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Vorbereitung auf 9-Euro-Ticket für VRN „extreme Herausforderung“

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Von: Daniel Hagen

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Baden-Württemberg - Ab dem 1. Juni soll das 9-Euro-Ticket im ganzen Land gelten. Obwohl es noch Hindernisse gibt, plant die VRN so, dass alles bis dahin klappt.

Mit einem Ticket für neun Euro den Regionalverkehr in ganz Deutschland nutzen. Diese Vorstellung soll ab dem 1. Juni Realität werden und insgesamt an drei Monaten gültig sein. Was für Millionen Nutzer des ÖPNV ein Traum ist, stellt Unternehmen wie die Deutsche Bahn oder den Verkehrsverbund Rhein-Neckar (VRN) vor eine gewaltige Herausforderung.

NameVerkehrsverbund Rhein-Neckar (VRN)
HauptsitzMannheim
Gründung1. Dezember 1989
Geografische AbdeckungMetropolregion Rhein-Neckar

Bürgermeister Christian Specht äußert sich zu 9-Euro-Ticket

„Wir stehen vor einer Zeitenwende im Regionalverkehr“, sagt Christian Specht, Erster Bürgermeister der Stadt Mannheim und Vorsitzender des Zweckverbandes Verkehrsverbund Rhein-Neckar, bei der Pressekonferenz zur VRN-Bilanz 2021 am Montag (2. Mai). Vor der Konferenz am VRN-Stand auf dem Maimarkt hat Specht noch mit Bundesverkehrsminister Volker Wissing das EvoBus-Werk in Mannheim besucht.

Ein großes Thema – neben noch effektiveren E-Bussen, die in naher Zukunft bis zu 300 Kilometer mit nur einer Aufladung zurücklegen könnten – ist dabei natürlich auch das 9-Euro-Ticket gewesen. Denn ob es wirklich ab 1. Juni kommt, stehe bislang noch nicht zu 100 Prozent fest. Das muss auch VRN-Geschäftsführer Volkhard Malik zugeben.

Christian Specht, Dr. Michael Winnes und Volkhard Malik
Auf dem Maimarkt reden Christian Specht, Dr. Michael Winnes und Volkhard Malik über das 9-Euro-Ticket. © MANNHEIM24/Daniel Hagen/VRN

Sorge wegen 9-Euro-Ticket: Reichen 2,5 Milliarden aus?

Grund dafür ist ein „Diskussionsbedarf“ zwischen Bund und Ländern, bei dem es vor allem um die Finanzierung geht. Für das hohe Aufkommen an Reisenden durch das 9-Euro-Tickets sei nämlich laut Malik auch mehr Personal nötig, das ebenfalls aus den zur Verfügung gestellten rund 2,5 Milliarden Euro geschöpft werden müsse. Diese Forderung über das 9-Euro-Ticket hat auch ein Bahn-Betriebsrat gestellt.

Laut Volkhard Malik und Christian Specht sei es aktuell nicht mal klar, ob die 2,5 Milliarden Euro des Bundes überhaupt ausreichen werden, um das Projekt komplett zu tragen. Aufgrund der negativen finanziellen Entwicklung. die die VRN seit Beginn der Corona-Pandemie gemacht hat, stehe man vor einer „extremen Herausforderung“.

Trotz letzter Zweifel: VRN bereitet sich auf 9-Euro-Ticket vor

Doch auch, wenn das finale „Ja“ für das 9-Euro-Ticket erst Mitte des Monats durch den Bundesrat gefällt werden muss, werde sich die VRN nach Aussage von Volkhard Malik und Christian Specht so vorbereiten, als wäre die Entscheidung bereits getroffen. Denn bereits jetzt arbeitet das Verkehrsunternehmen mit Hochdruck daran, alles für das Ticket vorzubereiten. Diese Verkehrsmittel dürfen übrigens mit dem 9-Euro-Ticket genutzt werden.

Besonderes ein mögliches Problem steht im Fokus: dass die Abo-Kunden ebenfalls nur 9 Euro abgebucht bekommen. So sei laut Malik alles dafür vorbereitet, dass die Abbuchungen angepasst werden – es könne jedoch bei manchen zu Fehlern kommen. In diesem Fall wird das Geld aber einfach zurücküberwiesen. Bei Studenten hätte man hingegen „größere Räder“ in Bewegung setzen müssen, damit die Anpassung gelingt. (dh)

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