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Union in historischem Umfrage-Tief: CSU-General Blume sieht Schuld bei Laschet - „Große Enttäuschung“

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Von: Astrid Theil

Wochenlang wurde in der Union über die Kanzlerkandidatenfrage gestritten. Die Wahl fiel schließlich auf Armin Laschet. Dennoch wird in Union weiter über die Entscheidung debattiert.

Augsburg - CSU-Generalsekretär Markus Blume hat sich zu der Entscheidung in der K-Frage und zu den aktuellen Umfragewerten geäußert und übt dabei scharfe Kritik an CDU-Chef Armin Laschet. Er sieht in der Laschets Kanzlerkandidatur die Ursache für das historische Umfragetief der Union. Gegenüber dem Münchner Merkur* sagte er, dass sich „die große Enttäuschung über den Ausgang der Personalentscheidung in den Umfragen“ widerspiegele.

In Hinblick auf die Entscheidung über den Kanzlerkandidaten der Union fand Blume klare Worte*: „Viele, nicht nur in Bayern, hätten sich Markus Söder gewünscht“. Seiner Meinung nach muss nun Laschet die Umfragewerte für die Union aus dem Tief holen, wie er der Augsburger Allgemeinen sagte. Darüber hinaus betonte er, dass sich die CSU „vom Bundestrend abkoppeln“ müsse. Dabei setze die Partei vor allem auf den bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder. „Die persönliche Zufriedenheit mit Markus Söder ist unverändert auf hohem Niveau stabil“, so Blume gegenüber dem Blatt weiter.

Schlechte Umfragewerte: Blume warnt vor Nichtbeteiligung der Union in Bundesregierung

Der CSU-Generalsekretär warnte vor einer Bundesregierung ohne Beteiligung der Union. Dabei verwies er vor allem auf die guten Umfragewerte der Konkurrenz. In einem Interview mit dem Münchner Merkur warnte er vor einem grün-roten-Regierungsbündnis und sprach von „Gaga-Politik, Verbotsfantasien und Belastungsorgien“, die in diesem Falle folgen würden. Die Umfragewerte fallen für die Union aktuell schlecht* aus. Im ZDF-Politikbarometer und im ARD-Deutschlandtrend war die Union zuletzt nur noch die zweitstärkste Partei hinter den Grünen.

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) zeigt sich gegenüber Armin Laschet* versöhnlicher. Seiner Meinung nach müsse sich die Wählerschaft nun mit Armin Laschet bekannt machen. Dieser habe angekündigt, die Hälfte des Kabinetts mit Frauen besetzen zu wollen. Laut Seehofer sei die Bevölkerung deswegen daran interessiert, herauszufinden, „wer das ist“. Er selbst gehöre gewiss nicht zu dem neuen Kabinett. Seehofer hatte bereit vor zwei Jahren erklärt, dass er nach Ablauf dieser Legislaturperiode kein weiteres politisches Amt mehr anstreben wolle.

Bundesinnenminister Seehofer über die Zukunft der Union: „Gesichter, die Zukunft darstellen“

Aus seiner Sicht müsse die Union mit neuen Köpfen und Konzepten in den Wahlkampf starten. Gegenüber der Deutschen Presse-Agentur sagte Seehofer, dass die Union nun ein „knackiges inhaltliches Programm für die Zukunft“ sowie „einige Gesichter, die Zukunft darstellen - Frauen und Männer“ brauche. Die Frage, ob CDU und CSU nach der Bundestagswahl notfalls auch als Juniorpartner in eine grün-schwarze Koalition gehen sollten, verneinte er.

Im Gegensatz zu Blume, der von „Abkoppelung“ sprach, rief CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak die Union zur Geschlossenheit auf. Er äußerte sich ebenfalls gegenüber der Augsburger Allgemeinen und betonte, dass es schon immer Differenzen zwischen den Schwesterparteien gegeben habe. In Ausnahmesituationen dürfe dies aber nicht gelten. Denn „nur mit Geschlossenheit“ könne die Union diese Bundestagswahl gewinnen.

CDU-General Zemiak besorgt: keine „links-grüne Regierung“

Ziel sei es, dass nach der Bundestagswahl keine Regierung ohne Führung durch die CDU gebildet werden kann. Wie Blume warnte auch Ziemiak vor allem vor der Konkurrenz* und betonte, dass die Mehrheit der Deutschen keine links-grüne Regierung wolle. (at/dpa) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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