Versprechen gegenüber dem IWF

Varoufakis will 450 Millionen Euro zurückzahlen

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Schuldenberatung: IWF-Chefin Christine Lagarde und Gianis Varoufakis.

Washington/Athen - Die Lage in Griechenland ist ernst. So ernst, dass die Verantwortlichen auch Ostern darüber berieten, wie es weiter gehen soll. Athen versichert dem Internationalen Währungsfonds, es werde alle seine Verpflichtungen erfüllen.

Der griechische Finanzminister Gianis Varoufakis hat dem Internationalen Währungsfonds die Rückzahlung eines fälligen Kredits von rund 450 Millionen Euro am kommenden Donnerstag zugesagt. Das teilte IWF-Chefin Christine Lagarde am Sonntagabend (Ortszeit) nach einem Treffen mit Varoufakis in Washington mit. Bei den informellen Gespräch ging es um das griechische Reformprogramm.

Auch Varoufakis bestätigte, dass sein Land allen seinen Verpflichtungen nachkommen werde. "Die griechische Regierung erfüllt immer ihre Verpflichtungen gegenüber allen Gläubigern und sie hat vor, dies für immer zu tun", sagte er nach dem Treffen griechischen Reportern.

Varoufakis: Land will Reformen in die Tat umsetzen

Beide Seiten hätten darin übereingestimmt, dass eine effektive Zusammenarbeit im Interesse aller liege, hieß es in einer schriftlichen Erklärung Lagardes. Anhaltende Unsicherheit liege nicht im griechischen Interesse, und sie begrüße die Bestätigung des Ministers, dass der Kredit am 9. April zurückgezahlt werde. 

Weiter bekräftigte Lagarde bei dem Treffen nach eigenen Angaben, dass der IWF einer Zusammenarbeit mit den zuständigen Stellen verpflichtet bleibe, "um Griechenland zu helfen, auf einen dauerhaften Pfad des Wachstums und der Beschäftigung zurückzukehren".

Varoufakis versicherte seinerseits, sein Land werde diverse Reformen in die Tat umsetzen. Ziel sei jetzt, das Verfahren der Verhandlungen mit den Geldgebern "viel effektiver zu machen".  

Wie die Deutsche Presse-Agentur am Montag aus Kreisen des Finanzministeriums erfuhr, versucht Athen den IWF zu überzeugen, bis Juli nicht auf einer Reihe von Einschnitten als Bedingung für die Auszahlung dringend benötigter Hilfen an Griechenland zu bestehen. Der IWF fordert dem Vernehmen nach Rentenkürzungen und die Erhöhung der Mehrwertsteuer. Die anderen Geldgeber in Europa seien "flexibler", berichteten übereinstimmend griechische Medien am Montag. Die Verhandlungen Griechenlands mit den Geldgebern sollen diese Woche in Brüssel und Athen intensiviert werden.

Varoufakis: Lösung des Griechenland-Problem ist in der EU

Eine Lösung in der griechischen Finanzkrise kann nach den Worten von Finanzminister Gianis Varoufakis nur in der "europäischen Familie" gefunden werden. Zugleich warnte Varoufakis in einem Gespräch mit dem Athener Wirtschaftsblatt Naftemboriki (Montag), wer Szenarien für einen Austritt Griechenlands aus der Eurozone ausarbeite, erweise Europa "einen schlechten Dienst".

Auf die seit Tagen in der internationalen Presse kursierenden Gerüchte, Griechenland könnte Kredite außerhalb der EU (wie etwa in Russland oder China) suchen, antwortete Varoufakis: "Die Lösung der Krise (...) betrifft die europäische Familie und muss im Rahmen der EU gefunden werden." Am 8. April reist der griechische Regierungschef Alexis Tsipras zu einem Besuch nach Moskau.

Varoufakis schlug eine Bündel von Maßnahmen vor, die nach Abschluss der noch laufenden Verhandlungen zum aktuellen Sparprogramm das griechische Schuldenproblem endgültig lösen könnte. Darunter seien eine Restrukturierung der Schulden. Zudem sollte die Tilgung mit dem Wachstum gekoppelt werden.

Lagardes Erklärung

dpa

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