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Corona in BW: Alarmstufe schon ab morgen? „Lage in Krankenhäusern kritisch“

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Von: Marten Kopf

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Stuttgart – Seit Wochen schießen die Inzidenzzahlen in Baden-Württemberg in die Höhe, die „vierte Welle“ schwappt übers Land. Ab Mittwoch könnte die Alarmstufe in Kraft treten:

Update vom 15. November, 17:40 Uhr: „Die Lage in den Krankenhäusern ist kritisch, Operationen müssen bereits verschoben werden“, sagt Gesundheitsminister Manne Lucha (Grüne) am Montag. Aller Voraussicht nach werden am Dienstag (16. November) am zweiten Werktag in Folge mehr als 390 COVID-19-Patienten auf den Intensivstationen des Landes behandelt. Damit wird in Baden-Württemberg die sogenannte Alarmstufe ausgerufen. In vielen Bereichen gilt deshalb ab Mittwoch (17. November) die 2G-Regel, etwa in Restaurants, Museen, bei Ausstellungen oder bei Veranstaltungen. Das bedeutet, dass nur noch geimpfte oder genesene Personen Zutritt haben.

Corona-Alarmstufe in Baden-Württemberg ab Mittwoch? „Lage ist kritisch“

In der Alarmstufe darf sich nur noch ein Haushalt mit einer weiteren Person treffen. Geimpfte und genesene Personen werden dabei nicht mitgezählt. Im Einzelhandel gilt eine 3G-Regelung, d. h. für nicht-immunisierte Personen ist der Zutritt nur mit negativem Antigen-Schnelltest erlaubt. Ausgenommen von der 3G-Regel sind Geschäfte der Grundversorgung, Märkte im Freien sowie Abhol- und Lieferangebote. Details zu den Geschäften der Grundversorgung finden Sie am Ende dieser Pressemitteilung. Im Fitnessstudio, beim Vereinssport oder sonstigen sportlichen Aktivitäten in Sportstätten gilt in geschlossenen Räumen 2G, im Freien 3G mit PCR-Test-Pflicht.

„Wir alle wissen, wie die Lösung und der Weg aus der Pandemie aussieht. Die Impfungen sind der Schlüssel im Kampf gegen das Virus. Lassen Sie sich impfen, wenden Sie sich dazu an Ihren Hausarzt oder nehmen Sie lokale Impfangebote wahr.  Daneben appelliere ich aber auch an alle bereits Geimpften, die Masken- und Hygieneregeln weiterhin und ganz besonders in der jetzigen Situation konsequent einzuhalten, bei Symptomen einen Corona-Test zu machen und bis zum Ergebnis Kontakte zu anderen Personen zu reduzieren“, appeliert Manne Lucha.

Alarmstufe bereits im Kreis Biberach ausgerufen

Update vom 12. November, 15:11 Uhr: Jetzt hat es also den ersten Landkreis in Baden-Württemberg bereits erwischt! Aufgrund der dramatischen Zuspitzung der Corona-Lage ist im Kreis Biberach die Alarmstufe ausgerufen worden. Das Gesundheitsministerium habe aufgrund der dynamischen Entwicklung der Infektionslage das Gesundheitsamt dazu angewiesen, Maßnahmen per Allgemeinverfügung zu regeln, teilte eine Sprecherin des Landratsamts Biberach am Freitag mit. Damit gilt dort ab diesem Samstag weitgehend die 2G-Regelung mit zahlreichen Zugangsbeschränkungen für Ungeimpfte. Die Maßnahmen sollen bis zum 24. November befristet werden, hieß es.

Sollte sich das Infektionsgeschehen im Landkreis dadurch nicht stabilisieren, stellte das Landratsamt weitere Schritte, wie etwa Ausgangsbeschränkungen für nicht geimpfte Menschen, in Aussicht. Man wolle insbesondere die Kliniken und das Gesundheitssystem vor einer Überlastung schützen, teilte Landrat Heiko Schmid (Freie Wähler) mit. Außerdem gehe es um den Schutz der vulnerablen Gruppen. „Wir spüren durch besorgte Rückmeldungen aus der Bevölkerung, dass Handlungsbedarf besteht“, so Schmid.

Der Kreis Biberach wies mit einer 7-Tage-Inzidenz von 651,2 (Stand: Donnerstag, 16 Uhr) wiederholt das landesweit höchste Infektionsgeschehen in Bezug zur Einwohnerzahl auf. Mit der Alarmstufe erhalten nur noch Geimpfte und Genesene (2G) Zutritt zu Kinos, Weihnachtsmärkten und Diskotheken. Restaurants und Cafés dürfen Ungeimpfte nur noch im Freien und mit einem negativen PCR-Test besuchen. Zudem gilt eine Kontaktbeschränkung auf einen Haushalt und eine weitere Person. Geimpfte und Genesene sowie Menschen bis 17 Jahre sind ausgenommen. In den Schulen kehrt die Maskenpflicht im Unterricht zurück.

Corona in BW: Alarmstufe steht kurz bevor! Land startet große Impf-Offensive

Erstmeldung vom 11. November: Die Landesregierung weitet angesichts der stark steigenden Intensivbettenbelegung mit Covid-Patienten die Corona-Impfkapazitäten erneut massiv aus. Die Zahl der mobilen Impfteams soll auf 155 erhöht und in jedem Stadt- und Landkreis ein „Impfstützpunkt“ eingerichtet werden, wie eine Sprecherin des Staatsministeriums am Donnerstag (11. November) in Stuttgart mitteilt.

BundeslandBaden-Württemberg
LandeshauptstadtStuttgart
Einwohnerzahl11.103.043 (stand: 31. Dezember 2020)
Fläche35.751,46 km²
MinisterpräsidentWinfried Kretschmann (Grüne)

Laut Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) stünden schwierige Wochen bevor. Die vierte Welle treffe vor allem die Nicht-Geimpften mit voller Wucht. „Deshalb appelliere ich noch einmal eindrücklich an alle Menschen in Baden-Württemberg, sich gegen das Virus impfen zu lassen“, so Kretschmann. Gesundheitsminister Manne Lucha (Grüne) teilt zudem mit, die Lage in den Kliniken sei angespannt, das Pflegepersonal am Limit. Setze sich der derzeitige Trend mit dieser Geschwindigkeit fort, müsse man Patientinnen und Patienten bald in andere Bundesländer oder sogar ins Ausland verlegen.

Impfoffensive in BW: „Stützpunkte“ statt Impfzentren

Die „Impfstützpunkte“ in den Kreisen seien effektiver und schneller umsetzbar als große dezentrale Impfzentren, so Lucha. Gerade für ältere Menschen seien die Wege dadurch kürzer. An den Stützpunkten sollen täglich jeweils bis zu 130 Impfungen möglich sein. In der Summe rechnet die Landesregierung auf diese Weise mit bis zu 23.000 Impfungen pro Tag, die zusätzlich zu den niedergelassenen Ärzten möglich sein sollen. Zuletzt hatte die Regierung die Zahl der mobilen Impfteams auf bis zu 130 aufgestockt.

Erst kürzlich hatte das Gesundheitsministerium seine Befürchtungen bestätigt gesehen, die sogenannte „Alarmstufe“ könne noch in diesem Jahr erreicht werden. Und auch auf Bundesebene wird händeringend nach Möglichkeiten gesucht, die Pandemie in den Griff zu bekommen. So sollen etwa schon kommende Woche Corona-Schnelltests für alle Bürgerinnen und Bürger wieder kostenfrei angeboten werden. (dpa/mko)

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