Auf Edeka-Parkplatz

AstraZeneca in Pforzheim: Ansturm bei Spontan-Impfung vor Supermarkt

Pforzheim: Zahlreiche Menschen stehen an einem Supermarkt in der Schlange, um dort ohne Termin mit dem Impfstoff Astrazeneca geimpft zu werden.
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Pforzheim: Zahlreiche Menschen stehen an einem Supermarkt in der Schlange, um dort ohne Termin mit dem Impfstoff Astrazeneca geimpft zu werden.

Pforzheim - Hausärztin Nicola Buhlinger-Göpfarth muss bei ihren Patienten große Überzeugungsarbeit leisten, um sie von einer Impfung mit AstraZeneca zu überzeugen. Jetzt diese spektakuläre Impfaktion:

Update vom 5. Mai, 14:41 Uhr: Die Ankündigung der Pforzheimer Hausärztin Nicola Buhlinger-Göpfarth, rund 250 Dosen ihrer überschüssigen AstraZeneca-Vorräte ohne vorherigen Termin auf einem Supermarkt-Parkplatz zu verimpfen, hat am Mittwoch für ein mittelschweres Verkehrs-Chaos im Stadtteil Huchenfeld gesorgt! Schon morgens um 6 Uhr sind die ersten Menschen zu der Edeka-Filiale geströmt, um sich ihren Platz an der Spritze zu sichern und im Supermarkt ihren Piekser abzuholen. Im Laufe des Tages wurde die Schlange immer länger. Sogar Security-Leute mussten nach dem Rechten sehen und auf Dinge wie Maskenpflicht und Mindestabstand achten. Wer wollte, konnte auch durch die Impfstraße fahren und sich im Auto sitzend impfen lassen.

Alle Impf-Interessierten über 60 Jahre sowie laut aktueller Priorisierungsgruppe Berechtigten können sich am Mittwoch von 14 bis 20 Uhr impfen lassen. Doch aufgrund des riesigen Andrangs hat man bereits etwa 40 Minuten früher begonnen. Und bis 20 Uhr hat der vorhandene Impfstoff bei weitem nicht gereicht! Bereits kurz nach 14 Uhr ist auch das letzte Tröpfchen AstraZeneca verimpft worden und viele Leute sind leer ausgegangen, wie PZ-news.de berichtet.

Pforzheim: Ein junger Mann lässt sich in einem Supermarkt den Impfstoff Astrazeneca impfen

Noch vor Ort sind auch gleich die Termine für die nötigen Zweitimpfungen eingetütet worden, die bei einer ähnlichen Aktion in ein paar Wochen an gleicher Stelle über die Bühne gehen soll.

Pforzheim: Spontan-Impfung auf Supermarkt-Parkplatz – Ärztin will AstraZeneca loswerden

Erstmeldung vom 4. Mai: Mit einer ungewöhnlichen Impfaktion auf einem Supermarkt-Parkplatz will eine Pforzheimer Ärztin am Mittwoch, 5. Mai um 14 Uhr alle Dosen des Vakzins AstraZeneca verimpfen, für die sie in ihrer Sprechstunde zuvor keine Abnehmer gefunden hat. Das Misstrauen vieler Patienten gegen den höchst wirksamen Corona-Impfstoff sei leider groß, sagt die Medizinerin Nicola Buhlinger-Göpfarth. Der Zeitaufwand für die Gespräche mit den Impfberechtigten auf ihrer Warteliste sei enorm und kaum zu rechtfertigen. „Wenn wir 50 Patienten anrufen, erklären sich im Schnitt nur zwei bereit, AstraZeneca gespritzt zu bekommen“, erklärt die Hausärztin. 

Skepsis gegen AstraZeneca: Ärztin will, dass so viele Menschen wie möglich geimpft werden

„Wir diskutieren uns mit den Patienten dumm und dusselig“, moniert Buhlinger-Göpfarth, die gleichzeitig Pandemiebeauftragte der Kassenärztlichen Vereinigung ist. „Wir wissen genau, dass es hundert andere gibt, die sich damit gerne impfen lassen wollen.“ Die Debatte um das Vakzin sei eine Luxusdebatte. Sie will am Mittwoch, 5. Mai, rund 250 bei ihr liegen gebliebene AstraZeneca-Dosen an den Mann und an die Frau bringen. Zwei Kolleginnen hätten sich ihr angeschlossen. Ihren Worten zufolge ist es die erste Aktion dieser Art in Baden-Württemberg. Unterstützt wird die Aktion von der Ortverwaltung Huchenfeld.

„Ich will einfach, dass wir so viele Menschen wie möglich mit Impfstoff versorgen. Und AstraZeneca stapelt sich bei uns im Kühlschrank“, sagt Buhlinger-Göpfarth der „Bild“. Die Kommunikation des Bundes zu dem Wirkstoff sei desaströs so die Hausärztin.

Hausärztin aus Pforzheim impft AstraZeneca auf einem Parkplatz

Auf dem Edeka-Parkplatz in der Industriestraße 58 in Pforzheim sollen nun alle, die sich impfen lassen wollen, auch ohne Termin drankommen. Voraussetzung ist, dass die Menschen impfberechtigt sind und, sofern sie unter 60 sind, ausdrücklich mit der AstraZeneca-Impfung einverstanden sind. Mitbringen müssen Interessenten ihren Personalausweis, eine Krankenkassenkarte und ihren Impfpass.

Das Vakzin von AstraZeneca wird in Deutschland nur für Menschen ab 60 empfohlen. AstraZeneca war trotz seiner hohen Wirksamkeit wegen selten auftretender Blutgerinnsel im Zusammenhang mit der Impfung in Verruf geraten. Zwischenzeitlich ist die Impfung mit dem Stoff pausiert worden. Die Ständige Impfkommission empfiehlt, dass AstraZeneca in erster Linie bei Personen über 60 Jahren eingesetzt werden soll. Alle unter 60-Jährigen können sich auf Wunsch und ausführlicher Aufklärung mit AstraZeneca impfen lassen. AstraZeneca hat mit 76 Prozent eine sehr hohe Wirksamkeit, bei über 65-Jährigen liegt sie sogar bei 85 Prozent. Auch gegen die britische Variante des Coronavirus ist man mit einer Impfung mit AstraZeneca gewappnet, so das Ergebnis einer Studie der Oxford University.

AstraZeneca: Termine in den Impfzentren in Baden-Württemberg werden wahrgenommen

In den Impfzentren in Baden-Württemberg nehmen Menschen ihren Termin mit dem Vakzin von AstraZeneca hingegen meistens wahr, so ein Sprecher des Sozialministeriums. Dosen die übrig bleiben, werden zügig an andere Impfwillige weitergegeben. Laut einer britischen Studie soll sich das Risiko zwei Wochen nach einer Erstimpfung mit dem Coronavirus anzustecken um 65 Prozent sinken - dabei spielt es keine Rolle, ob man mit dem Vakzin von BioNTech oder AstraZeneca geimpft worden ist. (kp mit dpa)

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