In vielen Branchen inzwischen Realität 

Auch in Mannheim: Jobs mit ständiger Erreichbarkeit nehmen zu

+

Ständige Erreichbarkeit im Job ist auch in Mannheim heute ein Muss. Was sind die Gründe für die Entwicklung? Und was sind die positiven Aspekte dieser ständigen Erreichbarkeit?

Kurz vor dem Schlafengehen noch eine E-Mail beantworten oder ein Telefonat annehmen: Berufe, die eine (Online-)Anwesenheit rund um die Uhr erfordern, nehmen immer mehr an Häufigkeit zu. Auch in Mannheim ist dies der Fall: Dank Smartphones und Internet wird die durchgehende Erreichbarkeit in vielen Jobs von Arbeitgebern vorausgesetzt. Aber woher kommt der Trend zur ständigen Erreichbarkeit? Und welche positiven Auswirkungen gibt es?

In vielen Branchen inzwischen Realität 

Insbesondere im Bereich des Internets und der IT ist der Trend zur 24-Stunden-Anwesenheit klar erkennbar: Entwickler und Programmierer in Krankenhäusern, wie dem Universitätsklinikum Mannheim beispielsweise, müssen zu jeder Tages- und Nachtzeit erreichbar sein. Gerade bei der Server-Wartung müssen die IT-Spezialisten auch in den frühen Morgenstunden bereit sein, schnell zu arbeiten - denn ohne Computer-Unterstützung funktioniert die Patientenpflege nicht und ein Ausfall der Server kann Leben kosten. 

Auch die Internationalität von Städten wie Mannheim trägt zu diesem Trend bei: Immer mehr Firmen betreuen Kunden aus dem nichteuropäischen Ausland. Durch die Zeitverschiebung können zu jeder Zeit so beispielsweise wichtige Anrufe oder Mails eines Großkunden eingehen. Teilweise können Mannheimer Firmen diese Erreichbarkeit durch Schichtarbeit ausgleichen. Wenn ein Mitarbeiter aber als alleiniger Experte für ein Themenfeld oder einen Kunden gilt, dann ist die 24-stündige Erreichbarkeit auch hier Pflicht. 

Oft ist die technologische Entwicklung für diesen Trend verantwortlich. Das sieht man vor allem am Beispiel der Börse: Auch hier ist eine Anwesenheit rund um die Uhr inzwischen in vielen Berufen notwendig, wer mit Wertpapieren handelt muss zu jeder Tageszeit erreichbar sein. Technologien wie rund um die Uhr verfügbare 24-Stunden-Turbos, welche es Tradern ermöglichen, 24 Stunden pro Tag auf vollwertigen und leistungsstarken Handelsplattformen zu traden und dabei auch Kontrolle über Instrumente wie Hebel geben, verdeutlichen dies anschaulich. Kein Wunder also, dass der im Oktober erschienene Turbo24 genau diese notwendige dauerhafte Erreichbarkeit adressiert. 

Die Entwicklung zur allzeitigen Anwesenheit hat aber auch einige positive Aspekte: Denn Technik kann auch dafür sorgen, dass das Arbeitsvolumen wieder reduziert wird. Gerade beim Wertpapierhandel spart die ständige Online-Anbindung den Anlegern heute viele Kopfschmerzen, früher waren Kauf und Verkauf von zum Beispiel Aktien noch deutlich trägere Vorgänge. Selbiges gilt für die anderen oben genannten Beispiele: Oft verschiebt sich die Anwesenheit nur. Im Universitätsklinikum zum Beispiel entlasten die IT-Abteilungen die ohnehin überforderten Ärzte und Pfleger.

Auch in der Politik Realität 

Gerade auch in der Politik wird der Trend zur 24-Stunden-Erreichbarkeit deutlich. Exakte Zahlen sind schwierig zu finden, eine Studie über die Arbeitsbelastung von Hamburger Abgeordneten legt jedoch nahe, dass Politiker in hochrangigen Positionen zwischen 60 und 80 Stunden pro Woche arbeiten. Auch in Mannheim dürfte dies nicht anders sein. Und eine 70-Stunden-Woche bedeutet in der Politik im Klartext: mindestens 10 Stunden Erreichbarkeit, jeden einzelnen Tag der Woche, auch an Sonntagen und Feiertagen. Das Aufkommen des Internets und die zunehmende Internationalisierung der Politik sind auch hier maßgeblich für die Auflösung der geregelten Arbeitszeiten verantwortlich. Das betrifft nicht nur die Politiker selbst, sondern auch parlamentarische Hilfskräfte, Büro-Angestellte der Abgeordneten und weitere Mitarbeiter.

Was tun? 

Was können Arbeitnehmer also tun? Der Gesetzgeber legt klar fest, dass Angestellte nur acht Stunden pro Tag für den Job zur Verfügung stehen müssen - oder maximal zehn Stunden, wenn die durchschnittliche Arbeitszeit über den Zeitraum eines halben Jahres acht Stunden pro Tag nicht übersteigt. Oft ist es nötig, das Smartphone am Abend bewusst auszuschalten. Oder das Gespräch mit dem Chef zu suchen. Denn eines ist klar: Wer sich keine Auszeiten gönnt, schadet letztlich nicht nur der eigenen Produktivität, sondern auch der Gesundheit.

Quelle: Mannheim24

Das könnte Dich auch interessieren

Kommentare