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„Folterkammern“: Ukrainischer Menschenrechtsbeauftragter erschüttert nach Cherson-Rückeroberung

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Von: Bettina Menzel, Bedrettin Bölükbasi, Andreas Schmid, Fabian Müller

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Die Ukraine verlängert Kriegsrecht und Mobilmachung. Experten deuten das als Anzeichen für die Kriegsdauer. Die Moral in der russischen Armee sinkt offenbar. Alle Infos im News-Ticker.

Nächster Rückzug? Russland bereitet sich laut Geheimdienst auf neue Ukraine-Rückschläge vor: Alle neuen Entwicklungen zum Ukraine-Krieg in unserem aktuellen News-Ticker.

Update vom 18. November, 8.20 Uhr: Offenbar rekrutiert die Wagner-Gruppe auch Arbeiter des Industrieunternehmens Oskol in der Oblast Belgorod. Das geht aus Angaben des ukrainischen Generalstabs vom Freitag hervor. Männer im wehrpflichtigen Alter würden demnach für einen Zeitraum von 30 Tagen unter Einbehaltung der Löhne in die militärische Ausbildung am Stützpunkt der Söldnergruppe Wagner einberufen. Dies erfolge nach Vereinbarung mit der Leitung des Elektrometallurgie-Unternehmens.

Die Angaben ließen sich nicht unabhängig verifizieren. Allerdings waren bereits zuvor Details der umstrittenen Rekrutierungspraktiken der Söldnergruppe ans Licht gekommen. So hatte der Wagner-Chef Jewgeni Prigoschin auch Häftlinge und Schwerkranke für seine Truppe rekrutiert.

Russische Streitkräfte beschießen Städte in Gebiet Cherson

Update vom 18. November, 6.30 Uhr: Russische Streitkräfte haben laut ukrainischen Angaben vom Donnerstag die südukrainischen Städte Tschornobajiwka, Antonowka und Cherson mit Raketenwerfern, Mörsern und schwerer Artillerie beschossen. Ein Zivilist sei dabei durch Granatsplitter getötet worden. Das Kommando Süd der ukrainischen Streitkräfte berichtete außerdem, dass Russland weiterhin sieben Kampfschiffe im Schwarzen Meer hält, darunter einen U-Boot-Raketenträger, der mit vier Kalibr-Raketen an Bord ausgerüstet ist. 

US-Kriegsforscher berichten: Russische Soldaten weigern sich, ohne weitere Ausbildung zu kämpfen

Russische Soldaten aus der Region Nowosibirsk, die im Rahmen der Teilmobilisierung eingezogen worden waren, sollen sich nach Angaben der US-Kriegsforscher Institute for the Study of War (ISW) geweigert haben, ohne weitere Ausbildung zu kämpfen. Die Moral in der russischen Armee an der Front sei niedrig, so der ISW-Bericht vom Donnerstag weiter. Die stellvertretende ukrainische Verteidigungsministerin Hanna Malyar teilte mit, dass die russischen Streitkräfte beispielsweise Alkohol missbrauchen würden und in einigen Fällen Selbstverstümmelung begingen, um die Front zu verlassen.

Nach russischem Beschuss über zehn Millionen Ukrainer ohne Strom

Update vom 17. November, 22.18 Uhr: In der Ukraine ist es nach erneutem russischen Beschuss am Donnerstag ukrainischen Angaben zufolge zu massiven Stromausfällen gekommen. „Im Moment sind mehr als zehn Millionen Ukrainer ohne Strom“, sagte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj in seiner täglichen Videobotschaft. Insbesondere die Regionen Odessa, Kiew, Winnyzja und Sumy seien von den Stromausfällen betroffen, erläuterte er.

Die Ukraine meldete russische Angriffe auf mehrere Städte. Zuletzt hatten die russischen Streitkräfte wiederholt die Energie-Infrastruktur der Ukraine angegriffen. Unterdessen fiel in Kiew der erste Schnee. Der örtliche Gouverneur warnte, die Situation könne bei Temperaturen von bis zu minus zehn Grad „schwierig“ werden.

„Folterkammern“: Ukrainischer Menschenrechtsbeauftragter erschüttert nach Cherson-Rückeroberung

Update vom 17. November, 19.50 Uhr: In der zurückeroberten südukrainischen Stadt Cherson wurde während der russischen Besatzung ukrainischen Angaben zufolge in großem Umfang gefoltert. Er habe ein solches Ausmaß an Folter bei all seinen Reisen zu „Folterkammern in unterschiedlichen Regionen“ des Landes „noch nie zuvor gesehen“, sagte der ukrainische Parlamentsbeauftragte für Menschenrechte, Dmytro Lubynez, am Donnerstag in einer Fernsehsendung. Es sei „einfach entsetzlich“, fügte er hinzu.

Die russischen Streitkräfte hatten sich in der vergangenen Woche nach achtmonatiger Besetzung aus Cherson zurückgezogen, nachdem die ukrainischen Truppen in dem Gebiet immer weiter vorgerückt waren. Cherson war die einzige Regionalhauptstadt, die die russischen Truppen erobert hatten. Ukraines Präsident Wolodymyr Selenskyj warf den russischen Truppen vor, bei ihrem Rückzug die gesamte Infrastruktur der Stadt zerstört zu haben.

Update vom 17. November, 18.53 Uhr: Das russische Militär hat nach Angaben des russischen Verteidigungsministeriums einen ukrainischen Gefechtsstand und ein Kommunikationszentrum in der Region Cherson getroffen. Im Einsatz waren nach russischen Angaben Luft- und Raketentruppen sowie die Artillerie, 74 Artillerieeinheiten sollen getroffen worden sein. Die Ziele liegen in einem Gebiet, das erst in der vergangenen Woche von ukrainischen Streitkräften zurückerobert wurden. Die russischen Angaben konnten bislang nicht unabhängig überprüft werden.

Russland greift weiter an: „Ziele müssen erreicht werden“

Update vom 17. November, 16.40 Uhr: Russland bleibt trotz vieler Gegenbeweise bei der Darstellung, nur Infrastrukturobjekte mit einem „direkten oder indirekten Bezug“ zum militärischen Potenzial der Ukraine mit Raketen anzugreifen. Die Folgen des Beschusses, den Ausfall von Strom und Heizung, habe sich die Ukraine selbst zuzuschreiben, weil sie nicht verhandeln wolle, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow am Donnerstag in Moskau. Die „militärische Spezialoperation“ in der Ukraine werde daher fortgesetzt, „und ihre Ziele müssen erreicht werden“, sagte er russischen Nachrichtenagenturen zufolge.

Nach Darstellung des russischen Verteidigungsministeriums wurde in dem zentralukrainischen Gebiet Dnipropetrowsk am Donnerstag „mit hochpräzisen Raketenangriffen“ eine Rüstungsfabrik zerstört. Sie stelle angeblich Treibstoff und Raketentriebwerke für die ukrainische Armee her. Außerdem sei in Saporischschja das Forschungs- und Produktionsunternehmen „Iskra“ getroffen worden, das unter anderem elektronische Komponenten zur Reparatur von Radarstationen herstelle.

Krieg in der Ukraine: Schwere Gefechte in Luhansk - Russland: „schwierig, aber kontrollierbar“

Update vom 17. November, 13.20 Uhr: Im Osten der Ukraine versucht das ukrainische Militär vorzustoßen und weitere Gebiete von russischen Besatzungstruppen zu befreien. So kommt es auch in der Region Luhansk, die Moskau zufolge seit dem 30. September russisches Gebiet ist, zu schweren Gefechten. Russlands Vertreter in Luhansk, Leonid Pasetschnik, bezeichnete die Lage an der Front als „schwierig, aber kontrollierbar“, wie die staatliche Nachrichtenagentur Ria Nowosti berichtete.

Dabei sei nur ein Prozent des Territoriums von Luhansk unter der Kontrolle ukrainischer Truppen, erklärte er. Anfang Juli hatte Russland die vollständige Eroberung von Luhansk mitgeteilt. Mitte September hatten ukrainische Truppen jedoch die Kontrolle über die Siedlung Belihoriwka erlangt. Pasetschnik betonte, neben dem „vollständig zerstörten“ Belihoriwka würden ukrainische Soldaten zwei weitere, kleine Dörfer in Luhansk halten. Man sei bereit, „Angriffe“ des ukrainischen Militärs abzuwehren, sagte Russlands Vertreter.

Ukraine-Krieg: Russische Niederlage in der gesamten Ukraine? — Milley dämpft Hoffnung

Update vom 17. November, 11.17 Uhr: Die Chancen auf einen kurzfristigen, militärischen Sieg der Ukraine sind „in absehbarer Zeit“ gering. So schätzt es das US-Militär aktuell ein. „Die Wahrscheinlichkeit eines (...) Rauswurf der Russen aus der gesamten Ukraine (...) ist nicht hoch“, sagte Generalstabschef Mark Milley bei einer Pressekonferenz in Washington.

„Das wird nicht in den nächsten paar Wochen passieren, außer, die russische Armee bricht komplett zusammen, was unwahrscheinlich ist“, sagte Milley weiter. Es gebe aber die Möglichkeit einer politischen Lösung, erklärte er laut dpa. Detaillierte Vorstellungen des US-Militärs zu Verhandlungen mit Russland teilte Milley bei der Pressekonferenz offenbar nicht.

Ukraine-Krieg: US-General Mark Milley bei einer Pressekonferenz zum Militärgeschehen in Washington
Aufnahme vom 16. November: US-General Mark Milley bei der Pressekonferenz zum Ukraine-Krieg © Susan Walsh/dpa

Ukraine-News: Kiew meldet „schwerste Angriffe“ in Dnipro

Update vom 17. November, 9.40 Uhr: Mehrere Städte der Ukraine sind nach Behördenangaben erneut mit russischen Raketen beschossen worden. Im gesamten Land galt am Donnerstag Luftalarm. In der zentralukrainischen Großstadt Dnipro seien zwei Infrastrukturobjekte getroffen worden, teilte die Gebietsverwaltung mit. Auch über Kiew waren Explosionen zu hören, die von Flugabwehrfeuer stammten. Zwei russische Marschflugkörper sowie zwei Kampfdrohnen seien abgeschossen worden, teilte die Stadtverwaltung mit. Beschuss wurde auch aus der Hafenstadt Odessa am Schwarzen Meer gemeldet.

Ukraine-News: Folteropfer in Cherson entdeckt — Kiews Innenminister befürchtet weitere Entdeckungen

Update vom 17. November, 9.15 Uhr: Eine Woche nach dem russischen Rückzug aus der ukrainischen Stadt Cherson im Süden des Landes hat Kiews Innenminister Denys Monastyrskyj den russischen Besatzungsbehörden Folter vorgeworfen. „Bislang haben wir in der gesamten Region Cherson 63 Opfer von Folter gefunden“, erklärte Monastyrskyj laut der Staatlichen Nachrichtenagentur Ukrinform. Er machte zudem darauf aufmerksam, dass die Suche erst neu angefangen habe, weshalb man im Laufe der Zeit „viele weitere Orte von Folter und Beerdigung der Opfer solcher Verbrechen“ finden werde. Insgesamt habe man in der Region elf Haftanstalten festgestellt, wobei in vier dieser Anstalten Folter durchgeführt worden sei, teilte Monastyrskyj mit.

Ukraine-Krieg: London spricht von „schwerster Attacke“ auf ukrainisches Territorium

Update vom 17. November, 8.30 Uhr: Die massiven russischen Raketenangriffe haben die ukrainische Energieinfrastruktur nach britischer Einschätzung heftig getroffen. „Obwohl ein großer Teil der Raketen erfolgreich abgefangen wurde, steht die Ukraine vor einem erheblichen Rückgang der aus ihrem nationalen Netz verfügbaren Leistung“, teilte das Verteidigungsministerium in London mit.

„Dies wird sich auf den Zugang von Zivilisten zu Kommunikation, Heizung und Wasserversorgung auswirken“, hieß es unter Berufung auf Geheimdiensterkenntnisse. Bei den Angriffen vom 15. November habe es sich vermutlich um die bisher schwerste Attacke an einem Tag gehandelt. Russland habe am Dienstagnachmittag bis zu 80 Langstreckenraketen abgefeuert, vor allem gegen Energieinfrastruktur im ganzen Land.

Die Geschosse seien aus der Luft, von der See und von Land aus gestartet worden. Die Zerstörung der nationalen Infrastruktur in der Ukraine sei zu einem Kernbestandteil des russischen Kriegs geworden, hieß es in London. Setze Russland aber die Attacken in dieser Größenordnung fort, habe das erheblichen Einfluss auf seine Reserven an konventionellen Marschflugkörpern.

Ukraine meldet Zerstörung von russischem Hauptquartier — „etwa 100 Tote Soldaten“

Update vom 17. November, 8.00 Uhr: Der ukrainische Generalstab meldete die Zerstörung des russischen Hauptquartiers in der von Putins Truppen besetzten Stadt Melitopol im Süden der Ukraine. Bei dem Vorfall am 15. November habe man zudem etwa 100 russische Soldaten eliminiert sowie einen BM-21 Grad-Mehrfachraketenwerfer und ein S-300-Luftverteidigungssystem zerstört, hieß es in einer Mitteilung auf Facebook.

Ukraine-Krieg: Hilfsgüter treffen in Cherson ein

Update vom 16. Oktober, 21.30 Uhr: In der von russischer Besatzung befreiten südukrainischen Stadt Cherson sind an diesem Mittwoch weitere Hilfsgüter eingetroffen. Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) lieferte unter anderem medizinische Produkte, um 500 Verwundete zu behandeln, wie es am Mittwoch in Genf berichtete.

Ebenso wurde Material geliefert, um für 2000 weitere Patientinnen und Patienten für die nächsten drei Monate eine Grundversorgung gewährleisten zu können. Ein psychiatrisches Krankenhaus sowie die ukrainische Rotkreuzgesellschaft wurden mit Nahrungsmitteln und Hygieneartikeln beliefert. Das IKRK brachte auch einen Wassertankwagen in die Stadt sowie Expertinnen und Experten, um Risiken im Zusammenhang mit nicht explodierter Munition abzuschätzen.

Die größten Herausforderungen seien die Wiederherstellung der Heizungssysteme und des Stroms, teilte das IKRK mit. Dies sei auch nötig, um die Anlagen für sauberes Trinkwasser und die Entsorgung von Abwasser wieder in Betrieb nehmen zu können.

Angriffe auf Energie-Infrastruktur: US-Generalstabschef Milley wirft Russland „Kampagne des Terrors“ vor

Update vom 16. Oktober, 20.55 Uhr: US-Generalstabschef Mark Milley warf Russland derweil vor, eine „Kampagne des Terrors“ gegen die ukrainische Bevölkerung zu führen. „Das bewusste ins Visier nehmen des zivilen Energienetzes, das übermäßige Kollateralschäden verursacht und unnötiges Leid über die Zivilbevölkerung bringt, ist ein Kriegsverbrechen“, sagte der General bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit US-Verteidigungsminister Lloyd Austin. Milley verwies dabei auf die große Kälte im ukrainischen Winter.

Russland greife angesichts seines militärischen Scheiterns die zivile Infrastruktur der Ukraine an, sagte der Generalstabschef weiter. „Die Ukrainer haben einen Erfolg nach dem anderen erzielt. Und die Russen sind jedes Mal gescheitert. Sie haben strategisch verloren, sie haben operativ verloren, und sie haben taktisch verloren.“

Zugleich sei es unwahrscheinlich, dass die ukrainischen Streitkräfte die russischen Truppen militärisch komplett aus der Ukraine zurückdrängen könnten, sagte Milley. Nötig sei deswegen eine politische Lösung. Die Ukraine müsse aber aus einer Position der Stärke heraus mit Russland Gespräche führen können.

Zur Verteidigung gegen Russland: Tschechien bildet tausende ukrainische Soldaten aus

Update vom 16. Oktober, 20.30 Uhr: Tschechien hat ein Ausbildungsprogramm für bis zu 4000 Angehörige der ukrainischen Streitkräfte beschlossen. Das Kabinett des liberalkonservativen Ministerpräsidenten Petr Fiala gab dafür am Mittwoch grünes Licht. Vorgesehen sind demnach fünf jeweils vierwöchige Ausbildungszyklen auf dem Gebiet des EU- und Nato-Mitgliedstaats, an denen jeweils bis zu 800 Soldaten aus der von Russland angegriffenen Ukraine teilnehmen können.

Beide Parlamentskammern müssen dem noch zustimmen, was aber aufgrund der Mehrheitsverhältnisse als sicher gilt. Das Programm soll noch in diesem Jahr starten. Die Gesamtkosten werden auf umgerechnet 40 Millionen Euro geschätzt. Das Training richtet sich an Angehörige der Panzertruppen, Sanitätspersonal, ABC-Abwehrtruppen und Pioniere.

Die Grundlage dafür ist ein Abkommen zwischen Prag und Kiew. Langfristig ist geplant, dass das Projekt in der bereits beschlossenen EU-Ausbildungsmission für ukrainische Soldaten aufgeht. Für diese will Tschechien zusätzlich bis zu 55 Ausbilder bereitstellen. In diesem Jahr hat das Land nach eigenen Angaben bereits Rüstungsgüter im Wert von mehr als 1,9 Milliarden Euro in die Ukraine exportiert.

Ukraine-Krieg: Kiew und Moskau erteilen Verhandlungen eine Absage

Erstmeldung vom 16. Oktober: Kiew – Statistisch gesehen dauert es 15 Monate, bis ein Krieg zwischen zwei Staaten endet. Im Ukraine-Krieg ist derzeit nicht absehbar, wann, und wenn ja, wie ein Kriegsende herbeigeführt werden könne.

Zuletzt erteilten sowohl Kiew als auch Moskau Verhandlungen eine Absage. Die „Frage der Wiederaufnahme von Verhandlungen“ sei aktuell nicht möglich, hieß es aus der Ukraine.

Ukraine verlängert Kriegsrecht: Auch Mobilmachung geht weiter

Der Ukraine-Krieg dauert damit an – und wird derzeit auch von Ereignissen in Polen geprägt. Eine mutmaßlich ukrainische Rakete tötete im Dorf Przewodów nahe der ukrainischen Grenze zwei Menschen. Die Gefechte in der Ukraine selbst dauern derweil an. Am Dienstag meldete Kiew die heftigsten Beschüsse seit Kriegsbeginn.

In der Ukraine geht man offenbar von weiteren Gefechten aus. Am Mittwoch sind das Kriegsrecht und die Mobilmachung der Armee vom Parlament um weitere 90 Tage verlängert worden.

Militär-Beschlüsse in Kiew: Indikator für Dauer des Krieges?

Damit gelten die beiden Maßnahmen vorerst bis zum 19. Februar 2023, berichteten örtliche Medien am Mittwoch in Kiew. Für die vierte Verlängerung seit dem russischen Überfall am 24. Februar stimmten demnach jeweils knapp 300 Abgeordnete. 226 Stimmen wären notwendig gewesen.

Das Kriegsrecht gibt dem Militär erweiterte Rechte und schränkt bürgerliche Freiheiten wie das Demonstrationsrecht ein. Die Dauer des Kriegszustands sehen viele Experten als einen Indikator dafür, für wie lange sich Kiew derzeit mindestens noch auf Kämpfe einstellt. (as/dpa)

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