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Nawalny-Attacke auf russischen Machthaber: „Seniler Opa Putin tötet und will noch mehr töten“

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Von: Andreas Schmid

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Alexej Nawalny
Russischer Oppositioneller im Gefängnis: Alexej Nawalny. © Uncredited/Moscow City Court/dpa

Alexej Nawalny verfolgt die Ukraine-Krise vom Gefängnis aus. In Haft attackierte er nun Russland und Wladimir Putin für die Eskalation im Konflikt.

Pokrow/Moskau - Alexej Nawalny ist gewiss Wladimir Putins lauteste russische Gegenstimme. Der Oppositionspolitiker, der die russische Regierung seit Jahren scharf kritisiert, sitzt noch immer im Gefängnis. Von dort verschickte er nun eine Botschaft auf Twitter.

Ukraine-Konflikt: Nawalny attackiert Putin und Russland - „Dummköpfe, Diebe, Trottel“

Nawalny habe Sitzung des russischen Sicherheitsrats verfolgt, beginnt er sein Statement und legt direkt los: „Diese Versammlung von Dummköpfen und Dieben.“ In jener Sitzung hat Putin die Anerkennung der selbst ernannten Volksrepubliken Donezk und Luhansk in der Ostukraine bekanntgegeben - und damit die Grundlage für eine russische Invasion geschaffen. Denn: Beide Gebiete gehören völkerrechtlich zur Ukraine. Nun könne Russland einen Einmarsch rechtfertigen, da durch die russische Anerkennung nun ukrainische Soldaten auf „russischem Terrain“ stünden, befürchtet der Westen. Alle Hintergründe zur Ukraine-Krise finden Sie hier.

Nawalny attackiert in seinem Statement dann „die Trottel aus Putins Politikbüro“. Mit „andauernden und unverhüllten Lügen“ würde der Kreml den Einmarsch vorbereiten. „Sie scheren sich nicht einmal darum, ihrer Invasion die geringste Glaubwürdigkeit zu verleihen.“

Alexej Nawalny: Kreml-Kritiker nach Giftanschlag im Gefängnis

Ukraine-Konflikt: Nawalny spricht von Putins Plan einer „imperialen Hysterie“

Was aber will Putin? Nawalny meint: „Die Aufmerksamkeit der Menschen in Russland von den wirklichen Problemen - der wirtschaftlichen Entwicklung, den steigenden Preisen, der herrschenden Gesetzlosigkeit - ablenken und sie auf das Format der „imperialen Hysterie“ zu lenken.“

Nach eigenen Worten strebt Russland ungeachtet der umstrittenen Anerkennung der Separatistengebiete in der Ostukraine nicht nach der Wiedererrichtung eines Imperiums. „Das entspricht absolut nicht der Wirklichkeit“, sagte Putin am Dienstag im Kreml. Moskau habe die „Spekulationen“ zu dem Thema gesehen, „dass Russland das Reich in den imperialen Grenzen wiedererrichten“ wolle, sagte Putin. Im Gespräch mit Merkur.de hatte jüngst auch Kiews Bürgermeister Vitali Klitschko von Putins Traum vom Wiederaufbau der Sowjetunion gesprochen. Die Ukraine aber wolle „nicht zurück in die Sowjetunion. Das ist ganz klar unsere Message“, sagte Klitschko in München.

Ukraine-Konflikt: Nawalny über Putin - „er tötet und will noch mehr töten“

Nawalny führte seine Attacke auf den russischen Präsidenten weiter aus. Putin sei ein „seniler Opa“, der das Leben von vielen Menschen auf dem Gewissen habe. „Putin tötet und will noch mehr töten.“ „Dank Putin könnten jetzt Hunderte von Ukrainern und russischen Bürgern sterben, und in Zukunft könnten es Zehntausende sein.“ Laut Nawalny ist Russland eigentlich gut aufgestellt - verspiele nun aber eine Chance auf ein besseres Leben für die Bevölkerung. „Wir haben alles für eine starke Entwicklung im 21. Jahrhundert, vom Öl bis zu gebildeten Bürgern, aber wir werden wieder Geld verlieren und die historische Chance auf ein normales, reiches Leben zugunsten von Krieg, Schmutz, Lügen verspielen.“

Der Ukraine-Konflikt* habe einmal mehr gezeigt: „Putin und seine senilen Diebe vom Sicherheitsrat und von „Einiges Russland“ (Putins Partei) sind die Feinde Russlands und seine größte Bedrohung, nicht die Ukraine und nicht der Westen.“ (as) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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