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Hartz und herzlich: Corona-Impfung für Elvis und Dagmar löst Shitstorm aus

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Von: Klaudia Kendi-Prill

Hartz und herzlich - Die Impfkampagne in Deutschland nimmt Fahrt auf. Auch einige Benz Baracken-Bewohner dürfen sich zu den Glücklichen zählen, die eine Impfung erhalten haben. So reagieren die Fans:

Im März 2020 macht sich der achtfache Vater Elvis große Sorgen um seine Nachbarn, die durch das Coronavirus besonders gefährdet sind. Ältere Personen, Menschen mit Vorerkrankungen, Behinderung oder einer Immunschwäche gelten als Risikopatienten. Da Elvis Tochter Jasmin an Asthma und Dagmar an der Lungenerkrankung COPD leidet, zählen auch sie zu dieser Gruppe. „Für so Menschen, könnte es echt tödlich sein“, so Elvis. Dagmar, die gute Seele der Benz-Baracken, weiß um die Gefahr für ihre Gesundheit, verfällt jedoch nicht in Panik: „Ich habe keine Angst vor dem Coronavirus, weil ich mich an die Regeln halte. Ich desinfiziere mich, gehe nicht raus, fertig. Ich hab alles, was ich brauche außer Milch. Wenn es hart auf hart kommt, kauf ich mir eine Kuh, stell die in den Garten und dann hab ich meine Milch.“

Doch nicht immer ist es den Benz Baracken-Bewohnern möglich, sich von anderen zu distanzieren. Seit Jahren stehen die „Barackler“ in der Sozialdoku „Hartz und herzlich“ im TV-Rampenlicht. Doch der Ruhm hat auch seine Schattenseiten: Aufdringliche „Hartz und herzlich“-Fans belagern regelmäßig die Wohnungen der Protagonisten.

Mehrmals richtet Elvis einen öffentlichen Appell an sie, den Benz Baracken-Bewohnern doch etwas „Luft zum Atmen“ zu lassen: „Ihr dürft nicht vergessen: Wir haben immer noch Corona. Ansteckungsgefahr ist immer noch riesengroß. Ihr müsst an euch denken, ihr müsst auch an uns denken. Wir denken ja auch an euch. Bremst das doch ein bisschen ein. Wir rennen euch ja nicht weg“, so der achtfache Vater im Sommer 2020. Trotz diese Bitte reißt die Flut der „Hartz und herzlich“-Enthusiasten im ehemaligen Arbeiterviertel im Stadtteil Waldhof auch im Winter nicht ab.

Hartz und herzlich: Elvis und Dagmar haben eine Corona-Schutzimpfung erhalten

Nach mehr als einem Jahr Einschränkung des öffentlichen Lebens treten dank sinkender Inzidenzen immer mehr Lockerungen in Kraft. Das ist auch der Impfkampagne zu verdanken. Mittlerweile sind fast 25 Prozent der deutschen Gesamtbevölkerung vollständig geimpft, fast 48 Prozent haben mindestens eine Impfdosis erhalten.

Zu diesen Glücklichen zählen auch die Benz Baracken-Bewohner Elvis und Dagmar. Auf der offiziellen Facebook-Fanpage von „Hartz und herzlich“ posten die Betreiber, die gleichzeitig auch die Produzenten der RTLZWEI-Sendung sind, ein Foto der beiden. Auf einem ist eine lächelnde Dagmar zu sehen, die ihren Ärmel für die Impfung hochkrempelt. „Auch Dagmar hat das Impfbuch aus der Schublade geholt und sich dafür entschieden, sich gegen eine Ansteckung mit dem Coronavirus zu schützen. Die Freude und Erleichterung darüber, als Risikopatientin die Pandemie durch eine Immunisierung einzudämmen ist ihr förmlich ins Gesicht geschrieben. Freut ihr euch auch so, dass die Eindämmung voran geht?“, lautet der Postingtext.

Hartz und herzlich: Dagmar erhält Corona-Schutzimpfung – Impfskeptiker melden sich zu Wort

„Jeder der sich impfen lässt, ist klasse“, lautet ein Kommentar unter dem Post. „Finde es echt wichtig sich impfen zu lassen“, schreibt ein anderer Nutzer. Leider lassen sich nur wenige positive Kommentare unter dem Facebook-Post finden. Die meisten scheinen von Impfskeptikern zu stammen, die die Gefahr durch das Coronavirus entweder herunterspielen oder der Impfung nicht trauen.

„Hartz und herzlich“: Dagmar strahlt nach ihrer Corona-Impfung über das ganze Gesicht.
„Hartz und herzlich“: Dagmar strahlt nach ihrer Corona-Impfung über das ganze Gesicht. © UFA SHOW & FACTUAL GmbH

„Man kann sich trotz Impfung immer noch mit Corona anstecken, was bringt dann die Impfung? Richtig, nämlich nichts“, so eine Nutzerin. Sofort stimmt ihr eine andere Kommentatorin zu: „Das begreifen die meisten nur nicht. Die denken die Impfung macht unsterblich“. Die Betreiber der Facebook-Seite wollen das so nicht stehen lassen und antworten: „Von Unsterblichkeit war nicht die Rede. Wir verstehen, dass ihr eine gewisse Skepsis habt. Denkt ihr nicht, dass es Zeit ist Expert:innen Vertrauen zu schenken? Die Eindämmung der Pandemie ist doch im Sinne aller, oder?“

Dabei lassen alle Beteiligten leider unerwähnt, dass eine Impfung mit dem Vakzin von BioNTech oder Moderna, die Wahrscheinlichkeit sich mit dem Virus anzustecken, um 90 Prozent senkt. Außerdem schützt eine Corona-Impfung zu 100 Prozent vor einem schweren Verlauf.

Manche greifen Dagmar auch direkt an: „Auf das raffinierte Grinsen kann man verzichten“, schreibt eine Facebook-Nutzerin. Wieder mischen sich die Betreiber der Seite ein und fragen: „Wer ist „man“?“ Diese Frage bleibt unbeantwortet.

Hartz und herzlich: Elvis kassiert Impfneid und Hate

Im Gegensatz dazu geht es unter dem Foto von Elvis beim Impfen harmlos zu. Der 48-Jährige ist auf dem Foto mit FFP2-Maske und einem hochgekrempelten Arm zu sehen. Wegen eines Wandaufklebers sieht es so aus, als würde er eine überdimensionale Spritze verabreicht bekommen. „Herzlichen Glückwunsch!“, „Elvis = super“ und „Bravo Elvis, ich habe auch meine erste“ lauten die Kommentare unter dem Bild. Von Kritik keine Spur. Anderes sieht es in einer privaten „Hartz und Herzlich“-Fangruppe aus.

Hartz und herzlich: Auch Elvis hat eine Corona-Impfung erhalten.
Hartz und herzlich: Auch Elvis hat eine Corona-Impfung erhalten. © UFA SHOW & FACTUAL GmbH

Die meisten scheinen sich hier aber nicht an der Impfung selbst, sondern am Postingtext zu stören: „Juhuu! Die Inzidenzen sinken und es gibt immer mehr Möglichkeiten sich gegen das Coronavirus impfen zu lassen. Auch Elvis hat sich dazu entschieden, das Angebot zur Immunisierung anzunehmen, um die Pandemie einzudämmen. Wie Elvis die Zeit der Erholung nutzt, seht ihr heute Nachmittag bei der Webserie Einfach Elvis.“ Eine Nutzerin bringt den Stein mit ihrem Kommentar „Erholung vom faul sein“ ins Rollen. Schnell folgen weitere beleidigende Äußerungen: „Ich bin kein Mensch wie die... ich gehe arbeiten, bin kein Sozialschmarotzer und auch kein Drogenjunkie. Sollen die uns doch mit ihrem Gejammer in Ruhe lassen!“

Hartz und herzlich: Warum sind Elvis und Dagmar geimpft worden?

Eine andere Nutzerin wundert sich darüber, warum Elvis bereits geimpft wurde: „Ich will hier keinen kritisieren, aber die arbeitende Bevölkerung hat noch nicht mal einen 1. Termin.“ Angesichts des knappen Impfstoffs in Baden-Württemberg dürften Dagmar und Elvis von einer Impfaktion im Mannheimer Stadtteil Waldhof profitiert haben. Quartiers- beziehungsweise Stadtteilimpfungen sind bereits in den sozialen Brennpunkten auf der Hochstätt und in der Neckarstadt-West durchgeführt worden. Grund für die Sonderimpfaktionen in Quartieren und Stadtteilen sind die hohen Inzidenzen, bei gleichzeitig niedriger Impfquote. Jeder Bewohner des betreffenden Gebiets kann sich von den mobilen Teams vor Ort impfen lassen. Im Stadtteil Waldhof wird das Vakzin von Moderna verwendet. (kp)

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