So gut wie herkömmliche Fieberthermometer?

Besser Fieber messen: Infrarot-Thermometer im Test

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Mit Ohr- und Stirn-Thermometern kann man schnell und umkompliziert Fieber messen.

Babys und kleinen Kindern Fieber zu messen, artet oft in ein Drama aus. Abhilfe versprechen Infrarot-Thermometer, mit denen man die Temperatur in Sekundenschnelle im Ohr oder an der Stirn misst. Aber wie gut funktioniert das in der Praxis – und wie genau messen die Infrarot-Thermometer?

Das gute, alte Quecksilber-Thermometer hat schon lange ausgedient. Seit 2009 ist der Verkauf von Fieberthermometern, die Quecksilber enthalten, in der EU verboten, denn das flüssige Metall ist hochgiftig. Zwar gibt es auch heute noch Glas-Thermometer mit einer anderen Messflüssigkeit zu kaufen, durchgesetzt haben sich inzwischen aber die digitalen Kontakt-Thermometer: sie kosten nur ein paar Euro und messen zuverlässig und genau. 

Doch das Fiebermessen mit diesen Thermometern ist alles andere als komfortabel. Zum einen dauert es relativ lange, was vor allem bei Kindern ein Problem ist. Zum anderen sind sie für eine rektale Messung – also im Po – gedacht. Das Fiebermessen unter der Achsel ist zu ungenau und wird inzwischen nicht mehr empfohlen. 

Während Säuglinge sich noch relativ unproblematisch rektal Fieber messen lassen, wehren sich ältere Kinder oft heftig dagegen. Deshalb werden Infrarot-Thermometer, die die Körpertemperatur blitzschnell im Ohr oder an der Stirn messen, immer beliebter. 

Tatsächlich messen Ohr- und Stirn-Thermometern die Körpertemperatur inzwischen praktisch genauso gut wie Fieberthermometer für die rektale Messung – wenn man sie richtig anwendet. 

Hohe Messgenauigkeit bei richtiger Anwendung

Denn das Problem ist weniger die Messgenauigkeit als die Stelle, an der gemessen wird: die rektale Messung ermittelt die Temperatur im Inneren des Körpers immer genauer als die Messung der Temperatur des Trommelfells oder der Stirn. Kommt man gerade aus der Kälte, kann die Stirn noch viel kälter sein – und bei der Messung im Ohr ist es nicht immer leicht, das Trommelfell zu messen. 

Ärzte empfehlen daher weiterhin die rektale Messung mit einem Kontakt-Thermometer – zumindest, wenn es drauf ankommt. In vielen Kinderarzt-Praxen wird aber auch heute schon überwiegend mit Ohr-Thermometern Fieber gemessen. 

Vor allem, wenn man nur schnell überprüfen will, ob das Kind möglicherweise Fieber hat, ist die schnelle Messung im Ohr oder an der Stirn sinnvoll. Hat das Kind hohes Fieber, sollte man die Messung aber zur Sicherheit auch immer mit einem herkömmlichen Fieberthermometer überprüfen. 

Testsieger von Braun

Das Test-Portal AllesBeste hat sieben Stirn- und Ohr-Thermometer getestet. Bei der Messgenauigkeit gab es keine großen Unterschiede zwischen den Testkandidaten, wohl aber bei Handhabung und Praxistauglichkeit. Testsieger wurde das Thermoscan 7 von Braun, das mit seiner praktischen altersabhängigen Messung überzeugt – denn was bei einem Säugling schon Fieber ist, ist für ein Kleinkind nur erhöhte Temperatur. 

Der Nachteil des Ohr-Thermometers von Braun: für jede Messung muss man aus Hygienegründen eine neue Schutzkappe verwenden. Die kosten zwar nicht viel, produzieren aber Müll und man muss sie immer vorrätig haben. 

Noch praktischer ist da das futuristische Fieberthermometer von Withings, mit dem man berührungslos die Temperatur der Schläfenarterie in der Stirn misst. Alle Messwerte können außerdem für jedes Familienmitglied in der Smartphone-App gespeichert werden – so hat man den Krankheitsverlauf steht's im Blick und kann ihn auch dem Arzt zeigen. Mit knapp 100 Euro ist das Withings Thermo allerdings sehr teuer. 

Alle Testergebnisse können Sie im ausführlichen Testbericht von AllesBeste nachlesen. 

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