Todesfahrer auf freiem Fuß

Junge (†13) bei Unfall gestorben: Trotz 350 Hinweisen – Ermittlungen erfolglos eingestellt

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Bei dem Unfall im Juli 2018 kommt ein 13-jähriger Junge ums Leben. Trotz zahlreicher Hinweise wurden nun die Ermittlungen erfolglos  eingestellt.

Zweibrücken - Nach einem dramatischen Crash am 1. Juli auf der A8 stirbt ein 13-Jähriger. Der Unfallfahrer schert sich nicht darum und fährt einfach weiter! Der Fall in der Sendung „Aktenzeichen XY...ungelöst“:

  • Tödlicher Unfall auf der A8 bei Zweibrücken13-jähriger Junge gestorben, Unfallverursacher geflüchtet.
  • Über 100 Hinweise nach Ausstrahlung des Falls bei ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY“.
  • Nach tödlichem Unfall auf A8 – Polizei stellt Ermittlungen ein.

Update vom 16. März 2020: Am 1. Juli 2018 kommt es auf der A8 bei Zweibrücken zu einem tödlichen Unfall, bei dem ein 13-jähriger Junge auf tragische Weise seine Leben verliert. Der Teenager ist als Sozius auf dem Motorrad seines 37-jährigen Steifvaters aus Richtung Zweibrücken kommend in Fahrtrichtung Homburg unterwegs, als es gegen 14:50 Uhr zu einem folgenschweren Auffahrunfall kommt. Rund 500 Meter nach der Auffahrt Zweibrücken-Ernstweiler kracht ein weißes Auto - vermutlich ein Mercedes - mit hoher Geschwindigkeit ins Heck der Maschine. Das Motorrad wird durch die Wucht des Aufpralls gegen die Mittelleitplanke geschleudert, prallt zurück auf die linke Fahrbahn und geht schließlich in Flammen auf. 

Bei dem schweren Unfall auf der A8 wird der 37-jähriger Motorradfahrer schwer verletzt – sein 13-jähriger Stiefsohn stirbt noch am Unfallort. Der Unfallverursacher in dem weißen Wagen fährt nach dem Unfall einfach weiter in Richtung Saarland. Der tragische Fall weckt im Anschluss bundesweites Interesse – zahlreiche Hinweise gehen bei den zuständigen Ermittler aus Zweibrücken ein. Im August 2018 wird der Fall schließlich bei der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY...ungelöst“ ausgestrahlt, um weitere Hinweise zu dem Unfallfahrer zu bekommen. Matthias Mahl, 1. Hauptkommissar der Polizeiinspektion Zweibrücken, zeigt sich im direkten Anschluss an die Ausstrahlung optimistisch: „Wir sind zuversichtlich, dass der Täter bald gefasst wird“, so Hauptkommissar Mahl gegenüber HEIDELBERG24. 

Am Ende werden es 350 Hinweise sein, die bei den Ermittlern eingehen. Die Beamten gehen sämtlichen Informationen aus der Bevölkerung nach, überprüfen rund 500 Fahrzeuge, binden auswärtige Dienststellen mit ein. Ein unmittelbarer Unfallzeuge versucht sich auf eigene Veranlassung durch Hypnose an das Kennzeichen des Unfallfahrzeugs zu erinnern. Am Ende alles ohne Erfolg. Wie die Polizei Zweibrücken am 16. März 2020 in einer Mitteilung erklärt, wurden die Ermittlungen zu dem tödlichen Unfall auf der A8 im Juli 2018 zwischenzeitlich eingestellt. „Dies bedeutet allerdings nicht, dass etwaigen neu eingehenden Hinweisen nicht mehr nachgegangen wird. Bis zum Ende der Verjährung können die Ermittlungen jederzeit aufgrund neuer Erkenntnisse wiederaufgenommen werden“, heißt es abschließend. 

A8/Zweibrücken: Nach tödlichem Unfall – über 100 Hinweise eingegangen

Update vom 27. August: Die Schlinge zieht sich immer weiter zu – wie Matthias Mahl, 1. Hauptkommissar der Polizeiinspektion Zweibrücken, auf Anfrage von HEIDELBERG24 bestätigt, sind seit der Ausstrahlung der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY...ungelöst“ vom 22. August rund 100 Hinweise auf den Todesfahrer von der A8 eingegangen. „Einige der Hinweise sind sehr interessant. Wir sind zuversichtlich, dass der Täter bald gefasst wird“, so Hauptkommissar Mahl.

+++ UPDATE (23. August): Wird der Todesfahrer von der A8 jetzt endlich gefasst? Nach der Sendung sind rund 40 vielversprechende Hinweise bei der Polizei eingegangen!

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Matthias Mahl, 1. Hauptkommissar der Polizeiinspektion Zweibrücken ist am Mittwoch (22. August) zu Gast im ZDF-Studio der Sendung ‚Aktenzeichen XY...ungelöst‘. Der tragische Unfall vom 1. Juli hat auch ihn mitgenommen.  

Er spricht von einem unglaublichen Schock für die Familie und hofft durch die Sendung auf neue Erkenntnisse. Im Zuge der Ermittlungen wäre die Polizei bereits zahlreichen Hinweisen nachgegangen und hätten viele Fahrzeuge überprüft – jedoch „ohne heiße Spur“. 

>>>Hier geht‘s zur Zusammenfassung der Sendung ‚Aktenzeichen XY...ungelöst‘

Die Polizei suche immer noch dringend Zeugen, die am 1. Juli 2018 gegen 14:50 Uhr in die gleiche Richtung oder auch in die Gegenrichtung wie die Harley Davidson unterwegs waren. Vielleicht war auch jemand mit einer Dashcam unterwegs oder hätte weiteres Videomaterial, welches er der Polizei zur Verfügung stellen könnte. 

Neben Mitwissern, die vielleicht im Unfallwagen unterwegs waren, oder dem sich der Unfallfahrer anvertraut hat, appelliert Mahl vor allem an den Fahrer selbst, sich zu melden„um der Familie ein Stück Erleichterung zu geben“.

Der dramatische Fall vom 1. Juli 2018

Es ist der 1. Juli 2018. Julian (13) hat gerade die 8. Klasse beendet und freut sich über den Anfang der Sommerferien. An diesem Tag ist er mit seinem Stiefvater auf einer Harley Davidson unterwegs. Sie sind gerade auf dem Rückweg des verkaufsoffenen Sonntags in Zweibrücken. 

Gegen 14:50 Uhr sind sie auf der A8 in Höhe Zweibrücken in einer 100-Zone mit der Geschwindigkeit von 110 bis 120 Stundenkilometer auf der linken Fahrbahn in Richtung Homburg-Einöd unterwegs. Sie sind gerade dabei, ein Fahrzeug zu überholen, das etwas langsamer auf der rechten Spur unterwegs ist. 

Als sie das Fahrzeug schon 30 bis 40 Meter weiter passiert hatten, kommt der Fahrer einer weißen Limousine mit etwa 150 Kilometer pro Stunde angerast und fährt auf das Motorrad auf.  

Der schreckliche Unfall am 1. Juli auf der A8.

Die beiden stürzen mitsamt Harley, welche in die linke Mittelleitplanke geschleudert wird und daraufhin in Flammen aufgeht. Julians Stiefvater wird schwer verletzt, Julian stirbt noch an der Unfallstelle. 

Besonders tragisch: Der Fahrer der weißen Limousine fährt rechts einen Bogen um das Motorrad, bevor er wieder Gas gibt und in Richtung Saarland flüchtet.  

So ungefähr sieht der Unfallwagen aus   

Bei dem Unfallwagen soll es sich um eine weiße Limousine, eventuell eine E-Klasse handeln. Vielleicht ist es auch ein Cabrio mit dunklem Dach. Zum Kennzeichen des Wagens ist nichts bekannt, außer dass das Nummernschild weiß war. Das Auto ist also nicht in den Niederlanden oder in Luxemburg zugelassen. 

Bei dem Unfallwagen soll es sich um eine weiße Limousine handeln. 

So geht es Julians Vater jetzt 

Anfang August wurde Julian erst beerdigt. Zu diesem Zeitpunkt war sein Vater noch im Krankenhaus und konnte nicht an der Beerdigung teilnehmen. Mittlerweile wurde er aus dem Krankenhaus entlassen, wird aber laut Mahl noch „Wochen brauchen, um den Unfall psychisch und physisch zu verarbeiten“.

So erlebte ein Zeuge den tragischen Unfall 

Schon am Montag (13. August) hatte der SWR in seiner Sendung „Kriminalreport“ den tödlichen Unfall thematisiert. Hier schildert Zeuge Walter N. die schlimmen Szenen auf der A8.

Der Rentner sei mit seiner Frau auf der Autobahn unterwegs gewesen, als ihn der Fahrer der Harley Davidson auf der linken Spur überholt habe. Walter N. muss mit ansehen, wie der weiße Wagen heran rast und in das Motorrad kracht. Die Maschine hätte sofort gebrannt, der Fahrer habe auf der Fahrbahn gelegen und geschrien, sein Sohn regungslos an der Leitplanke gelegen. Der Unfallverursacher sei einfach weitergefahren.

Motorrad-Club „Gremium“ lobt 10.000 Euro für Hinweise aus

Wie der Polizeichef weiter mitteilt, sei der Polizei bekannt, dass von privater Seite eine Belohnung für Hinweise ausgelobt wurde. Dabei handelt es sich um den Motorradclub „Gremium“, bei dem der Fahrer der Harley Davidson früher Mitglied gewesen sein soll.

Auf deren Internetseite ist zu lesen, dass der Club eine Belohnung von 10.000 Euro für Hinweise verspricht, die zur Ermittlung des Unfallfahrers führen.

Hier können sich Zeugen melden

Wer kann Angaben zu dem Unfall machen? Mitwisser, Zeugen oder Besitzer von Dash-Cams, die am 1. Juli gegen 14.50 Uhr in der Region Zweibrücken unterwegs waren, sollen sich bitte bei der Polizei Polizei Zweibrücken unter der ☎ 06332 / 976 333 melden. 

kp

Quelle: Mannheim24

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