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Hartz und herzlich (RTLZWEI): Diese Bewohner sind 2020 gestorben

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Von: Klaudia Kendi-Prill

„Hartz und herzlich“: Im Jahr 2020 müssen die Bewohner der Benz Baracken gleich zwei Todesfälle verkraften. Fans machen der Tochter einer Toten schwere Vorwürfe:

Seit fünf Jahren ist die Sozialdoku „Hartz und herzlich“ aus den Mannheimer Benz-Baracken fester Bestandteil des Nachmittagsprogramms auf RTLZWEI. Keine andere „Hartz und herzlich“-Reihe hat es geschafft so viele Zuschauer zu begeistern. Das liegt natürlich an den einmaligen Bewohnern und den nachbarschaftlichen Zusammenhalt in der ehemaligen Arbeitersiedlung. Wegen dieses großen Erfolgs hat TV-Liebling und achtfacher Vater Elvis sogar eine eigenen Webserie auf Facebook bekommen, in der er über aktuelle Themen spricht und seine Fans über sein Leben in den Benz Baracken auf dem Laufenden hält. Anfang des Jahres 2020, also vor Beginn der Corona-Pandemie, sah das Konzept der Sendung „Einfach Elvis“ noch ganz anders aus.

Der Mannheimer besuchte interessante Orte und Menschen und wurde dabei von einem Kamerateam begleitet. So lernte der 48-Jährige die Schrottplatz-Legenden, auch bekannt als Ludolfs, kennen, fuhr zu den Berliner Engel, stattete dem Tierheim Mannheim einen Besuch ab und knobelte sich aus einem Escape Room heraus.

Hartz und herzlich: Johann (†54) aus den Benz Baracken stirbt nach langer Krankheit

Doch schon zu Beginn der RTLZWEI-Dreharbeiten im März 2020 überschattete nicht nur der Ausbruch der Corona-Pandemie den Alltag der Benz Baracken-Bewohner, sondern auch der erste Todesfall des Jahres. Johann aus dem Grünen Block der Benz Baracken ist tot. Eine Nachbarin hat ihn am Morgen des 25. März leblos in seiner Wohnung gefunden. „Es war zu erwarten, dass es irgendwann soweit kommt“, so Katrin. „Er war ja so dünn, wie der Baum vor meinem Haus“Beate scheint Johanns Tod sehr mitgenommen zu haben: „Irgendwie mochte ich ihn ja, er war ja eine arme Seele. Von jetzt auf gleich zu hören, dass er gestorben ist, ist schon komisch. Er war ja sehr einsam.“

Schon die Jahre zuvor kümmerte sich die gute Seele der Benz Baracken Dagmar aufopferungsvoll um den alkoholkranken Johann, der wegen einer Leberzirrhose im Endstadium schon einmal ins Krankenhaus eingeliefert werden musste. „Jetzt ist finito, er ist tot... jetzt hat er es geschafft“, sagt Dagmar resigniert. Da die lungenkranke Dagmar Corona-Risikopatientin ist, konnte sie sich die Wochen zuvor kaum um Johann kümmern. Monate nach Johanns Tod bekommt Dagmar einen überraschenden Anruf von seinem Sohn Kamil.

Hartz und herzlich: Auch Christa aus den Benz Baracken ist tot

Im Sommer 2020 müssen die Benz Baracken Bewohner schon wieder den nächsten Todesfall verkraften: Christa, die Mutter von Petra ist gestorben. Christa hatte es in ihrem Leben nicht leicht. 2019 hat ihr Vermieter Eigenbedarf für ihre Wohnung angemeldet, die 67-Jährige weiß nicht, wohin sie sich wenden kann und wird obdachlos. Vorübergehend kommt sie zwar bei Gudrun und Michael unter in der Mannheimer Innenstadt unter, will ihnen aber nicht weiter zur Last fallen. „Ich will jetzt alleine sein“, teilt sie Dagmar in der „Hartz und herzlich“-Folge „Am Scheideweg“ mit.

Sie versucht eine Wohnung im Erdgeschoss in den Benz Baracken zu bekommen. Wegen zweier Bandscheibenvorfälle kann sie keine Treppen mehr laufen. Dadurch dass Gudrun ihren Fuß verloren hat, ist ihre Wohnung in der Innenstadt behindertengerecht. Dagmar hätte sich jedoch mehr Engagement von Christas Tochter Petra gewünscht. „Wenn die Kacke am Dampfen ist, dann brauchen sie die Mütter nicht mehr“ – und das obwohl sich Christa immer aufopferungsvoll um ihre Enkel kümmert. „Die geht mit denen an die frische Luft, bringt sie in den Kindergarten“.

Hartz und herzlich: Fans machen Christas Tochter Petra schwere Vorwürfe

Nachdem die Nachricht von Christas Tod im Sommer auf Facebook bekannt wird, bedauern viele Fans der Sendung den Tod der Rentnerin – und machen Tochter Petra schwere Vorwürfe. „Immer gesprungen, wenn das Töchterchen sie brauchte. Aber als sie ihr Obdach verlor, war keine Tochter für sie da. Ruhe in Frieden liebe Christa“, so eine Facebook-Nutzerin. Viele erinnern sich daran, wie Petra ihrer Mutter gesagt hat, dass sie keinen Platz für sie hat, als sie obdachlos geworden ist. Und das bei einer 4-Zimmer-Wohnung.

Eine andere Facebook-Nutzerin erinnert sich daran, dass Petra ihre Mutter kritisierte, weil diese so lange zum Einkaufen brauchte. Als Christa ihr sagt, dass es ihr nicht gut gehe, erwidert sie, dass sie nichts dafür könne. „Dann hat sie doch Christa mit den Einkäufen in den Keller geschickt. Tätschelt ihr den Kopf und sagt gutes Puttputt. Spätestens da hätte ich ihr eine geknallt“, so die Nutzerin. Viele Fans der Sendung hoffen, dass Petra ihr Verhalten spätestens jetzt überdenkt: „Mein herzliches Beileid. Jetzt wacht Petra vielleicht mal auf und merkt was sie an ihrer Mutter hatte“, lautet ein Kommentar unter dem Facebook-Post.

Hartz und herzlich: Daran starb Benz-Baracken-Bewohnerin Christa

Laut RTLZWEI ist Christa an Herzversagen gestorben. Sie litt außerdem seit langem an Diabetes ohne sich regelmäßig Insulin zu spritzen. 2019 hat sie noch versprochen in Zukunft mehr auf ihre Gesundheit zu achten. Besonders Christas Enkel leiden unter dem Verlust. Sie konnten sich nicht einmal bei der Beerdigung von ihrer Oma verabschieden. Der Grund: Niemand weiß wo Christas Grab liegt.

Hartz und herzlich: Krebskranker Benz Baracken-Fan gestorben

Im Dezember wird der achtfache Vater Elvis wieder von einem Todesfall erschüttert. Ein treuer Fan, Ilona, ist kurz nach dem Besuch in den Benz Baracken verstorben. Der letzte Wunsch der krebskranken Frau war es, Elvis einmal persönlich kennenzulernen. „Ich hab‘s nicht so mit dem Sterben und Tod und so. Besonders wenn Du jemanden persönlich kennenlernst“, erklärt der Bewohner der Benz Baracken. Er hatte die Hoffnung, dass sein Besuch ihren Krankheitsverlauf verlangsamen würde – leider vergebens. (kp)

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