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Nach Uniper: Jetzt will der Bund den nächsten Gasversorger verstaatlichen

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Von: Thomas Schmidtutz

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Der Bund will laut Medienbericht offenbar den nächsten Gasversorger verstaatlichen.

Berlin – Nach der Übernahme des Energiekonzerns Uniper will der Bund die frühere Gazprom Germania vor der Pleite retten. Das berichtet der Spiegel. Danach soll jetzt auch die Gazprom-Tochter Securing Energy for Europe (Sefe) verstaatlicht werden.

Eine Sprecherin von Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) sagte am Donnerstag, innerhalb der Bundesregierung liefen die Gespräche über die Zukunft von Sefe. Nähere Details könne sie aktuell nicht nennen. Erst am Mittwoch hatte Wirtschaftsminister Robert Habeck angekündigt, den Düsseldorfer Energieriesen Uniper fast vollständig zu übernehmen. Sefe steht bereits unter der Treuhandschaft des Bundes.

Gasrohre von Nord Stream 1: Der Bund steht offenbar vor der Verstaatlichung des nächsten Gasversorgers.
Gasrohre von Nord Stream 1: Der Bund steht offenbar vor der Verstaatlichung des nächsten Gasversorgers. © Stefan Sauer/dpa

Russischer Gaslieferstopp bringt Versorger in Notlage

Auslöser für die kritische Lage bei den Gasversorgern ist der vollständige Lieferstopp für russisches Gas. Um ihre Lieferverpflichtungen trotzdem weiter erfüllen zu können, müssen die Versorger ihren Gasbedarf nun ihrerseits am Markt decken - so erheblich höheren Preisen.

Im April hatte Habeck die Bundesnetzagentur als Treuhänderin für die deutsche Tochter von Gazprom eingesetzt, die inzwischen Sefe heißt. Habeck hatte dies mit unklaren Rechtsverhältnissen und einem Verstoß gegen Meldevorschriften begründet. Ziel sei es, die Versorgungssicherheit zu gewährleisten.

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Mitte Juni hatte der Bund die damalige Gazprom Germania und heutige Sefe mit einem Milliardenbetrag über die KfW gestützt, um eine Pleite zu verhindern. Damals hieß es, in einem nächsten Schritt prüfe die Bundesregierung Möglichkeiten, das Darlehen in Eigenkapital umzuwandeln, um so auch langfristig die Versorgungssicherheit zu gewährleisten.

Sefe-Einstieg soll VNG stabilisieren

Wie der „Spiegel“ schreibt, steht der geplante Einstieg des Bundes bei Sefe im Kontext der Rettung des Leipziger Gasimporteurs VNG. VNG hatte Hilfe vom Staat beantragt, wie das Unternehmen und der Mehrheitseigner EnBW mitgeteilt hatten. Das Land Baden-Württemberg als EnBW-Miteigentümer solle sich finanziell bei VNG beteiligen, anteilig auch ostdeutsche Kommunen als VNG-Mitbesitzer. (dpa/utz)

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