. Die Sicherheitsvorkehrungen an den Moscheen wurden laut Polizei erhöht.

Die US-Botschaft in Sri Lanka hatte am Donnerstag vor möglichen weiteren Anschlägen auf Gotteshäuser gewarnt. Diese sollten von Freitag bis Sonntag gemieden werden, twitterte die Botschaft am Donnerstag unter Berufung auf die sri-lankischen Behörden.

Einige Verdächtige der Osteranschläge seien weiter auf freiem Fuß, berichteten Medien in Sri Lanka. Die Polizei veröffentliche am Freitag auch Fahndungsfotos.

Nach den Anschlägen in Sri Lanka.

6.58 Uhr: Der mutmaßliche Drahtzieher der Anschläge in Sri Lanka, der Islamistenanführer Zahran Hashim, ist nach Regierungsangaben bei einer der Attacken ums Leben gekommen. Sri Lankas Staatschef Maithripala Sirisena sagte am Freitag, das hätten ihm die Geheimdienste mitgeteilt. Hashim galt als der Anführer der Islamistengruppe National Thowheeth Jama'ath (NTJ), die für die Anschläge verantwortlich gemacht wird, und stand offenbar im Zentrum eines Bekennervideos der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS).

Als weiteres Detail wurde bekannt, dass Hashim bei dem Anschlag im Luxushotel "Shangri-La" in Colombo gestorben sein soll.

Sri Lanka: Zahl der Todesopfer viel zu hoch geschätzt - Terror-Drama um Mode-Milliardär

25. April 2019, 21.39 Uhr: Das Gesundheitsministerium in Sri Lanka hat die Zahl der Toten bei den Anschlägen vom Ostersonntag um mehr als 100 nach unten korrigiert. Bei den Anschlägen seien 253 Menschen ums Leben gekommen, nicht wie zuletzt angegeben 359. Der Generaldirektor der Gesundheitsdienste, Anil Jayasinghe, teilte am Donnerstagabend mit, die genaue Zahl sei unklar, weil die Körper extrem verstümmelt worden seien. Auch die Zahl der Verletzten korrigierte er von früher 485 auf 149 nach unten.

Nach den jüngsten Zahlen des Außenministeriums Sri Lankas waren 40 Ausländer unter den Todesopfern. Es war zunächst unklar, ob sich auch diese Zahl ändern wird.

Bei den Anschlägen in Sri Lanka sind nach offiziellen Angaben gut hundert Menschen weniger getötet worden als bislang angenommen. Die Opferzahl sei nach Abschluss der Autopsien von 359 auf 253 korrigiert worden, teilten die Behörden am Donnerstag mit. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums waren nach den Explosionen am Ostersonntag mehrere schwer verstümmelte Leichen doppelt gezählt worden.

Hunderte Muslime fliehen aus Angst vor Rache

17.56 Uhr: Aus Angst vor Racheakten und Einschüchterungen nach den verheerenden Anschlägen in Sri Lanka haben hunderte Muslime in Moscheen und einer Polizeistation Schutz gesucht. In Negombo im Westen des Landes, wo am Ostersonntag mehr als hundert Christen in einer Kirche getötet worden waren, hätten zahlreiche Muslime ihre Unterkünfte räumen müssen, weil die Eigentümer Vergeltungsaktionen auf ihren Grundstücken fürchteten, sagte Ruki Fernando von der Menschenrechtsgruppe Inform am Donnerstag.

Einige Muslime seien auch aus eigenem Antrieb geflohen, nachdem Unbekannte in der Stadt in ihre Häuser eingedrungen seien und sie geschlagen hätten. In einer Moschee der Stadt suchten demnach vermutlich bis zu 700 Muslime Zuflucht. Rund 120 weitere hätten Schutz in einer Polizeistation gefunden. Mehrere hundert weitere Muslime seien in einer Moschee im rund 25 Kilometer entfernten Pasyala untergekommen.

Bei den vertriebenen Muslimen handelt es sich den Angaben zufolge um Mitglieder der Ahmadi-Minderheit. Sie sind Flüchtlinge aus Pakistan, Afghanistan, aus dem Jemen und dem Iran, wo sie von Hardline-Islamisten wegen ihrer Glaubensrichtung nicht als echte Muslime betrachtet und angefeindet werden. "Heute sind diese Flüchtlinge in Sri Lanka wieder zu Flüchtlingen geworden", sagte Fernando.

17.16 Uhr: Nach den Anschlägen in Sri Lanka hat die Polizei die Bevölkerung um Hinweise zu sechs Verdächtigen gebeten. Sie veröffentlichte am Donnerstag die Namen und Fotos von drei Männern und drei Frauen. Diese würden im Zusammenhang mit den Selbstmordanschlägen vom Ostersonntag gesucht. Einige Twitter-Nutzer gaben an, dass eines der Bilder möglicherweise eine bekannte muslimische US-Aktivistin mit sri-lankischer Abstammung zeige.

Die US-Botschaft in Sri Lanka warnte vor möglichen weiteren Anschlägen auf Gotteshäuser. Diese sollten von Freitag bis Sonntag gemieden werden, twitterte die Botschaft am Donnerstag unter Berufung auf die sri-lankischen Behörden. „Bleiben Sie weiter wachsam und meiden Sie größere Menschenmengen“, hieß es.

Terror in Sri Lanka: Mode-Milliardär hatte eine große Feier mit den Kindern geplant

15.43 Uhr: Vier Tage nach den blutigen Anschlägen in Sri Lanka ist die Gefahr weiterer Angriffe offenbar nicht gebannt: Im ganzen Land bleiben die katholischen Kirchen auf Anraten der Sicherheitsbehörden vorerst geschlossen, während die Suche nach weiteren Verdächtigen intensiviert wurde. In einer Reisewarnung rief Israel unterdessen alle Bürger auf, Sri Lanka schnellstmöglich zu verlassen oder geplante Reisen dorthin nicht anzutreten.

Das Anti-Terror-Amt des israelischen Ministerpräsidenten sprach am Donnerstag von einer "erhöhten konkreten Gefahr" - die Bedrohung wurde auf Stufe vier von fünf eingeschätzt. Die Reisewarnung werde aufgrund der "Verschlechterung der Sicherheitslage und der Sorge vor weiteren Anschlägen" erlassen, hieß es in der Erklärung weiter.

Povlsen verlor drei seiner Kinder bei der Explosion im Luxus-Hotel Shangri-la.

Update 25. April, 10.10 Uhr: Der dänische Milliardär Anders Holch Povlsen und seine Frau wollten eigentlich im Juni ihren ersten Hochzeitstag zusammen mit den Kindern feiern. Doch so kurz nach den Terroranschlägen und dem Verlust von drei Kindern scheint eine Feier unwahrscheinlich, das berichtet die Bild. Der dänische Kronprinz Frederik (50) sagte bedrückt: „Es ist schrecklich tragisch. Unsere Gedanken sind bei der Familie.“ Seine Frau Mary gestand: „Wir sind tief betroffen von diesen unbegreiflich tragischen Geschehnissen.“ Die Familie des Kronprinzen und die Povlsens sind eng befreundet.

Der Milliardär, seine Frau und das überlebende Kind sollen wieder in Dänemark sein. Dänemarks Indien-Botschafter Peter Taksøe-Jensen (60) ist seit Sonntag in Colombo. Er erklärte: „Die Familie der Toten ist abgereist. Die Familie hat Berater hinterlassen, die in ihrem Namen alles regeln. Ihre Hauptaufgabe ist es, die Kinder zu identifizieren. Diese Berater stehen der Familie nahe und kannten die Kinder gut.“

Erneute Explosion in Sri Lanka am Donnerstag

9.41 Uhr: Nach Angaben der Agentur epd hat am Donnerstag eine weitere Explosion in Sri Lanka vor einem Gericht östlich der Hauptstadt Colombo neue Panik ausgelöst. Der katholische Erzbischof von Colombo, Malcolm Ranjith, sagte aus Sicherheitsgründen alle Gottesdienste bis zum 29. April ab. Derweil gehen die Untersuchungen über die Hintergründe der Anschläge weiter. Bei der Explosion in Pugoda, 40 Kilometer von Colombo entfernt, kam am Donnerstag niemand zu Schaden. Die Polizei durchsuchte im ganzen Land weiter Häuser.

9.25 Uhr: Lesen Sie den Kommentar des Chefredakteurs des Münchner Merkur, Georg Anastasiadis, zum Terror auf Sri Lanka auf merkur.de*.

Terror in Sri Lanka: Christliche Gottesdienste bis auf weiteres gestrichen

08.28 Uhr: Nach den Anschlägen in Sri Lanka mit mehr als 350 Toten werden in den katholischen Kirchen des Landes vorerst keine Gottesdienste mehr abgehalten. "Auf Rat der Sicherheitskräfte lassen wir alle Kirchen geschlossen", sagte ein ranghoher Priester am Donnerstag der Nachrichtenagentur AFP. Bis auf Weiteres würden deshalb keine öffentlichen Messen mehr gefeiert. Nach Angaben von Regierungsbeamten wurden die Sicherheitsvorkehrungen an Kirchen landesweit erhöht.

06.45 Uhr: Nach den verheerenden Terroranschlägen mit Hunderten Toten in Sri Lanka haben die Ermittler 16 weitere Verdächtige festgenommen. Insgesamt befinden sich nach Behördenangaben vom Donnerstag nun 76 Verdächtige in Gewahrsam. Zudem wurden mehrere Fahrzeuge beschlagnahmt und neue Sicherheitsvorkehrungen erlassen, darunter ein Flugverbot für Drohnen. Unterstützt werden die einheimischen Ermittler von eigens angereisten Teams der US-Bundespolizei FBI und Interpol.

Sieben sri-lankische Selbstmordattentäter hatten sich am Ostersonntag nahezu zeitgleich in drei christlichen Kirchen in mehreren Städten und drei Luxushotels in der Hauptstadt Colombo in die Luft gesprengt. Einige Stunden später gab es zwei weitere Explosionen in einem kleinen Hotel und einer Wohngegend in Vororten Colombos. Ein weiterer Anschlag auf ein Fünf-Sterne-Hotel scheiterte. Die Zahl der Toten lag nach Polizeiangaben vom Mittwoch bei 359.

Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hat die Selbstmordanschläge für sich reklamiert. Die Echtheit der Nachricht ließ sich nicht unabhängig überprüfen. Sri Lankas Behörden machen eine einheimische Islamistengruppe verantwortlich, die aber Hilfe aus dem Ausland gehabt haben soll. Nach Einschätzung der Regierung waren die Taten als Vergeltung für den Anschlag auf Moscheen im neuseeländischen Christchurch im März gedacht.

Terror in Sri Lanka: Mode-Milliardär verlor drei Kinder - jetzt werden neue Details über ihn bekannt

Update 24. April, 14.44 Uhr: Man weiß wenig über Anders Holch Povlsen (46), den dänischen Mode-Milliardär, der bei den Terroranschlägen auf Sri Lanka drei Kinder verloren hat. Klar scheint laut Bild, dass er rund 7,8 Milliarden Dollar besitzt, in Berlin studiert hat und seine Frau einst in seiner Firma kennenlernte. 

Der Mann, dessen Schicksal so viele Menschen in Deutschland und in aller Welt bewegt, hat weitreichende Kontakte. Povlsens Kinder waren mit den vier Kindern der königlichen Familie befreundet. Sie gingen sogar zusammen ins Theater. Auch in den schottischen Highlands hatte Povlsen große Pläne, kaufte alte Gutshöfe, Schlösser und den dazugehörigen Grund. Er soll rund ein Prozent der Landfläche Schottlands besitzen – mehr als das britische Königshaus. Sein Traum: Ein Jahrhundertprojekt, das er seinen Kindern überlassen wollte. Er hoffe, dazu beitragen zu können, dass die wilde Natur der Highlands wieder zu sich selbst fände, schrieb Povlsen einmal: „Dieses Projekt wird nicht zu unserer Zeit fertig. Aber es wird Früchte tragen, nicht nur für unsere Kinder (...).“ 

Die Polvsens wollten der Natur ihr Land in den schottischen Highlands zurückgeben. Das gewaltige Areal auswildern. Unglaublich: Vor ein paar Tagen machte Polvsen so etwas wie sein Testament: Wenn er und seine Frau sterben, sollten die Kinder die Ländereien in Schottland und das Projekt „Wildland“ erben. Nun trauern die Eltern und ein Geschwisterchen um die drei toten Kinder.

Das Auswärtige Amt hat nach den Anschlägen auch seine Reisehinweise für Sri Lanka aktualisiert.

Familie aus Neuseeland in Sri Lanka: „Es ist furchtbar“

14.19 Uhr: Einige Wochen vor den grausamen Anschlägen in Sri Lanka ereignete sich am 15. März in Neuseeland ein Attentat auf Muslime, als ein Rechtsextremist in einer Moschee der Hauptstadt Christchurch 50 Menschen erschoss. Eine neuseeländische Familie macht nun Urlaub in dem Urlaubsparadies im Indischen Ozean und wurde mit einem weiteren Anschlag ungeheuren Ausmaßes konfrontiert, wie Bild Online (Bezahl-Inhalt) berichtet: „Vor sechs Wochen hatten wir den schlimmsten Terror zu Hause, jetzt passiert es hier wieder. Es ist furchtbar. Wir fühlen mit den Angehörigen der Opfer und den Einwohnern“, sagt der 40-jährige John Willets, der zusammen mit Frau und vier Söhnen nur wenige Tage nach der Bomben-Hölle Sri Lanka mit weit über 300 Toten und vielen Hundert Verletzten in der Hauptstadt Colombo weilt.

Zu sehen ist die Familie auch am Strand vor dem Luxushotel „Shangri-La“, Schauplatz eines der Anschläge, bei denen sich Selbstmordattentäter in die Luft gesprengt hatten.

11.57 Uhr: Die USA hatten nach Angaben ihrer Botschafterin in Sri Lanka keine vorherige Kenntnis von der tödlichen Anschlagserie in Sri Lanka. "Wir wussten nichts von diese Anschlägen", sagte Alaina Teplitz dem US-Fernsehsender CNN am Mittwoch. Bei den Bombenanschlägen auf drei Kirchen und drei Luxushotels in dem südasiatischen Inselstaat waren am Ostersonntag 359 Menschen getötet worden, darunter mindestens vier US-Bürger.

Ein Minister Sri Lankas hatte Anfang der Woche gesagt, Indien und die USA hätten seiner Regierung vor den Anschlägen Informationen zukommen lassen.

Sri Lanka: Frau sprengte sich und ihr Ungeborenes in die Luft

9.17 Uhr: Immer mehr wird über die Attentäter bekannt, die mittlerweile mehr als 350 Menschen in den Tod rissen. Sie stammen aus einer Millionärsfamilie oder waren sogar schwanger. Obwohl das IS-Propaganda-Sprachrohr Amaq in seinen Mitteilungen keine Namen nannte, sollen die Ermittler in Sri Lanka die Identität der Attentäter enthüllt haben, berichtet die englische „Sun“. So sollen die örtlichen Drahtzieher ein verheiratetes Paar mit Kindern gewesen sein, die aus einer sehr wohlhabenden Familie stammen: Ilham Ibrahim und seine schwangere Frau Fatima. Sie sollen den Kirchen-Terror geplant und durchgeführt haben, berichtet die Bild unter Berufung auf die britische Quelle.

Nachdem die Polizei offenbar Hinweisen nach ihrem Mann nachgegangen war und ihre Wohnung stürmte, löste die schwangere Frau ihre Selbstmordweste aus, berichtet der englische „Mirror“. Sie tötet sich, ihr Ungeborenes, ihre drei kleinen Söhne und drei Polizisten. Wie „Sky News“ berichtet, soll zudem einer der Attentäter in Großbritannien studiert haben. Laut Vize-Verteidigungsminister Ruwan Wijewardene seien die Terroristen gut ausgebildet sowie „finanziell unabhängig“ gewesen. Sri Lankas Polizeichef hatte schon am 11. April vor Plänen gewarnt, dass es Anschläge auf Kirchen geben könnte. Premierminister Ranil Wickremesinghe bestätigte, dass der Polizei die Anschlagspläne bekannt gewesen seien, sie habe jedoch nicht gehandelt.

6.14 Uhr: Nach den grausamen Anschlägen mit mehr als 350 Toten will die Regierung von Sri Lanka die Chefs der Sicherheitsbehörden entlassen. Grund: unzureichende Informationspolitik. Staatspräsident Maithripala Sirisena kündigte im Fernsehen an, die Führungen von Polizei und anderer Sicherheitskräfte innerhalb von 24 Stunden auszuwechseln. Demnach seien Hinweise auf Anschlagspläne nicht an die Regierung weitergegeben worden. Sieben einheimische Selbstmordattentäter hatten sich am Ostersonntag beinahe zeitgleich in drei Kirchen sowie mehreren Städten und drei Luxushotels in der Hauptstadt Colombo in die Luft gesprengt. Einige Stunden später gab es zwei weitere Explosionen in einem kleinen Hotel und einer Wohngegend in Vororten Colombos. Die Zahl der Toten lag nach Polizeiangaben vom Mittwoch bei 359 - darunter waren laut Außenministerium 34 Ausländer, 14 wurden noch vermisst. Auch ein Deutsch-Amerikaner wurde getötet, wie das Auswärtige Amt mitteilte. Laut Unicef kamen auch 45 Kinder ums Leben. Mehr als 400 Verletzte werden laut Polizei noch in Krankenhäusern behandelt.

Video: Sri Lanka - Konsequenzen bei der Polizei

Terror in Sri Lanka: Das waren die Meldungen vom Dienstag

19.45 Uhr: Bei der Suche nach den Drahtziehern der verheerenden Anschläge in Sri Lanka sind weiterhin viele Fragen offen: Während die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) die Angriffe für sich reklamierte und ein Foto der angeblichen Täter veröffentlichte, schrieb die Regierung sie einer einheimischen Gruppierung zu. Mehrere Verdächtige sind offenbar noch auf der Flucht und könnten weitere Anschläge verüben.

"Diejenigen, die den Angriff ausgeführt haben, der vorgestern Mitglieder der US-geführten (Anti-IS-)Koalition und Christen in Sri Lanka zum Ziel hatte, sind Kämpfer des Islamischen Staates", hieß es in einer Mitteilung, die das IS-Propaganda-Sprachrohr Amaq zwei Tage nach den Angriffen veröffentlichte. Belege oder nähere Angaben zu den Tätern gab es zunächst nicht.

Erst in einer zweiten Mitteilung wurden die Pseudonyme von sieben Männern veröffentlicht, die laut dem IS hinter den Anschlägen mit mehr als 320 Toten stecken sollen. Ihre wirklichen Namen wurden nicht genannt. Ein Foto zeigt acht teils bewaffnete Menschen, die bis auf einen alle maskiert sind. Warum das Bild acht Personen zeigt, im Text aber nur von sieben die Rede ist, blieb unklar.

Der IS reklamierte die Tat für sich, nachdem Sri Lankas Regierung sie zuvor der bislang weitgehend unbekannten, einheimischen Islamistengruppe National Thowheeth Jama'ath (NTJ) zugeschrieben hatte. Ein Regierungssprecher hatte am Montag allerdings bereits erklärt, die Behörden prüften, ob die Gruppe "internationale Unterstützung" gehabt habe. "Wir glauben nicht, dass eine kleine Organisation in diesem Land all das alleine machen kann", sagte er.

18.04 Uhr: Neuseeland sind bislang keine Verbindungen zwischen den verheerenden Anschlägen in Sri Lanka und dem Angriff auf zwei Moscheen in Christchurch bekannt. Die Regierung habe noch keine entsprechenden Geheimdienstberichte gesehen, sagte ein Sprecher der neuseeländischen Regierungschefin Jacinda Ardern am Dienstag.

Die Regierung in Sri Lanka hatte zuvor erklärt, vorläufige Untersuchungen hätten gezeigt, dass die Anschlagsserie vom Ostersonntag eine "Vergeltung" für den Angriff auf Muslime in Christchurch gewesen sei. Ein australischer Rechtsextremist hatte Mitte März in der neuseeländischen Stadt 50 Menschen in zwei Moscheen getötet.

"Wir verstehen, dass die Ermittlungen in Sri Lanka in einem frühen Stadium sind", sagte der Sprecher und fügte mit Blick auf eine mögliche "Vergeltung" für Christchurch hinzu: "Neuseeland hat noch keine Geheimdienstberichte gesehen, auf denen diese Einschätzung beruhen könnte."

Terror in Sri Lanka: Video zeigt, wie der Attentäter vor der Kirche noch ein Mädchen streichelte

16.50 Uhr: Der Focus berichtet nun von Rentner Dilp Fernando, der in die St.-Sebastian-Kirche wollte. Weil er dort jedoch keinen Sitzplatz mehr fand, ging er in eine andere Kirche, erzählt der 66-Jährige. Auch seine Verwandten kamen nicht mehr rein, beschlossen aber, den Gottesdienst von draußen mitzuverfolgen. Dort begegneten sie dem mutmaßlichen Attentäter. Das Überwachungsvideo zeigt diesen Moment. Sie können die Situation auch gleich zu Beginn des Videos weiter unten im Text sehen.

"Gegen Ende der Messe sahen sie einen jungen Mann mit einem schweren Sack in die Kirche gehen", sagt Fernando. "Im Vorbeigehen strich er meiner Enkelin noch über den Kopf." Alle hätten sich gewundert, warum er so spät in die Messe wollte. Kurz darauf hörten sie die Explosion...

14.40 Uhr: In einem Interview mit der Bild-Zeitung hat nun ein Arzt des „National Hospital“ in Colombo von den schrecklichen Zuständen nach der Attentats-Serie vom Osterwochenende berichtet. „Die Schwerverletzten kamen im Sekundentakt, es wollte einfach nicht aufhören“, sagte der Chef der Unfallchirurgie des Hospitals, Mihira Bandara. „Es war fast schlimmer als im Bürgerkrieg. Man kann es kaum in Worte fassen.“

267 der insgesamt 500 Verletzten der Anschläge seien in das „National Hospital“ eingeliefert worden, schreibt das Blatt. Dementsprechend hart habe man priorisieren müssen, berichtete Bandara: „Ein rotes Armband bedeutet: sofort operieren, lebensgefährliche Verletzungen. Ein gelbes Band bedeutet: verletzt, aber nicht lebensgefährlich. Grün: leichte Verletzungen.“

Überwachungsvideos zeigen angeblich Kirchen-Attentäter in Negombo

14.29 Uhr: Medienberichten zufolge sind nun Überwachungsvideos aufgetaucht, die einen der Selbstmordattentäter von Sri Lanka kurz vor seiner Tat zeigen. Die Aufnahmen, die in diversen TV-Kanälen des Inselstaates kursieren, zeigen einen bärtigen jungen Mann mit Rucksack - zunächst auf den Straßen der Stadt Negombo, dann in der Kirche St. Sebastian, die zum Ziel eines der Anschläge geworden war. Über das Video berichtete unter anderem der britische Fernsehsender Sky.

13.01 Uhr: Die Terrorgruppe Islamischer Staat (IS) hat die Anschläge auf Hotels und christliche Kirchen in Sri Lanka für sich reklamiert. Das IS-Sprachrohr Amak berichtete am Dienstag in den sozialen Netzwerken, dass die Angreifer, die die Attacken auf „Bürger der Koalition und die christliche Gemeinschaft“ durchgeführt haben, Kämpfer des Islamischen Staates gewesen seien. Mit „Bürgern der Koalition“ bezeichnet der IS Staatsbürger von Ländern, die der internationalen Anti-IS-Koalition angehören, die die Terrormiliz in Syrien und im Irak bekämpft.

Die Echtheit der Bekennernachricht ließ sich zunächst nicht unabhängig überprüfen. Sie erfolgte aber über die üblichen Kanäle in den sozialen Netzwerken, in denen der IS auch bereits in der Vergangenheit Anschläge für sich reklamiert hatte. Der IS gilt in seinem Stammgebiet in Syrien und dem Irak als besiegt. Experten warnen aber weiterhin vor der Gefahr von Anschlägen durch die Extremisten.

Update vom 23. April, 12.55 Uhr: Zwei muslimische Brüder aus Sri Lanka sind für zwei Selbstmordanschläge auf Hotels in Colombo verantwortlich. Die Söhne eines wohlhabenden Gewürzhändlers aus Colombo hätten sich als Gäste ausgegeben und in den Hotels Shangri-La und Cinnamon Grand in die Luft gesprengt, erfuhr die Nachrichtenagentur AFP am Dienstag aus Polizeikreisen. 

Terror in Sri Lanka: „Vergeltung“ für Christchurch fordert das Leben von 45 Kinder

Bei den Anschlägen in Sri Lanka sind nach Angaben des UN-Kinderhilfswerks Unicef auch 45 Kinder ums Leben gekommen. Das jüngste der 13 in Batticaloa gestorbenen Kinder sei erst 18 Monate alt gewesen, teilte Unicef-Sprecher Christophe Boulierac am Dienstag in Genf mit. In Negombo seien 27 Kinder getötet worden. Außerdem sei der Tod von fünf ausländischen Kindern bestätigt worden, hieß es.

Die Anschläge in Kirchen und Luxushotels waren nach ersten Erkenntnissen der Regierung als Vergeltung für den Anschlag auf Moscheen im neuseeländischen Christchurch im März gedacht. Das erklärte Vize-Verteidigungsminister Ruwan Wijewardene am Dienstag im Parlament. Die Zahl der Toten stieg ihm zufolge auf 311 - darunter 37 Ausländer. Mehr als 500 Verletzte wurden nach Angaben der Polizei noch in Krankenhäusern behandelt.

dpa/afp

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