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„Krisenhafte Situationen“ möglich: Atomkraftwerk in BW bleibt bis April als Not-Reserve

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Von: Daniel Hagen

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Nach dem zweiten Stresstest zum Stromsystem ist im Winter eine „krisenhafte Situation“ nicht ausgeschlossen. Minister Habeck reagiert mit Maßnahmen – und lässt zwei AKW länger laufen.

Von Mitte Juli bis Anfang September haben die vier deutschen Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz, Amprion, TenneT und TransnetBW einen zweiten Netzstresstest durchgeführt. Das Ergebnis wird am Montag (5. September) von Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck vorgestellt, der auch gleich ein paar Konsequenzen daraus verkündet.

Nach Netzstresstest: Atomkraftwerk in BW bleibt bis April als Not-Reserve

Demnach seien „stundenweise krisenhafte Situationen“ im Winter 2022/2023 zwar sehr unwahrscheinlich, aber auch nicht vollständig ausgeschlossen! Aus diesem Grund sind jetzt ein paar zusätzliche Maßnahmen empfohlen worden, damit es im schlimmsten Fall nicht zu Stromausfällen kommt. Ein paar davon sind bereits umgesetzt, wie zum Beispiel die Nutzung von Kraftreserven.

Besonders überraschend ist aber eine Aussage von Minister Robert Habeck, die mit der Atomkraft zu tun hat. Immerhin gehört der 53-Jährige zu den Grünen, die sich ganz klar gegen diese Form der Energie stellen. „Es ist weiterhin sehr unwahrscheinlich, dass es zu Krisensituationen und Extremszenarien kommen wird. Aber als Minister, der für die Versorgungssicherheit zuständig ist, tue ich alles, was nötig ist, um die Versorgungssicherheit vollumfänglich zu gewährleisten“, betont Habeck.

Atomkraftwerk Isar 2 und Neckarwestheim bleiben als Notfall-Reserven über den Winter

Als Absicherung für den Notfall im Winter 2022/2023 wird es daher eine zeitlich und inhaltliche begrenzte Einsatzreserve für zwei der drei noch aktiven Atomkraftwerke geben. Dabei handelt es sich um die AKW Isar 2 in Bayern und Neckarwestheim in Baden-Württemberg. Beide hätten eigentlich Ende 2022 vom Netz gehen sollen, wie es 2011 beschlossen worden ist. Jetzt sind sie bis Mitte April 2023 als Not-Reserve eingeplant. Danach ist aber auf jeden Fall Schluss!

„Die Atomkraft ist und bleibt eine Hochrisikotechnologie und die hochradioaktiven Abfälle belasten zig nachfolgende Generationen. Mit der Atomkraft ist nicht zu spielen“, macht Minister Robert Habeck noch einmal klar. Mit den Atomkraftwerken in Bayern und Baden-Württemberg als Not-Reserve könne man aber im Fall der Fälle agieren und zielgenau antworten.

Atomkraftwerk Neckarwesteheim: Block 1 bereits im Rückbau

Das Atomkraft Neckarwestheim wurde am 1. Februar 1972 eröffnet und wird von der EnBW Kernkraft GmbH betrieben. Im Jahr 2017 haben Rückbauarbeiten am Block 1 begonnen, der bereits 2011 dauerhaft stillgelegt wurde. Block 2 ist jedoch noch aktiv. Das AKW Philippsburg ist übrigens bereits 2019 abgeschaltet worden. Kurz darauf wurden die Kühltürme gesprengt. (dh mit dpa)

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