Corona-Wirkstoff

AstraZeneca-Impfstopp für unter 60-Jährige – Darum ändert STIKO die Altersempfehlung

AstraZeneca - Die europäische Arzneimittelagentur (EMA) hat die weitere Nutzung des Impfstoffes zugelassen. Doch nun hält die STIKO dagegen:

Update vom 30. März: Die Ständige Impfkommission (STIKO) beendet die AstraZeneca-Impfung für unter 60-Jährige, nachdem bereits erste Bundesländer die Verabreichung des Wirkstoffes gestoppt haben. In einem Beschlusspapier heißt es, basierend auf der momentanen Datenlage empfehle die Stiko „im Regelfall“ die Impfung mit Astrazeneca „nur Menschen im Alter >60 Jahre“. Der Einsatz unterhalb dieser Altersgrenze „bleibt indes nach ärztlichem Ermessen und bei individueller Risikoakzeptanz nach sorgfältiger Aufklärung möglich“, heißt es in dem Beschlussentwurf weiter. Hintergrund sind die schweren Krankheitsfälle mit Thrombosen, die durch AstraZeneca verursacht wurden.

AstraZeneca: Ab heute darf wieder geimpft werden – Spahn verteidigt Vorgehen

Update vom 18. März, 21 Uhr: Am Donnerstagabend sagt Bundesgesundheitsminister Jens Spahn, dass der am Montag angeordnete vorläufige Stopp der AstraZeneca-Impfungen wieder aufgehoben wird. Ab diesem Freitag soll in Deutschland die Impfung mit AstraZeneca wieder aufgenommen werden. In der Pressekonferenz verteidigt Spahn das Vorgehen im Zusammenhang mit dem Impfstoff: „Uns bestätigt die Analyse der EMA in unserem Vorgehen. Es war richtig, die Impfungen mit AstraZeneca vorsorglich auszusetzen, bis die auffällige Häufung der Fälle dieser sehr seltenen Thombosenart analysiert worden ist.“ Die Bundesregierung reagiert damit auf die Einschätzung der Europäischen Arzneimittelagentur, die das Mittel weiterhin als sicher einstuft. Der Aufklärungsbogen für Patienten soll jedoch angepasst werden.

AstraZeneca: EMA lässt weitere Nutzung des Impfstoffs zu

Update vom 18. März, 17:15 Uhr: Die europäischen Arzneimittelagentur (EMA) hat entschieden, den Impfstoff von AstraZeneca in Europa weiterhin zuzulassen, und sich damit gegen einen generellen Impfstopp ausgesprochen. Das gibt die Behörde bei einer Sondersitzung am Donnerstagnachmittag bekannt. Der Nutzen der Impfung übersteige die Risiken, so die EMA-Chefin Emer Cooke. Bei den möglichen Nebenwirkungen wird aber eine extra Warnung vor möglichen seltenen Blutgerinnseln (Thrombosen) in Hirnvenen aufgenommen.

Nach Berichten über das Auftreten schwerer Blutgerinnsel hatte Deutschland neben mehr als ein Dutzend europäischer Staaten die Impfungen mit dem Impfstoff AstraZeneca gestoppt. Gesundheitsminister Jens Spahn will sich im Laufe des Abends zum weiteren Vorgehen in Deutschland äußern.

AstraZeneca: WHO empfiehlt weitere Nutzung – wird Impfstopp heute wieder aufgehoben?

Update vom 18. März: Deutschland und die gesamte Europäische Union blicken heute gespannt nach Amsterdam – dort wird mit Spannung die entscheidende Bewertung der EU-Arzneimittelbehörde EMA über den gestoppten Imfpstoff von AstraZeneca abgegeben. Bereits zuvor bekundete EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen ihr Vertrauen in den Wirkstoff.

Unterdessen äußerte sich auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO), empfiehlt vorerst weiter den Einsatz des Corona-Vakzins von AstraZeneca. „Die WHO ist der Meinung, dass die Vorteile die Risiken überwiegen“, teilte die Organisation am Mittwoch in Genf mit. Der Impfstoff des schwedisch-britischen Pharmakonzerns gilt als bislang wichtigster Impfstoff im Kampf gegen die Corona-Pandemie, auf den auch die gemeinsame Impfinitiative Covax unter dem Dach der WHO setzt. Sie hilft dabei, Länder in aller Welt mit Impfstoff zu versorgen.

Nachdem mehrere Fälle mit Thrombosen, also Blutgerinnseln in den Hirnvenen in zeitlichem Zusammenhang zur Impfung mit dem Wirkstoff von AstraZeneca gemeldet wurden, haben Deutschland und zahlreiche andere Länder die Impfung mit dem Vakzin gestoppt. Doch die WHO macht nochmals klar, dass eine Impfung gegen Covid-19 keine Todesfälle oder Krankheiten durch andere Ursachen reduziere, Thrombosen würden häufig vorkommen. „Venöse Thromboembolien gehören zu den häufigsten Herz-Kreislauferkrankungen weltweit“, so die WHO.

AstraZeneca: Impf-Stopp auch in Deutschland – das passiert jetzt mit den Terminen

Update vom 15. März, 19:17 Uhr: Auch Baden-Württemberg setzt die Impfungen mit AstraZeneca aus – und zwar so lange, bis vom Paul-Ehrlich-Institut eine neue Empfehlung zum Umgang mit AstraZeneca ergeht. Im ersten Schritt werden die Impfungen mit AstraZeneca bis einschließlich 22. März ausgesetzt und alle vergebenen Termine abgesagt. Das betrifft aktuell täglich rund 15.000 Impfungen! Spätere Termine bleiben zunächst bestehen. Spätestens am jenem Tag findet eine weitere Telefonschaltkonferenz der Gesundheitsministerkonferenz statt. Danach wird über den weiteren Verlauf entschieden, sollten nicht bereits vorher neue Informationen vorliegen. 

Wer bei der Terminbuchung eine korrekte E-Mail-Adresse angegeben hat, wird per E-Mail über die Absage informiert. Eine telefonische Information sei angesichts der großen Menge an abzusagenden Termine leider nicht für alle Betroffenen durchführbar. Alle für diese Woche gebuchten Termine mit AstraZeneca sind abgesagt.

Auf einem Tisch stehen Ampullen mit dem Covid-19 Impfstoff des schwedisch-britischen Pharmakonzerns AstraZeneca.

Sofern auf der Terminbestätigung der Impfstoff nicht vermerkt ist, lässt sich anhand des Abstands zwischen Erst- und Zweittermin feststellen, um welchen Impfstoff es sich handelt. Bei einem Abstand von neun Wochen und mehr handelt es sich um einen Termin mit AstraZeneca. Kürzere Abstände bedeuten, dass die Termine auf BioNTech oder Moderna gebucht sind. Alle Termine mit diesen beiden Impfstoffen finden unverändert statt. 

Eine direkte Umbuchung der abgesagten Termine ist aufgrund des akuten Impfstoffmangels nicht möglich. Die Impfzentren sind angehalten zu versuchen, alle über 80-Jährigen, die von dieser Terminabsage betroffen sind, entweder auf einen anderen Impfstoff umzubuchen, oder sie alternativ auf eine eigens zu führende Warteliste zu setzen. Die Termine für alle anderen müssen leider ersatzlos verfallen. 

AstraZeneca: Auch Deutschland setzt Impfungen aus – 7 Patienten mit Hirnvenen-Thrombose

Update vom 15. März, 17:11 Uhr: Die Aussetzung des Impfstoffs von AstraZeneca in Deutschland geht nach Angaben von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (40, CDU) auf sieben Krankheitsfälle zurück. „Es ist sehr selten aufgetreten“, so Spahn am Montag in Berlin. Zuvor hatte sein Ministerium mitgeteilt, dass die Impfungen mit dem Vakzin vorerst aus Vorsicht gestoppt seien, weil es Meldungen von Thrombosen der Hirnvenen im zeitlichen Zusammenhang mit der Impfung gegeben habe. „Bis jetzt gibt es sieben berichtete Fälle, die im Zusammenhang mit einer solchen Hirnvenenthrombose stehen bei mittlerweile über 1,6 Millionen Impfungen in Deutschland. Es geht um ein sehr geringeres Risiko – aber falls es tatsächlich im Zusammenhang mit der Impfung stehen sollte, um ein überdurchschnittliches Risiko“, gibt Jens Spahn zu.

Laut dem zuständigen Paul-Ehrlich-Institut solle man sich in ärztliche Behandlung begeben, wenn man sich mehr als vier Tage nach
der Impfung unwohl fühlen sollte, etwa mit starken oder anhaltenden Kopfschmerzen oder punktförmigen Hautblutungen, sagte Spahn. Bis Sonntag waren laut Robert Koch-Institut 1,65 Millionen Dosen AstraZeneca-Impfstoff in Deutschland verabreicht worden. Bis auf wenige hundert Fälle betreffen alle diese Impfungen die erste von zwei für den Impfschutz nötige Impfungen. Die Aussetzung betreffe nun auch alle Folgeimpfungen. Nun ist die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) am Zug, denn dort wird an einer erneuerten Bewertung des Impfstoffs gearbeitet. Der Minister setzt darauf, dass die EMA „idealerweise noch im Laufe dieser Woche zu ihrer Entscheidung“ kommt. Falls der Impfstoff weiter zugelassen wird, sollten auch die Impfungen wieder anlaufen.

AstraZeneca: Deutschland setzt Impfungen mit umstrittenem Vakzin aus

Update vom 15. März, 15:30 Uhr: Deutschland stoppt nun doch vorsorglich die Corona-Impfungen mit dem Vakzin von Astrazeneca. Ein Sprecher der Bundesgesundheitsministeriums teilt am Montag mit, dass die Regierung damit einer aktuellen Empfehlung des Paul-Ehrlich-Instituts folge. Das Institut halte nach neuen Meldungen von Thrombosen im zeitlichen Zusammenhang mit einer Astrazeneca-Impfung in Deutschland und Europa weitere Untersuchungen für notwendig. Die Europäische Arzneimittelbehörde EMA werde entscheiden, „ob und wie sich die neuen Erkenntnisse auf die Zulassung des Impfstoffes auswirken“, so der Sprecher des Gesundheitsministeriums.

Schon am späten Sonntagabend hatte auch das schwedische Gesundheitsministerium mitgeteilt, den Impfstoff des britisch-schwedischen Pharmakonzerns Astrazeneca für zwei Wochen auszusetzen. Gesundheitsminister Hugo de Jonge bezog sich dabei auf sechs Fälle möglicher Nebenwirkungen in Dänemark und Norwegen am Wochenende. Auch die Impfkommission in Irland hatte sich am Sonntag für ein Aussetzen der Impfungen mit dem Präparat ausgesprochen, bis Berichte aus Norwegen über vier Fälle schwerer Blutgerinnsel nach Verabreichung des Mittels geprüft seien.

AstraZeneca: 4 Länder stoppen Corona-Impfung – warum nicht auch Deutschland?

Erstmeldung vom 12. März: Dänemark hat nach Berichten über schwere Fälle von Blutgerinnseln Impfungen mit dem Impfstoff von Astrazeneca gestoppt. Das Land hat entschieden, vorübergehend niemanden mehr mit dem Astrazeneca-Vakzin zu impfen. Es wurde in diesem Zusammenhang auch über einen möglichen Todesfall berichtet. Nach Behördenangaben wird der Stopp zunächst 14 Tage dauern. Nach der Bekanntgabe in Kopenhagen entschlossen sich auch die Länder Norwegen, Island und Thailand die Impfungen mit Astrazeneca zu stoppen. Warum sieht Deutschland keinen Grund zur Sorge?

UnternehmenAstraZeneca
HauptsitzCambridge, UK
CEOPascal Soriot
Gründung6. April 1999

Astrazeneca: Deutschland stoppt Impfung nicht – „halten an der positiven Bewertung fest“

Anders als Dänemark, Norwegen, Island und Thailand setzen Deutschland und weitere EU-Länder die Impfungen mit dem Corona-Impfstoff von Astrazeneca nicht aus. Bislang gebe es keine Hinweise, dass der Todesfall in Dänemark mit dem Covid-19-Impfstoff in kausaler Verbindung stehe, teilte das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) am Donnerstagabend in Langen mit. Darüber berichtet auch echo24.de*. Nach einer ersten Prüfung halte auch die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) „an der positiven Bewertung des zugelassenen Astrazeneca-Impfstoffs fest“, hieß es.

Andere Länder sehen dies jedoch ganz anders. In Thailand wurde die für Freitag geplante Impfung mit dem Präparat von Astrazeneca vorerst verschoben. Das südostasiatische Land hatte im vergangenen Monat 117.000 Dosen des Impfstoffs erhalten. „Mit dieser Verschiebung sagen wir nicht, dass der Impfstoff problematisch ist. Wir wollen damit nur auf die Überprüfung warten, ob es irgendwelche Auswirkungen auf den Impfstoff oder nur diese Charge des Impfstoffs gibt“, erklärte der Virologe Yong Poovorawan. Auch die dänische Gesundheitsverwaltung sprach mit Blick auf den Impfstopp von einer Vorsichtsmaßnahme. Man müsse aber auf Berichte zu möglichen ernsten Nebenwirkungen von Astrazeneca reagieren. Die allermeisten Nebenwirkungen seien milde, etwa Fieber oder Kopfschmerz, schrieb die dänische Arzneimittelbehörde.

Astrazeneca-Impfstoff: EMA untersucht Fälle von Blutgerinnseln

Bis zum 10. März wurden der EMA nach eigenen Angaben 30 Fälle von „thromboembolischen Ereignissen“ bei fast fünf Millionen mit dem Astrazeneca-Impfstoff geimpften Menschen in der EU gemeldet. Dies sei allerdings nicht mehr als statistisch zufällig auch ohne Impfung in der Bevölkerung vorkomme. Die EMA erklärte unter Berufung auf ihren Sicherheitsausschuss, „dass der Nutzen des Impfstoffs weiterhin die Risiken überwiegt und der Impfstoff weiterhin verabreicht werden kann, während die Untersuchung von Fällen thromboembolischer Ereignisse fortgesetzt wird“. Das PEI schrieb, es gebe derzeit „keinen Hinweis, dass die Impfung diese Erkrankungen verursacht hat“. „In Übereinstimmung mit der EMA überwiegt aus Sicht des Paul-Ehrlich-Instituts der Nutzen der Impfung die bekannten Risiken.“

Ähnlich wie Deutschland reagieren auch Frankreich und Österreich. Europa, Frankreich und Deutschland seien zurzeit der Ansicht, dass es kein übermäßiges Risiko gebe, sagte der französische Gesundheitsminister Oliver Véran am Donnerstagabend in Paris. „Wir überwachen, wir beobachten“, fügte er hinzu. Auch Österreich sprach sich für die Verwendung des Impfstoffes von Astrazeneca aus. Der Nutzen der zugelassenen und verfügbaren Corona-Schutzimpfungen sei eindeutig belegt, hieß es vom Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen.

Astrazeneca-Impfstoff: Zusammenhang mit Thrombose-Fall in Österreich?

Wegen eines Todesfalls und drei Erkrankten hatte zuvor Österreich vorsorglich die Verwendung einer Charge des Corona Impfstoffs von Astrazeneca ausgesetzt. Insgesamt sei die Charge ABV5300 an 17 EU-Länder geliefert worden, jedoch nicht nach Deutschland, hatte die EU-Zulassungsbehörde EMA bereits am Mittwochabend mitgeteilt. Sie umfasse eine Million Dosen. „Es gibt derzeit keinen Hinweis, dass die Impfung diese Zustände hervorgerufen hat, die nicht als Nebenwirkungen dieses Vakzins aufgelistet sind“, betonte die EMA, die einen möglichen Zusammenhang untersucht.

In Österreich hatte ein geimpfter Mensch eine Thrombose bekommen und war zehn Tage nach der Impfung gestorben. Bis zum 9. März bekamen zwei weitere Geimpfte ebenfalls eine Thrombose und zudem einer eine Lungenembolie. Alle hatten Impfstoff aus derselben Charge von Astrazeneca erhalten. Ob der dänische Todesfall ebenfalls mit der Charge zu tun hat, wurde am Donnerstag von offizieller Seite nicht bestätigt. Die Zeitung „B.T“ berichtete jedoch, dass es sich um eine 60-jährige Frau handele, die mit einem Blutgerinnsel gestorben sei. Ihre Impfung habe von derselben Charge gestammt wie diejenige, die die ums Leben gekommene Person in Österreich erhalten habe.

Astrazeneca: So reagiert der Hersteller auf dem Impf-Stopp in vier Ländern

Astrazeneca gab sich auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur zunächst zurückhaltend. Man sei sich der dänischen Entscheidung bewusst, sagte ein Konzernsprecher. „Die Sicherheit des Impfstoffs ist in klinischen Phase-III-Studien ausführlich untersucht worden und die von Experten begutachteten Daten bestätigen, dass der Impfstoff generell gut verträglich ist.“

Der Impfstoff von Astrazeneca wird bisher in Deutschland seltener eingesetzt als der von Biontech/Pfizer. Der jüngste Sicherheitsbericht des Paul-Ehrlich-Instituts zählte bis 26. Februar 363.645 Impfungen mit dem Vakzin. Dem stehen 5,4 Millionen Impfungen mit dem Präparat von Biontech/Pfizer gegenüber. Noch seltener sind Impfungen mit dem Präparat von Moderna (168.189 Impfungen). Hier gibt es die bisher bekannten Nebenwirkungen der Corona-Impfstoffe von AstraZeneca, BioNTech und Moderna im Überblick. (kab/dpa)

Rubriklistenbild: © Annette Riedl/dpa

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