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Aktenzeichen XY (ZDF): Mörder sieht Sendung gemeinsam mit den Ermittlern

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Von: Marten Kopf

In vielen ungeklärten Fällen sind für Ermittler die „Aktenzeichen XY“-Zuschauer die letzte Hoffnung – so wie im Fall der ermordeten Georgine Krüger:

Es ist eine Erfolgsgeschichte, wie sie sich Fernsehmacher kaum besser wünschen könnten. 568 Mal flimmerte die ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY“ seit ihrem Start im Jahr 1967 schon über die Fernsehbildschirme in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Oft ist die Sendung aber auch für Strafverfolgungsbehörden die letzte Hoffnung – und tatsächlich kann sich die Statistik sehen lassen. 4855 Fälle wurden seit der ersten Ausstrahlung behandelt, jeder dritte übrigens ein Mord. Ganze 1930 davon konnten Ermittler nach Hinweisen aus der Bevölkerung aufklären – eine stolze Quote von 39,8%!

SendungAktenzeichen XY...ungelöst
SenderZDF
ModeratorRudi Cerne

Am Mittwoch (15. September, 20.15 Uhr, ZDF) bittet Moderator Rudi Cerne seine Zuschauer wieder um Unterstützung in Fällen, in denen die Ermittler nicht mehr weiterkommen. Und wie entscheidend die Hinweise der „Aktenzeichen XY“-Zuschauer sein können, beweist ein Cold Case aus dem Jahr 2006, der vielen Menschen besonders nahe geht – und schließlich auf beinahe filmreife Art und Weise doch noch aufgeklärt werden kann, wie das ZDF berichtet.

„Aktenzeichen XY“ (ZDF): Cold Case „Georgine K.“ gelöst – nach 14 Jahren

Denn erst im Juni beschäftigte sich die Sendung in einem Spezial wieder mit einer Auswahl gelöster Fälle. Besonderes Aufsehen erregt dabei der Fall der 14-jährigen Georgine Krüger aus Berlin, die im September 2006 nur 200 Meter von ihrem Elternhaus entfernt spurlos verschwindet. Eine umgehend eingeleitete, großangelegte Suche verläuft ergebnislos. Drei Jahre später dann neue Hoffnung: Sogenannte Mantrailer-Spürhunde führen die Polizei auf ein 30 Kilometer außerhalb Berlins gelegenes, rund 28 Hektar großes Areal, aber auch dort verliert sich jede Spur.

Dann ein erster Hinweis: Ein Mann aus der näheren Umgebung von Georgines Wohnhaus soll sich zwei kleinen Mädchen auf der Straße genähert und unsittliche Fragen gestellt haben. Die Polizei erfährt davon – doch Anzeige wird nicht erstattet. 

„Aktenzeichen XY“ (ZDF): Mörder sieht Sendung gemeinsam mit der Polizei!

Sieben Jahre lang kommt keinerlei neue Bewegung in den Fall – bis der schon einmal verdächtige Mann erneut ins Visier der Ermittler gerät. Er soll ein Mädchen unter einem Vorwand in seinen Keller gelockt und angegriffen haben. Die Polizei entscheidet sich, verdeckte Ermittler einzusetzen. Diesen gelingt es, das Vertrauen des Tatverdächtigen zu gewinnen. Als das ZDF in einem „Aktenzeichnung XY“-Spezial „Wo ist mein Kind“ Georgines Fall vorstellt, sitzen ihr Mörder und ein Polizist sogar gemeinsam vor dem Fernseher!

„Aktenzeichen XY“ (ZDF): Ermittler erteilen Mord-Auftrag!

Schließlich stellen die Ermittler dem Verdächtigen eine Falle: Sie behaupten, einen Bekannten loswerden zu müssen. Der Verdächtige bietet seine Hilfe an – und gesteht, auch für Georgines Verschwinden verantwortlich zu sein. Er will sie versteckt, getötet und ihre Leiche im Hausmüll entsorgt haben. Vierzehn Jahre nach Georgines Verschwinden wird ihr Mörder 2020 in einem Indizienprozess wegen Mordes in Tateinheit mit Vergewaltigung zu lebenslanger Haft verurteilt. Nach Jahren der Ungewissheit können Georgines Familie und die Ermittler endlich mit dem Verschwinden des jungen Mädchens abschließen. Sicher ein genugtuendes Ende, wenn auch mit einem letzten, traurigen Detail – denn Georgines Leiche wird nie gefunden.

„Aktenzeichen XY“ (ZDF): Mit diesen Fällen beschäftigt sich die neue September-Folge

Moderator Cerne und die beteiligten Ermittlungsbehörden erhoffen sich auch in der September-Folge von „Aktenzeichen XY“ die entscheidenden Hinweise aus der Bevölkerung, die möglicherweise zur Aufklärung der Verbrechen führen. (mko)

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